Hart aber fair: Frank Plasberg führt Drachme ein

Von Jörg Lamkewitz, Kreta

15. Juni 2012, Flughafen Düsseldorf – und kein Witz:

Mitarbeiter eines deutschen öffentlich-rechtlichen TV-Senders verteilen Drachmen an Griechenlandreisende!

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„Sind Sie sicher, dass Sie in Griechenland noch genügend Euros für Ihren Urlaub bekommen werden?“ Dies wurden Touristen beim Check in für den Flug nach Heraklion gefragt. Anschließend wechselten ein dickes Bündel Scheine und einige Münzen, insgesamt 10.000 Drachmen, in einem mit dem Aufdruck „hart aber fair“ (gleichnamige TV-Sendung) deklariertem „Starterkit“ den Besitzer. Hart aber fair? Perfider Zynismus unterhalb der Gürtellinie! Etikettenschwindel.

Welch geniale Idee aber! Wie verunsichert man mit geringstem Aufwand die letzten Reisewilligen und vor allem natürlich die griechische Wählerschaft, ohne selbst vor Ort aktiv werden zu müssen?

Die Reisenden sind schließlich selbst wie Agenten der abschreckenden Horrorbotschaft unterwegs: Die Drachme wird bereits wieder eingeführt! Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Botschaft nach den Transfers der Touristen auf der gesamten Insel, im Norden wie im Süden, in großen Hotels ebenso wie in kleinen Pensionen. Auf dass die Griechen vielleicht doch noch von ihren all zu kritischen Wahlabsichten Abstand nehmen.

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Es geht ja schließlich um sehr viel Geld – um die Zukunft des europäischen „Zinsparadieses“, genährt aus zig Milliarden über den Umweg privater Banken mit überzogenen Aufschlägen in Verkehr gebrachter Gelder. Dubiose Projekte, die Unsummen in unbekannten Taschen verschwinden lassen, millionen Millionäre, unzählige Vorstände, Berater etc. sehen ihr „Grundeinkommen“ gefährdet. Das scheint kreativ zu beflügeln.

Wer mag wohl dieses Konzept erarbeitet haben? BND-Mitarbeitende, die sich um das Wohl der deutschen Wirtschaft sorgen? Um das zu ergründen, wäre investigativer Journalismus gefragt!

Bleibt nur zu hoffen, dass die griechische Wählerschaft am Sonntag dem „Bankensozialismus“, nein, der Bankendiktatur, unbeirrt eine gehörige Abfuhr erteilen wird!
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Unglaulich? Zeugen: Siegried Minnerup aus Osnabrück mit Freundin Susanne. Zur Zeit auf Kreta zu Besuch bei Jörg und Uschi.

Radio Kreta – uns fehlen die Worte


Die Sendung läuft am 18.06. 2012. Können wir leider nicht schauen. Sitzen mit griechischen Freunden im Kafenio. Vielleicht kann ja einer von Euch dies aufzeichnen und dann bitte unter dem Namen „Zynismus“ an uns. Danke.

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10 Kommentare

  1. Wer sich die Sendung unbedingt noch einmal ansehen will, bitte hier sind die Termine:
    Wiederholungen
    19.06.2012
    Das Erste, 02.50 Uhr
    WDR, 08:45 Uhr
    3sat, 10:15 Uhr
    tagesschau24, 20:15 Uhr

  2. Unglaublich, wie unseriös und dumm, vor allem aber menschenfeindlich manche Journalisten und Medien arbeiten, nur um Auflage oder Quoten zu machen. Ich schäme mich, als ein in Deutschland geborener, in Österreich lebender und Griechenland liebender Mensch, dass deutsche Medien jeglichen Anstand verloren haben.
    Wie tief ist Deutschland eigentlich schon gesunken?
    Sehr traurig
    Ihr Tom de Belfore

  3. Die Sendung „Hart aber fair“ auf den 1.Programmen ist für mich jedenfalls gestrichen.
    Auf solchen Journalismus kann ich verzichten!

  4. Dieser Zynismus von Frank Plasberg ist nicht mehr zu überbieten. Wenn er sich nun auf das Niveau von RTL und SAT1 herablässt, dann soll die Sendung bitte auch dort ausgestrahlt werden.

