Köstliche kleine Kugeln: kretische Kumquats.

Auch auf den Verdacht hin, dass wir ob unserer Rezepte, Kräuter-, Fasten- und Tee-Empfehlungen demnächst als die griechische Variante der „Apotheken-Umschau“ klassifiziert werden, haben wir heute mal wieder einen tollen Tipp aus der kretischen Natur, der Euch vielleicht den einen oder anderen Gang zum Arzt erspart: die Kumquat, auf griechisch „Fortunella“ (Φορτουνέλλα), oder eben „Kumquat“ („κουμ κουάτ“).

Kumquats sind essbare Zitrusfrüchte und ähneln sehr den Orangen, sind aber viel kleiner – sie haben etwa die Größe und Form von (sehr) großen Oliven. Der englische Name „Kumquat“ stammt aus dem kantonesischen und heißt wörtlich „goldene Mandarine“.

Kumquat 1
Knackige kretische Kumquats

Die Pflanze stammt aus Südasien und dem asiatisch-pazifischen Raum. Der früheste historische Bezug auf Kumquats erscheint in der Literatur Chinas im 12. Jahrhundert. Sie werden seit langem in Indien, Japan, Taiwan, den Philippinen und Südostasien angebaut. Sie wurden im Jahre 1846 von Robert Fortune , einem der „London Horticultural Society“ angehörigen Sammler, nach Europa eingeführt. Daher vermutlich auch griechische Name „Fortunella“.

Und diese Früchtchen sind echte Vitamin- und Mineralstoffbomben. Die Inhaltsstoffe pro 100g Frucht:

  • Kalorien (kcal) 70
  • Fette 0,9 g
  • Natrium 10 mg
  • Kalium 186 mg
  • Kohlenhydrate 16 g
  • Ballaststoffe 7 g
  • Zucker 9 g
  • Protein 1,9 g
  • Vitamin A 290
  • Vitamin C 43,9 mg
  • Calcium 62 mg
  • Eisen 0,9 mg
  • Magnesium 20 mg

Kumquatpflanzen sind langsam wachsende immergrüne Sträucher oder kurze Bäume, von 2,5 bis 4,5 Meter groß, mit dichten Ästen, manchmal mit kleinen Dornen. Die Blätter sind dunkel glänzend grün, und die Blüten sind weiß, ähnlich wie andere Zitrusblüten, einzeln getragen oder gruppiert. Je nach Größe kann der Kumquat-Baum Hunderte oder sogar Tausende von Früchten pro Jahr produzieren.

Kumquat 3
Kretisches Kumquatbäumchen

Die Schale hat einen süßen Geschmack, aber die Frucht hat ein sauer-bitteres Inneres. Die Früchte des Baumes bekommen im Dezember ihre charakteristische orange Farbe. Geerntet werden diese Mini-Orangen dann zwischen Januar und Ende Februar. Die Früchte haben Kerne und können mitsamt der äußeren Schale verspeist werden. Ihr großer Gehalt an Mineralstoffen sowie Vitamin A und C zeichnet die Kumquats aus. Trotz des attraktiven Aussehens kann man sie wegen ihres scharfen und bitteren Geschmacks nicht direkt vom Baum essen. Dafür eignen sich die Kumquats aber um so besser für Likör und Marmeladen, sowie für die berühmt-berüchtigten Löffelsüßigkeiten (Glyko Koutaliou).

Kumquatbäumchen werden auch oft als Zierpflanzen angebaut oder als Bonsai gezüchtet.

Hier in Griechenland findet man sie vereinzelt auf Kreta (wir haben die obigen Fotos in Sarakina/Selino gmacht), griechisches Hauptanbaugebiet ist allerdings die ionische Insel Korfu, wo sie meist auch direkt vor Ort verarbeitet und von wo sie – unter geschützter Produktbezeichnung – als „lokale Spezialität von Korfu“ in einige Länder der EU exportiert werden.

Quellen: radio-korfu.de, Der Geschmack von Kreta, kumquat.gr, Wikipedia


streamplus.de

Hier das Rezept für die Löffelsüßigkeiten.

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