Helfen statt „retten“ – Ein Appell an alle Tierschützer

Von Manuela Berglar

„Die Zahl so genannter Tierschützer, die durch ihr Verhalten nicht nur denen schaden, die sich in Verantwortung dem Schutz der Tiere widmen, sondern in letzter – trauriger – Instanz dem Tier selbst, steigt stetig und gibt Anlass zur offenen Kritik.

Ich selbst mache bedauerlicherweise die ständige Erfahrung, dass – trotz allem Aufklärens – die „Retter“ sich als beratungsresistent erweisen, schlimmer noch: Sie rotten sich in Zweckgemeinschaften zusammen, heften sich ein selbst gestricktes Gütesiegel auf die Stirn und verfahren in weiter unheilbringender Manier.

Wann endlich begreift man den Gedanken des Tierschutzes? Tierschutz bedeutet nicht Massentransporte aus dem Süden in den Norden. Diese Problemverlagerung schafft den Tötungsstationen freien Platz, für die die nachkommen, die dann die Schar der erklärten Retter wieder herauskauft und gewinnbringend weiter verkauft. Tierschutz, liebe Retter, ist kein Geschäft!

Eure Satzung begrenzt sich auf Tierrettung um jeden Preis. Das geht so nicht mehr. Nutzt endlich die Spenden für sinnvolle Projekte und erstickt das Tierleid im Kern.

Geht mit den Behörden,Ländern und Gemeinden ins Gebet und überzeugt diese von einen neuen Weg. Erarbeitet ein Konzept und stellt dieses vor. Ohne Plan kein Erfolg.

Seid selbstkritisch und rechnet, was an Spendengeldern unnütz verbraucht wird – es geht anders, man muss es nur wollen. Immer im Sinne des Tieres, nie im Sinne des eigenen Egos, daran krankt der Tierschutz!

Massenvermittlung und Massentransporte sind mitverantwortlich für die Kriminalität im Tierschutz, die „Retter“ haben einen großen Anteil daran. Kommt es dann zu negativen Schlagzeilen, hebt sich empört der moralische Zeigefinger, deutet auf „DIE“ , es wird gehetzt und gepostet und ohje-nein wir sind anders, Gott sei Dank. Wirklich?

Ich sage nein, denn kaum ist eine Negativschlagzeile vom Tisch, folgt ihr Eurem unbewährten Gang weiter, buhlt um Mitleid, um Geld, vermittelt weiter irgendwie und irgendwohin und schaltet die Aufrufe für den nächsten Transport.

Das widerspricht sich, denn so wird es immer mehr Leid auf der Welt geben.

Setzt die anvertrauten Spenden sinnvoll um, ohne Gefährdung der Tiere.

Schützt die Lebensräume der Tiere da wo sie zu Hause sind, indem ihr mit den Verantwortlichen versucht eine Lösung zu finden, den Menschen vor Ort. Rückschläge sind vorprogrammiert, aber sie lohnen sich, denn irgendwann, bleibt man am Ball, geht es nach vorn.

Ich werde keine Vereine unterstützen, die Spendengelder für Massentransporte, oder Verlagerung der Problematik verwenden. Hier gewinnt nur einer, der Mensch, das Tier bleibt wieder auf der Strecke.

Ich danke jedem, der sich für Tiere einsetzt, aber bitte fair – das sind wir ihnen schuldig!“

Manuela Berglar

Tierschutz auf Kreta, mit Mitso


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4 Kommentare

  1. Hallo aus Österreich
    über dieses Thema habe ich auch schon oft nachgedacht. Man muß mit der Aufklärung über Tierschutz mit den Kindern beginnen, so wie es mit der Mültrennung teilweise schon gemacht wird. Man müsste mit den Spendengeldern z. B. Hundeschulen machen, wo die Kinder mit ihrem Hund hinkommen können und sie lernen was man einem Hund alles beibringen kann, und wieviel Freude man mit einem Haustier haben kann, wenn man sich damit beschäftigt. Keine Schutzhundeausbildungen, den ich habe mal im Urlaub in der Nähe des Schäferhundeclubs in Rethymnon gewohnt und habe gehört wie oft die Hunde geweint haben und gesehen wie die Hunde abgerichtet werden. Der Mann hatte eine ganz kurze Leine und hat den Hund ganz kurz am Fuß gehalten und gezogen ist 5 Schritte vor und zurück gelaufen und der Sohn ist mit dem Stock daneben gestanden. Da muß Aufklärung beginnen. Ich habe vor wenn wir in diesem Jahr kommen, werde ich eine CD besorgen wie man Hunden in Österreich was beibringt. Vielleicht nehmen sie was an.
    Liebe Grüße
    Maria und Gottfried

