Mezé – Ein Kochbuch: Kretische Cocktailsauce als Dip

Heute präsentieren wir Euch mal einen „Dip Marke Eigenbau“, den die meisten in anderer Geschmacksrichtung sicher kennen, dem wir aber in Ermangelung der Originalzutaten den kretischen Touch und dementsprechend auch den passenden Namen verpasst haben.

Oftmals hat man ja Mezé auf dem Tisch, die gerne auch mal in irgendwas eingetunkt werden wollen – und oftmals ist man der Olivenöl-Balsamico oder wahlweise -Zitronenvariante ja auch mal überdrüssig. Schnöde Mayonnaise – gar noch als Fertigprodukt aus dem Glas! – Ketchup oder Senf sind auch irgendwann mal „out“ und die vom Mittagessen übriggebliebene Bratensauce passt ja nun mal auch nicht zu allem….

Da müssen gute Ideen her, von denen wir Euch heute mal wieder eine präsentieren: die original (Radio-)kretische Cocktailsauce!!!

Cocktailsauce kennt man ja landläufig als die lachsrosafarbene Masse, in die Garnelen versenkt werden. Aber man kann noch viel mehr damit anstellen! Davor liegt allerdings erst einmal die Herstellung – vorwiegend eigenhändig, versteht sich!

Grob gesagt handelt es sich bei Cocktailsauce um ein Gemisch von Mayonnaise, Tomatenketchup, ein paar Spritzern Zitronensaft, Gewürzen und vorzugsweise einem Schuss Cognac.

Wir wollten diese Sauce zu unserem in Meersalzkruste geschmurgelten Roastbeef reichen, hatten aber leider keine handelsüblichen Zutaten zu Hause und waren zu faul, wegen einem Glas Mayonnaise, einer Flasche Ketchup und einem preislich fast unerschwinglichen Cognac runter ins Dorf zu fahren.

Nun war die Hausfrau und der Inhalt der Vorratskammer gefragt – et voilà: alles da!

Mayonnaise ist selbstgemacht zwar kürzer haltbar, als die gekaufte im Glas, dafür aber um Längen leckerer.
Tomatenmark oder -püree kann man sehr aufwendig auch selbst herstellen, wir hatten allerdings noch selbst eingekochtes Tomatenpüree vorrätig, was die Zubereitungszeit um einiges verkürzt hat – trotzdem anbei das Rezept zum „Nachbau“.

Cognac gibt’s bei uns vor allem aufgrund mangelnder Nachfrage nur in absoluten Ausnahmefällen – diesmal grade eben mal nicht, dafür gab es frisch angesetzten Rakómelo (Tsikoudia bzw. Raki mit Honig und – nach Belieben – Zimt).
Kräuter, Gewürze und Zitronen gibt’s meistens frisch im Garten und wenn nicht, in der Kühltruhe und in besagter Vorratskammer.

Na, dann los!

Die Zutaten für die Mayonnaise:

  • 2 Eigelb
  • 2 EL Essig, wahlweise Zitronensaft
  • 1 TL Salz
  • 2 TL Zucker
  • ¼ Liter Olivenöl

Die Zubereitung:

Die Eigelb mit dem Essig oder Zitronensaft, Salz und Zucker mit dem Schneebesen so verrühren, dass die Masse möglichst „fluffig“ wird. Dann das Olivenöl in sehr homöopathischen Dosen nach und nach hinzugeben, dabei das Rühren auf keinen Fall vergessen!!! (ist gut für die Brustmuskeln, meine Damen!) und erst damit aufhören, wenn eine mayonnaiseartige Konsistenz erreicht ist.

Manche rühren auch noch einen Teelöffel Senf mit unter – mögen wir aber nur bei „Mayonnaise pur“ oder als fortgeschrittene Remouladezutat, nicht zu Cocktailsaucenzwecken.

Die Zutaten für das Tomatenpüree:

  • einige sehr reife Tomaten
  • etwas Salz
  • eine Prise Zucker

Die Zubereitung:
Die Tomaten schälen und möglichst von ihrem wasser- und kernhaltigen Innenleben befreien, in kleinere Stücke schneiden und fein pürieren. Mit Salz und Zucker aufkochen und köcheln lassen, bis die Masse aussieht, wie Tomatenpüree.

Die Zutaten für den Rakomelo:

  • 1,5 Liter Tsikoudia (Raki)
  • 3-4 EL (Thymian-)Honig
  • 2 Zimtstangen

Die Zubereitung:
Den Tsikoudia/Raki mit den anderen Zutaten erwärmen, aber um Himmels Willen nicht zum Kochen bringen und eine gute halbe Stunde ziehen lassen. Dann die Zimtstangen entfernen und das Gebräu in größere oder kleinere Glasflaschen abfüllen und gut verschließen – oder gleich in abgekühlter Form für die Cocktailsauce verwenden.

Und nun, da wir alle Zutaten für die Cocktailsauce beisammen haben, können wir dann auch gleich an die Zubereitung ebendieser gehen:

Die Mayonnaise im Verhältnis 2:1 mit dem Tomatenmark mischen und mit einem Schuss Rakomelo abschmecken. Je nach Belieben noch mit Gewürzen (Salz, Pfeffer, ggf. etwas Estragon oder auch Tabasco für die schärfere Variante) abschmecken und als Dip zu Fleischgerichten, Fisch, Meeresfrüchten oder sonstigem reichen.


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Maria empfiehlt: Roastbeef in Meersalzkruste.

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