Manolis aus Tsivaras – „Wehret den Anfängen“.

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten.

Von „Manolis“ aus Tsivaras,01.07.2015.

Der Ausverkauf hat begonnen. So oder ähnlich sollte man die derzeitige Situation in Europa/Griechenland sehen. Wobei, ganz stimmt das nicht, denn der Ausverkauf oder Ausbeutung ist ja kein Neuland, siehe Afrika und was sich in den sogenannten Dritte Welt Ländern abspielt.

Ach ja, fast vergessen, so lange ist es noch nicht her als man um EINEN Euro die „ganze“ ehemalige DDR an die Bundesrepublik (oder deren Investoren aus aller Herren Länder) „verscherbelte“. Als in Europa nichts mehr zu holen war, zumindest nichts lukratives, „erfand“ man die EU. Der Stein der Weisen war geboren, viele Arbeitsplätze geschaffen (zumindest in Brüssel und jene die für die EU „arbeiten“ oder Lobbying betreiben). Dann wurde ein Dreigestirn geschaffen, EU-IWF-EZB und seit dem geht es … Bergab.

Freiheit
Freiheit liegt in unseren Händen.

Geld existiert nur mehr am Papier, mit einem „Federstrich“ werden Existenzen in ganz Europa ausgelöscht. Woher soll ein Politiker/Bürokrat, der mehrere Jobs zur vollsten Zufriedenheit ausübt, nebenbei in diversen Aufsichtsräten sitzt, eventuell einen Familienbetrieb hat (ach, der gehört ja nicht ihm sondern der Verwandtschaft), sich mit legaler „Steuerhinterziehung“ wie Stiftung beschäftigen muss, sehen, wie man wirklich sein Geld verdient? Mit dem zählen seiner Boni nicht nachkommt. Boni machen geht ganz einfach, Leute kündigen, sattes Plus schreiben, Boni kassieren, Firma schließen.

Doch wir, das Volk entscheiden ja drüber. Wir dürfen wählen. Stimmt auch wieder nur halb oder gar nicht mehr?! Wir, das Volk, wählen zwar, an der Macht sind dann wieder jene, die am besten reden können, sich am besten verkaufen (oder kaufen lassen) und in eine kleine, größere oder gemischte Koalition kommen. Dort sitzen dann jene die wir nicht gewählt haben, die, damit sie bei der nächsten Wahl wieder eine gutdotierten oder noch besseren Posten bekommen, NICHTS entscheiden. Und sollte einer der Staatsmänner / Staatsfrauen nicht so tun wie die anderen wollen, dann sind sie die Bösen (Putin und Co.).

Machtgeil und Geldgierig, so stellen sich die derzeitigen Entscheidungsträger dar (nicht nur Politiker, dazu gehören genau so die Wirtschaftsbosse und viel schlimmer die „Spekulanten“ welche mit Dingen zocken die ihnen nicht gehören wie Wasser, Luft, usw. bzw. die mit „Negativem“ auch noch „Kohle“ machen). Fragen wir uns doch wo das alles hinführt? Warum Lebensmittel in einem Land, das Hunderte Kilometer von seinem Ursprungsort entfernt verkauft wird, dort billiger ist als in dem Land. in dem es produziert wird?

Die Gier nach Macht und Geld

Es ist zum Kotzen, was man hier in Griechenland sieht und wer dafür verantwortlich ist. Nicht nur die griechische Regierung, auch die Europa- und weltweite Politik, die Gier nach Macht und Geld. Und wer hat darunter zu leiden? Die Bevölkerung! Es trifft wie immer die ärmsten unter den Armen. Einem Volk (oder deren Regierung) wird vorgeschrieben, wieviel des BIP man für Gesundheit und Bildung ausgeben darf.

Mit welchem Recht? Weil die Bonzen alles verprassen/verprasst haben! Die Banken alles verzocken (unter dem wachsamen Auge der EU). Griechenland darf! nach den Wünschen! der Troika nur 6% für Gesundheit ausgeben (in kultivierten Ländern des Westens sind es 12%). Alte leiden und können sich die Medikamente nicht mehr leisten bzw. frieren im Winter (ja den gibt es im sonnigen Griechenland) da kein Geld für Heizmaterial da ist, Kinder bekommen keinen Zugang zum Gesundheitswesen. Bilder, wo Kinder sterben weil eine ärztliche Versorgung unbezahlbar ist, Fehlanzeige!

Doch es gibt sie! Todesfälle auf Grund von nicht zum Arzt gehen/leisten können und wir reden hier nicht von Dritte Welt Ländern (wer teilt eigentlich diese Welt in Kategorien ein?). Jugendarbeitslosigkeit ein Dauerthema, jene die Arbeit haben/hatten wurden in einigen Bereichen vor die Wahl gestellt – 50% Gehaltskürzung ab sofort oder Tschüss, wer momentan Arbeit findet bekommt oft einen Stundenlohn um die Euro 2,50!!! (wer diskutiert in Mitteleuropa über Mindestlohn so um die Euro 8,50?). Um Überleben zu können, den von Leben kann schon lange keine Rede mehr sein, der arbeitet mehr als 15 Stunden täglich (Überstunden, Nachtzuschlag, Wochenende Ruhezeit und andere „Vergünstigungen“ des Westens – Fehlanzeige, so lange es halt Arbeit gibt. Es ist wahrlich zum KOTZEN!!!

