Samaria Eftichis

Herbstwanderungen auf Kreta.

Eine Herbstwanderung durch die Samaria-Schlucht

Wer schon mal im Frühling oder Herbst auf Kreta war, weiß nicht nur die angenehmeren Temperaturen und die einsameren Strände zu schätzen wissen. In der Nebensaison können Urlauber auch Geld für Flüge und Unterkunft sparen und die Insel abseits der Touristenmassen erleben.

Wenn der Herbst Einzug hält und die ersten Regenschauer die Natur wiederbeleben, erholt sich die Insel vom trockenen Sommer und zeigt sich von einer ihrer schönsten Seiten. Für Outdoor-Begeisterte und ambitionierte Fotografen ist die Zeit von September bis Ende Oktober ideal, um Weingärten, Ziegen, Olivenhaine und traumhafte Schluchten bei einer Wanderung zu bewundern.

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Samaria – eine der längsten Schluchten Europas.

Abenteurer und Outdoor-Begeisterte haben zwar auch in den heißen Sommermonaten viele Möglichkeiten sich austoben, wie bspw. beim Schnorcheln in den Unterwasserwelten an der Südküste. Für eine Rad- oder Motorradtour oder eine Wanderung weichen erfahrene Kreta-Reisende jedoch aus gutem Grund auf den Herbst aus: Bei angenehmen Temperaturen um die 25 Grad taucht die Sonne die Landschaft in ein warmes Licht. In den Bergen Westkretas grenzt das goldene Gelb der Weinstöcke an das Silbergrün der Olivenbäume, wenn mit dem Ende der Weinlese die Erntezeit der Oliven eingeläutet wird.

Ausrüstung

Während der Hochsommer dem Süden einen wüstenartigen Charakter verleiht, bedeckt im Westen langsam wieder grünes Gras die Berge und Täler. Dann wirkt Kreta, als würde es aus einem sommerlichen Schlaf erwachen. Für Ausflüge in gebirgige Landschaften, z. B. in die berühmten Weißen Bergen (Lefka Ori), bedarf es einer guten Planung. Denn in den Höhenlagen ist die Luft trotz warmer Herbsttemperaturen frisch, und das Wetter kann sich schnell ändern. Eine Windjacke, feste Wanderschuhe, Sonnencreme sowie eine lange Hose, die vor Geröll und stacheligen Sträuchern schützt, gehören zur Grundausstattung.

Wer die besondere Atmosphäre auf Fotos einfangen will, sollte sich die dazu nötige Ausrüstung zulegen – eine gute Digital- oder Spiegelreflexkamera ist Pflicht, Tasche und Stativ sind empfehlenswert. Die Kamera sollte gut geschützt sein, die Ziegen in den Bergen sind oft skeptisch gegenüber Fremden und wollen lieber aus der Ferne abgelichtet werden. Da sich in abgelegenen Regionen auch nicht an jeder Ecke eine Taverne befindet, in der durstige Wanderer einkehren können, ist ausreichend Wasser und Proviant ein Muss. Wer keine besonderen Kenntnisse beim Wandern hat und nicht über genug körperliche Fitness und Kondition verfügt, kann sich statt auf eigene Faust auch organisierten Kreta Wanderungen anschließen. Die von professionellen Wanderern geführten Touren bieten für jeden die passende Route.

Abenteuer Samaria-Schlucht

Im September scheinen die fernen Berge plötzlich so nah zu sein, dass man sie an einem spätsommerlichen Tag bis ins Detail genau erkennen kann – so auch unter dem wolkenlosen Himmel in den Weißen Bergen. Westkreta ist mit seiner Kombination aus herrlichen Gewässern und Bergen ein Paradies für Wanderer. Sogar an der im Sommer oft überlaufenen Samaria-Schlucht treffen Individualreisende mit etwas Glück nur auf die Wächter, die bei Verletzungen helfen und aufpassen, dass alle Besucher noch vor Beginn der Dunkelheit das Gelände verlassen.

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Samaria – sollte man erlebt haben.

Wer die Samaria-Schlucht ganz durchwandern will, sollte also schon früh aufbrechen. Die spektakuläre Tour durch die längste Schlucht Europas im Nationalpark Samaria ist 16 Kilometer lang, beginnt auf einer Höhe von 1.230 Metern und endet mit einem traumhaften Ausblick auf das Libysche Meer in Agia Roumeli. Der Hafenort ist nur mit der Fähre oder per Pedes erreichbar und der einzige Ausflugspunkt auf Kreta, der direkt am Meer und gleichzeitig derart nah an den steil aufragenden Bergen liegt.

Nach dem ca. fünf Stunden langen Fußmarsch durch die Samaria-Schlucht werden erschöpfte Wanderer in Agia Roumeli in der Taverna Paralia mit einem weiten Blick aufs Meer und die zerklüftete Küste belohnt. Hier kannst du es dir bei frischen Meeresfrüchten und Retsina gutgehen lassen, bis das letzte Boot nach Chora Sfakion oder Paleochora zurückkehrt.

Hier noch ein Tipp, wie man zur Samaria-Schlucht kommt: Samaria by Bus.

Und ein wunderschöner Reisebericht: Kreta mit dem Motorrad, von Hans Jud.


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