„Mitso’s Welt“ – Staatsspenden für Deutschland?

photofunia-ce44edIm Artikel „Hellenen helft Hellas“ hatte ich Euch ja schon von dem griechischen Spendenaufruf an die Bürger erzählt, und dass das auch in anderen Ländern gerne angenommen wird.

Nur der deutsche Fiskus lehnt Geldspenden seiner Bürger ab – noch.

Deutschland hinkt der Entwicklung also wieder mal hinterher. Wer dazulande seinem Staat etwas Gutes tun möchte, hat es schwer.
Als ein Rentner im Herbst 2008 seine Rentenerhöhung in Höhe von 8,65 Euro dem Staat spenden wollte, wurde das vom Finanzministerium abgelehnt. Es schickte den Verrechnungsscheck zurück. Begründung: Die Verwaltungskosten dafür seien zu hoch. Vielleicht hatte der deutsche Staat damals aber einfach auch noch zu viel Geld, denn immerhin war der Standard-Brief, mit dem dies mitgeteilt wurde, mit 1,45 Euro frankiert.

Naja, wie ich die Deutschen kenne, würden die um so ein Spendenkonto eine derartige Bürokratie herum aufbauen, dass die Kosten dafür die Spendeneinnahmen wahrscheinlich um ein Vielfaches übersteigen würden. Dann doch besser gleich bleiben lassen – das können die ja gut.

photofunia-ce4882Im Finanzministerium in Berlin weiß man halt auch nicht so recht, was ein Bürger tun müsste, wenn er freiwillig mal einen Betrag überweisen möchte. „Das kommt eher selten vor“, bescheidet man dort lachend und verweist an die Finanzagentur in Bad Homburg, die ja für die Beschaffung von Geld für den Bundeshaushalt zuständig ist. Dort kann man allerdings auch nicht so recht weiterhelfen und rät zur Vereinfachung doch stattdessen einfach Bundeswertpapiere zu kaufen.

Das ist zwar gut gemeint, doch diese Schuldtitel werden ja – das ist zumindest bislang Konsens – irgendwann zurückgezahlt. Und Zinsen gibt es obendrein noch. Der edle Spender will aber sein Geld schlicht und ergreifend loswerden, ein für allemal und ohne Rendite. Kann das so schwer sein?

Offenbar ja. Daher bleibt ihm wohl nichts anderes übrig, als zu anderen Mitteln zu greifen, beispielsweise sein Auto ins Parkverbot direkt vor einer Polizeiwache zu stellen, mit einer Tuba im Rathausfoyer über Stunden Ständchen zum Besten zu geben oder den Hund vor den Augen der Stadtreinigung sein Geschäft erledigen zu lassen. Denn die Bußgelder dafür lehnen die Herren über den Staatsschatz bislang noch nicht ab.

Solltet Ihr Euch dennoch nicht davon abbringen lassen, dem Staat Euer Geld zu spenden, dann fragt doch mal nach bei diesem gelben Guido – der kennt sich da ja offenbar aus.
hundepfote1

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