  2. Sehr geehrte Frau Berglar,
    ich habe Ihren Beitrag aufmerksam gelesen und bin grundlegend Ihrer Meinung, dass man das Übel vor Ort „angehen“ muss und durch gezielte Aufklärung -zumindestens bei der kommenden Generation ein Umdenken erzielen sollte. Nun geschieht das nicht über Nacht.
    Ich engagiere mich deshalb auch vor Ort bei Kastrationsprojekten. Gezielt widersprechen möchte ich Ihnen bei der Aussage das man diese Notfelle ankommend nach Transporten gewinnbringend weiter veräußern kann. Wenn ich die Kosten für einen relativ gesunden Hund zzgl. aller notwendigen Ausreisekosten etc. hochrechne und eine Schutzgebühr dagegen rechne, wo wird daran verdient ? Bitte auch die ganzen Rahmenbedingungen nicht vergessen. Ich unterstütze ein Shelter in Kaina von Linda Lucas, wenn Sie sehen würden unter welchen Bedingungen dort Mensch und Hunde leben würden Sie sich derartiger Äußerungen schämen. Auch nützt dort keine Aufklärung – die Menschen in dieser Gegend sind leider teilweise sehr ungebildet und lehnen jeglichen Kontakt ab, schlimmer noch sie werfen ihre nicht mehr „gebracuhten Tiere“ über den Zaun, Kastartionen werden schlichtweg abgelehnt und zum Schluss noch die Hunde aus dem Shelter vergiftet- es gibt aber auch andere Seiten.Ich denke es gibt verschiedene Aspekte um guten Tierschutz zu betreiben. Ich denke, wenn Tierschützer untereinander „zusammenhalten“ würden wäre schon ein erster Meilenstein geschafft um dann gezielte Projekte angehen zu können.
    Deshalb wird es vorerst nicht ausbleiben das eine oder andere Notfell auf Reise zu schicken.

    Herzliche Grüße
    Simone Herrmann mit Straßenhündin Kaya aus Athen und Prinz aus Chania

  3. Hallo Zusammen,
    auch ich kann mich meinen beiden Vorrednern/- schreibern nur anschließen.
    Selbstverständlich gehören zum Tierschutz immer die Aufklärungsarbeit vor Ort, das Auseinandersetzen und der Kampf mit den Behörden und der Politik.
    Leider scheint Frau Berglar sich im Tierschutz auf Kreta entweder gar nicht oder nur begrenzt auszukennen, sonst wüßte sie beispielsweise um den nun bereits Jahre anhaltenden Kampf der kretischen Tierschutzorganisationen und der Arche Noah Kreta e.V. für flächendeckende Kastrationsprogramme.
    Leider ist es doch so, dass ein Umdenkungsprozess nicht von heute auf Morgen einsetzen kann und wird. Die augenblicklich leidenden Tiere haben allerdings nicht die Zeit auf bessere Zeiten zu warten, sondern brauchen jetzt Hilfe.
    Schwarz-Weiss-Denken, liebe Frau Berglar, bringt niemanden weiter.
    Natürlich muß das Übel an den Wurzeln bekämpft werden (und das wird es auch), doch so lange Tiere vor Ort nicht guten Gewissens vermittelt werden können und letztendlich als Kettenhunde oder halbverhungerte Strassenkatzen enden, werden wir leider nicht umhin kommen für unsere Notfelle auch außerhalb der griechischen Grenzen ein Zuhause zu suchen.
    Von Massentransporten kann dabei allerdings kaum die Rede sein.

    Mit herzlichen Grüßen aus dem kretischen Süden
    Maren

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