  5. Liebe User,
    die Umfragen von hartaberfair werden stets mit einem lustigen Augenzwinkern gemacht. Wir haben am Flughafen Düsseödorf testen wollen, wie groß die Sorgen der deutschen Urlauber sind. Deshalb auch das Tütchen mit den alten Drachmen.
    Wer dieses Augenzwinkern nicht versteht und dann auch noch Voting ins Netz stellt, bei denen man nur die Auswahl zwischen verschiedenen Formen der Empörung hat (Mir fehlen die Worte, Unfair, Unter der Gürtellinie), beweist, dass er zumindest keinen Humor hat.
    Übrigens: die deutschen Urlauber waren allen guten Mutes, keiner machte sich unnötige Sorgen und die Drachmen wollte eigentlich niemand haben. Das ist doch schön!
    Die moralische Empörung auf dieser Seite können wir nicht nachvollziehen. Sehen Sie sich doch heute Abend einfach mal die Sendung an – sie wird wie immer hart aber auch fair sein.

    Es grüßt aus Berlin

    Georg Diedenhofen, Redaktionsleiter hartaberfair

  6. Hallo, geehrtes Kretaradio, und alle User,
    habe gestern an Hartaberfair gepostet mit dem Verweis auf diese Seite hier und habe folgendes zur Antwort erhalten.
    Naja, kann man so und so sehen, erst war ich auch etwas empört. Vielleicht sollte man in dieser Situation nicht sollche „Witze“ machen. Ich bin mittlerweile auch schon etwas empfindlich geworden, was das Ganze Gerede und Geschreibe bzw. Bildzeitung und so angerichtet hat.

    Hallo Christiane,
    hart aber fair hat seinen/ihren Status ebenfalls kommentiert.
    hart aber fair hat geschrieben: „Liebe User,
    die Umfragen von hartaberfair werden stets mit einem lustigen Augenzwinkern gemacht. Wir haben am Flughafen Düsseödorf testen wollen, wie groß die Sorgen der deutschen Urlauber sind. Deshalb auch das Tütchen mit den alten Drachmen.
    Wer dieses Augenzwinkern nicht versteht und dann auch noch Voting ins Netz stellt, bei denen man nur die Auswahl zwischen verschiedenen Formen der Empörung hat (Mir fehlen die Worte, Unfair, Unter der Gürtellinie), beweist, dass er zumindest keinen Humor hat.
    Übrigens: die deutschen Urlauber waren allen guten Mutes, keiner machte sich unnötige Sorgen und die Drachmen wollte eigentlich niemand haben. Das ist doch schön!
    Die moralische Empörung auf dieser Seite können wir nicht nachvollziehen. Sehen Sie sich doch heute Abend einfach mal die Sendung an – sie wird wie immer hart aber auch fair sein.“
    Gruß Christiane

  7. Die Stellungnahme der Redaktionsleitung ist voller falscher Unterstellungen und – pardon – an dummer Dreistigkeit in dieser Kürze kaum zu unterbieten: Wer unterstellt, dass beim Voting „nur die Auswahl zwischen verschiedenen Formen der Empörung“ bestand, war entweder unfähig zu lesen oder ist sich eiskalt der Lüge bewusst, was – so oder so – ins BILD passt. Es stand „hart aber fair“ ebenfalls zur Wahl (wer hat hier wohl sein Kreuzchen gemacht?) und auch beliebige eigene Statements waren möglich.

    Wer bei dieser im Grunde schadenfrohen, perfiden Häme kein „lustiges Augenzwinkern“ erkennt oder aufzubringen bereit ist, beweist nicht, „dass er zumindest keinen Humor hat“, sondern lediglich, dass er zynisch pervertierten „Humor“ auf Kosten der Leidsituationen anderer ablehnt.

    Nicht lustig ist auch, dass wohl weniger „Augenzwinkern“ und die „Sorgen der deutschen Urlauber“ wie vorgegeben (oder vorgespiegelt) im Vordergrund standen, als viel mehr die opportune Durchsetzung einer bestimmten politischen Sichtweise und die politische Einflussnahme zum Wahlzeitpunkt.

    Am wenigsten lustig ist, dass Herr Georg Diedenhofen obendrein in der journalistischen Ausbildung (ems) tätig ist.

    Und? Worüber lachen wir heute? Bestimmt nicht über so ein trauriges Bild! Wahrhaftigkeit zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht. Wir freuen uns drauf.

  8. Hallo,

    meine Schwiegereltern haben uns auch sofort angerufen, nachdem sie von dem Fernsehteam angesprochen wurden. Leider haben wir die Sendung verpasst. Ist der Beitrag mit der Touristenbefragung überhaupt gezeigt worden? Ich habe die Sendung in der ARD Mediathek durchgeklickt, aber nichts gefunden.

    Ansonsten einer eher dürftige Aktion.

    Schönen Abend
    Nina

  9. Hallo Nina. Die Redaktion Hartaberfair hat sich aufgrund der vielen Kommentare bei uns gemeldet und sich quasi entschuldigt. „Es wäre doch ironisch gemeint“. Der Beitrag wurde dann nicht gesendet. Schöne Grüße, Jörg.

Kommentare sind geschlossen.