Will nicht sagen, die EU ist daran alleine schuld, wenn, dann die dortigen Entscheidungsträger, die Rückgratlose Politik in den Ländern, der „Geldadel“ der sich nimmt was er will, der kleine erlauchte Kreis der die Fäden in der Hand hält. Freiheit oder Tod, so heißt ein Lied hier in Griechenland.

Ist es schon so weit? Benötigen WIR, das Volk, solche Gesänge um uns von der Knute zu befreien? Wenn ja, wo sind all die Freiheitshelden.

Wo ist der Andreas Hofer aus Österreich, wo der Daskalojiannis aus Kreta, die Jeanne d´Arc aus Frankreich. Müssen sich die 500 Panzer, welche Deutschland an Griechenland während der Grexit-Diskussion verscherbelt hat, auf das eigene Volk richten? Oder richten sie sich nach Westen? Oder genügt es, fürs erste, wieder die Philhellenen um sich zu scharen, Lord Byron schau runter, um das Exempel welches hier statuiert wird zu stoppen und dem stolzen Griechen seine Ehre zu lassen? Möge sich nicht das bewahrheiten, was viele prophezeien!

Wir werden bald von einer Herrenrasse beherrscht! Möge nicht das eintreten was bereits schleichend unser Leben bestimmt – kein Bargeld, nur mehr Plastik und damit unter Kontrolle (sind wir nicht selbst Schuld daran? Wie sagten unsere Väter und Großväter – „nur Bares ist Wahres“). Wen wundert es wenn der Zulauf zur IS nicht zu stoppen ist? Wer gibt der Jugend ein Ziel? Der Westen mit Sicherheit schon lange nicht mehr. Ist dies alles noch zu stoppen oder wird wieder einmal einer „Aufstehen“ und brennende Erde hinterlassen?

Haben wir wirklich nichts aus der Vergangenheit gelernt? War die Generation der 50er Jahre und später wirklich so blind und satt um das nicht zu sehen? Schütze uns, egal welcher Gott auch immer!!!

„Wehret den Anfängen“ – schon vergessen?

Herbert („Manolis“) Brunnbauer, Jg. 1957, seit 35 Jahren in Griechenland, abseits der Touristenpfade unterwegs. Politisch unabhängig, keiner Institution angehörig, Konfessionslos. War und ist immer kritisch, lässt sich von niemand den Mund verbieten, sagt ohne Kompromisse seine Meinung. Hört gerne Sozialkritische Lieder wie von Hans Söllner „Hey Staat“ und liest Wirtschaftskritische Bücher wie von Jacqueline Irrgang „Projekt Tatort“.


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3 Kommentare

  1. Hallo Herr Brunnbauer, warum gehen Sie nicht in die Schweiz ? Da müssen Sie sich nicht über die Missstände in der EU ärgern. Oder glauben Sie ernsthaft, dass Sie daran etwas ändern können ? Sie könnten bestenfalls die Griechen überreden, aus der EU auszutreten, denn auch die werden nichts an dem Zustand der EU ändern können !

  2. Hallo Achim, in die Schweiz gehen? Warum nicht? Doch ist es dort besser als im restlichen Europa? Hier geht es nicht nur um die EU, die „hält halt momentan den Kopf für vieles hin“ und ärgert mich nicht wirklich. Wer den Artikel genau liest, ist auch hier die EU nur eine „Randerscheinung“. Ich persönlich fühle mich als Europäer, habe kein Problem, wie so viele andere, zu sagen, ICH habe bei der Abstimmung Österreich in die EU, mit JA gestimmt und ich stehe noch immer dazu. Aber nicht unter den Voraussetzungen wie sie derzeit sind. Die Entscheidung der Schweiz nicht in die EU zu gehen habe ich persönlich sehr mutig empfunden. Natürlich kann ich alleine nichts daran ändern, jedoch das mindeste kann jeder tun, seine freie Meinung sagen und bekritteln was ihm persönlich stört. Und ein Grieche lässt sich nicht so leicht überreden, der hat noch einen gewissen Stolz, der lässt sich nicht immer alles vorschreiben. Und ob heute mit Ja oder Nein in Griechenland gestimmt wird, es wird sich an der Situation hier, und woanders, nichts ändern. Denn mein hauptsächlicher Kritikpunkt war und ist, die Macht und Politik einiger weniger. Macht=Geldadel, Politik=ausführende Organe. Deshalb werde ich das Angebot in die Schweiz zu gehen leider nicht annehmen, denn ich denke auch dort dominieren diese zwei das Geschehen. Sollte sich die Situation in der Schweiz noch weiter verschlechtern, von „einer Insel der Seligen“ kann man hier ja schon längere Zeit nicht mehr sprechen, dann wünsche ich der Schweiz wieder einen, den habe ich vergessen zu erwähnen, Wilhelm Tell.

  3. Hallo Manolis, alle reden von Demokratie – besonders Syriza ! Die beste Demokratie hat die Schweiz ! Da wird über alle wichtigen Entscheidungen vorher abgestimmt ! Die kommen auch ohne Euro gut zu recht und fühlen sich deshalb keineswegs als schlechtere Europäer! Das wäre doch genau das, wovon Syriza träumt ! Leider braucht man viel Geld oder sehr gute Beziehungen, um Schweizer werden oder auch nur dort arbeiten zu können.

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