Medizinische Versorgung kretischer „Nutzfahrzeuge“ – der Esel

Auf Einladung von Alistair und Suzanne, die die „Donkey-Farm Anatolí“ (unter erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, da auf Spenden angewiesen) betreiben, waren wir neulich Samstags vormittags in Males, einem Bergdorf zwischen Anatolí und Selákano, um einer Prozedur der besonderen Art beizuwohnen.

Ein Mal im Jahr machen Eliza, eine gebürtige Kreterin, die aber mittlerweile als Tierärztin in Thessaloniki praktiziert und ehrenamtlich angereist kommt, und Haris, ein Helfer aus Heraklion, ihre „Kreta-Rundreise der besonderen Art“.
Die beiden kümmern sich um die Esel in den einzelnen Dörfern, tun das per Faltblatt kund und – wer kommt ist da und wird versorgt.

esel8Die Behandlungen haben eher den Charakter von „Instandhaltungsarbeiten„, soll heißen, Operationen oder gravierende Krankheiten können vor Ort natürlich nicht vorgenommen werden.
Dafür wird von den beiden aber die tierärztliche „Grundversorgung“ der Esel vorgenommen – Eliza nimmt sich vor allem die Gebisse der Langohren vor (stellt aber auch schon mal fest, dass ein Esel einseitig blind ist, was dem Besitzer wohl irgendwie entgangen war….), während Haris sich im Cowboy-Outfit mit ledernem Beinkleid an die Hufe der Esel macht. Reinigen, abschleifen, spülen – das gleiche Programm an Füßen und Gebiss, natürlich jeweils individuell.

Nun, am jenem Samstag fand dies, wie gesagt, in Males statt; wir fuhren auf’s Geratewohl los und dachten uns „wenn wir das nicht finden, rufen wir Alistair einfach an“, aber – zack – an der zentralen Bushaltestelle des Ortes war der Eselauflauf perfekt.

Obwohl der Beginn der Behandlung erst für 10h angekündigt war, warteten wohl schon einige Bauern mit ihren Langohren seit 8h morgens – man will ja nicht zu spät kommen, wenn’s was gratis gibt 😉

Die eindrucksvolle Behandlung der Esel fand mitten auf der Straße statt – der Kreter ist da ja eher pragmatisch…

Die Esel, die noch warten mussten (immer einer zur Zeit) wurden – Skandal!!! – im absoluten Halteverbot angebunden; nur gut, dass die lokale Polizei solche Vergehen nicht ahndet, denn dann wäre die kostenfreie Behandlung ja doch zu Buche geschlagen.

Aber – alles gut gegangen; einige „generalüberholte“ Esel mehr mit sauberen Hufen, Augensalbe und einem strahlenden Lächeln: was will man mehr?

Danke, Eliza und Haris für dieses selbstlose Engagement – tolle Arbeit! Und Danke, Alistair und Suzanne von der Donkey Farm Anatoli, für diese wundervolle neue Erfahrung!

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