Karpouzi Glyko – Süßes aus Wassermelonenschale

Von Uta Wagner, Der Geschmack von Kreta

„Wie in jeder ursprünglichen Bauernküche auf der Welt, wird auch hier versucht, möglichst alle Teile der Pflanze, bzw. eines Tieres zu nutzen.

Ursprüngliche Restegerichte aus Kreta, wie Kokoretsi (Innereien am Spieß), Gliko Portokali (Orangenschalen in Sirup) oder Dakos (trockenes Brot mit Tomaten und Feta) haben sich im Laufe der Zeit zu beliebten Delikatessen entwickelt. Durch Kombinationen mit anderen Lebensmitteln und durch besondere Behandlungsmethoden werden Produktteile wie Innereien, Schalen oder trockenes Brot verzehrbar und lecker aufbereitet. Im Laufe der Zeit wurden Techniken entwickelt, die Hartes wieder weich machen, verhindern, dass die Süßigkeiten matschig werden und dass bittere Pflanzen genießbar werden.

Als ich das erste Mal hörte, dass man aus den Schalen der Wassermelone „Löffelsüßigkeiten“ macht, habe ich aber zuerst gedacht, dass man es auch zu weit treiben kann! 😉

Aber nachdem ich sie probiert hatte, änderte sich meine Meinung, denn sie haben einen einzigartigen Geschmack. Die eingelegte Wassermelonenschale schmeckt ganz leicht nach Kürbis (kein Wunder, denn sie ist ja auch ein Kürbisgewächs). Der Geschmack ist jedoch so dezent, dass auch Leute, die keine Kürbisfans sind, diese Süßigkeit mögen werden. Gleichzeitig ist im Hintergrund eine leichte Schärfe zu erkennen, als wäre etwas Ingwer im Sirup. Wie dieser Geschmack entsteht, weiß ich nicht genau, kann mir aber vorstellen, dass er vielleicht durch die Pelagonienblätter dazukommt.

wassermelone-brunnen

Die Mutter eines Arbeitskollegen sagte mir, dass man die Schalenstücke traditionell zuerst in Branntkalk einlegen muss, damit sie nicht matschig werden. Dabei handelt es sich um Calciumoxid, E 529 , ein Säureregulator. Dieser sogenannter „Technischer Hilfsstoff“ ist im Endprodukt nicht mehr nachweisbar und wird von der Lebensmittel Industrie häufig genutzt. Hier kann man ihn in jedem Supermarkt kaufen.
Ich habe es statt dessen mit Zitronensaft probiert. Die Stücke sind dann nicht ganz so fest, aber trotzdem nicht matschig und schmecken ebenfalls hervorragend.“


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Auch lecker: Mezedes.

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