Knoblauch und die Schweinegrippe.

Knoblauch und RakiIn Serbien wurden bisher etwa 270 Fälle der Erkrankung bestätigt, acht Menschen starben daran. Entsprechend haben die Gesundheitsbehörden auch hier die Bevölkerung aufgerufen, sich gründlich die Hände zu waschen, Atemschutzmasken zu tragen und sich impfen zu lassen“. Doch bisher sind diese Appelle ohne große Wirkung verhallt.

Denn viele Serben verlassen sich traditionell auf die Heilkräfte des Knoblauchs. Entgegen der ärztlichen Meinung sind die davon überzeugt, dass das Lauchgewächs vor der Schweinegrippe schützt. „Knoblauch ist das Beste, vergesst Impfungen“, sagte etwa ein Mann, der sich auf einem Belgrader Markt mit Knoblauch eindeckte. „Von der Impfung kann man krank werden, vom Knoblauch bekommt man nur schlechten Atem.“

Knoblauch gilt in Südosteuropa schon seit Jahrhunderten als Glücksbringer und Heilmittel gegen alle möglichen Krankheiten und Gebrechen. Doch nun herrscht auf den Gemüsemärkten in Serbien ein regelrechter Ansturm auf die Knolle. Der Preis für Knoblauch schießt in die Höhe, sein durchdringender Geruch liegt über allen öffentlichen Plätzen, und die Serben knabbern an Knoblauchzehen wie an Äpfeln.

„Die Schweinegrippe ernster nehmen“

Viele Serben tragen auch in Zeiten ohne Schweinegrippe Knoblauch regelmäßig in Taschen bei sich, um Dämonen und Geister fernzuhalten, insbesondere Vampire. Zum selben Zweck liegt Knoblauch auch unter den Fußmatten zahlloser Häuser und wird schon Babys unters Kopfkissen gelegt, um ihnen ein gesundes Leben zu sichern. Viele Serben essen Knoblauchzehen als Snack und trinken dazu Sliwowitz.

Als Beweis für die heilsame Wirkung der weißen Knolle führen serbische Medien dieser Tage vor allem die Folgen zweier Musikfestivals an. Nach dem beliebten Rock-Open-Air Exit im Juli in Novi Sad wurden die ersten Schweinegrippe-Fälle des Landes bestätigt – dort habe das überwiegend jugendliche Publikum vor allem Bier und Marihuana zu sich genommen, heißt es. Vom ebenso populären Folk-Festival in Guca sei keine einzige Erkrankung gemeldet worden – schließlich hätten dort die meisten Besucher knoblauchhaltige Fleischgerichte gegessen und dazu Sliwowitz getrunken.

Fast schon verzweifelt klingt es da, was der Virologe Zoran Djordjevic sagt: „Die Menschen müssen die Schweinegrippe ernster nehmen und sich auf echte Prävention und Medikamente konzentrieren.“

Quelle: Spiegelonline.de

So wie auch die Serben glauben auch die Kreter an alte Hausmitteln. Wir fragten unseren Freund Giorgios, ob denn die Einheimischen genauso wie die Serben auch dem Knoblauch vertrauen. Giorgios meinte, dass Knoblauch in vielen Mezedes enthalten ist, der Sliwowitz wird durch den Raki ersetzt. Und richtig! Geht man durch die Stadt, so sieht man alle Raki Bars gut besetzt. Prophylaxe eben.

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