NAMCO Pony: E-Cars aus Griechenland

Studien belegen, dass das Interesse an E-Cars groß ist, aber der Preis, die begrenzte Reichweite und lange Ladezeiten die Menschen vom Kauf solcher Autos abhalten, so dass der Absatz nicht in Gang kommt.

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Die Autos, die von NAMCO in Thessaloniki gebaut wurden (der PONY und ein Multicar), bilden eine gute Basis für sogenannte Range Extender. Das sind „E-Cars mit Hilfsmotor“, die zwar an der Steckdose aufgeladen werden können, aber auch über einen kleinen Motor verfügen, der den Akku über einen Generator aufladen kann, so dass man

– keine Angst haben muss, mit leerem Akku liegen zu bleiben
– mit einem wesentlich kleineren, leichteren und billigeren Akku auskommt.

Damit kann man zwar keine 200 Kmh fahren, aber das kann man bei den heutigen Verkehrsverhältnissen ohnehin nicht und das ist im Nahverkehr auch nicht notwendig.

Ziel ist, das billigste Hybridauto Europas zu einem Preis von unter 15.000 Euro zu bauen.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll es statt eines teuren LI-IO-Akkus einen wesentlich preisgünstigeren Bleiakku erhalten und einen kleineren Motor mit Generator, der den Akku auflädt und bei höherem Leistungsbedarf (an Steigungen oder bei höheren Geschwindigkeiten) den zusätzlichen Strom liefert.

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Da Autos nur selten mit Vollgas gefahren werden, also meist nur einen Bruchteil der Leistung brauchen, können sie die meiste Zeit mit Strom aus dem Akku fahren (vor allem in der Stadt). Das spart Lärm, Energie und CO2.

Der Antrieb erfolgt mit Elektromotoren, die in den Radnaben sitzen. Damit entfallen Kosten und Gewicht von Getriebe und Antriebswelle und das Gewicht des Motors wird auch deutlich geringer, so dass das höhere Gewicht des (größeren) Akkus weitgehend ausgeglichen wird.

Das Auto fährt in der Stadt weitgehend mit Batteriestrom. Erst wenn der Akku leer ist oder seine Leistung nicht ausreicht (z.B. bei Steigungen oder höheren Geschwindigkeiten) schaltet sich der Motor ein und liefert mit dem Generator den zusätzlichen Strom, der den Antrieb verstärkt oder zur Aufladung des Akkus genutzt wird.

Der Motor läuft also immer nur kurze Zeit und dann im wirtschaftlichsten Drehzahlbereich, so dass der Kraftstoffverbrauch im Nahverkehr um bis zu 50 % sinkt ! Natürlich kann man den Akku auch an der Steckdose aufladen, aber man ist nicht darauf angewiesen, hat also auch keine Probleme mit begrenzter Reichweite, denn man kann ganz normal Sprit tanken !

Auf diese Weise könnte es gelingen, ein Hybridauto zu bauen, das weniger als 15.000 Euro kostet, was weltweit einmalig wäre und ein Exportschlager werden könnte.

Dieses Auto sollte als PKW, Kombi, Kasten- und Pritschenwagen in zwei Versionen gebaut werden:

a. als City-Auto mit kleinerem Motor und 100 Kmh Höchstgeschwindigkeit,

b. mit etwas stärkerem Motor für eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Kmh.

Es hätte vor allem als City-Auto große Chancen, weil sich dort die Vorteile der modernen Technik am besten nutzen lassen – z.B. auch als Taxi und Zustellfahrzeug sowie als Pritschenwagen und als Werkstattwagen für Handwerker.

Natürlich sind auch „verrückte“ Modelle mit ungewöhnlicher Karosserie für Künstler, Studenten, junge Frauen und andere Individualisten denkbar – eine Marktnische, die früher von der „Citroen-Ente“ besetzt war, aber heute völlig frei ist. Auf jeden Fall ein Auto, das aufgrund seiner modernen, umweltfreundlichen Technik „in“ und für Normalverdiener erschwinglich ist. Vorstellbar ist noch ein Gepäckträger für zwei E-Bikes,deren Batterien auch über den Motor aufgeladen werden.

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Der Wettbewerbsvorteil von NAMCO gegenüber den anderen Herstellern besteht vor allem darin, dass sie keine Rücksicht auf bestehende Modelle und Investitionen nehmen müssen, was die anderen, großen Hersteller zurzeit davon abhält, die neue Technik nachhaltig zu forcieren.
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Wir sprachen mit Petros Kondogouris (82, auf dem Foto oben), dem Inhaber von NAMCO, letzte Woche in Thessaloniki über die Zukunft des Pony. Übereinstimmend kamen wir zu dem Schluß, das NAMCO mit der Idee des Pony E-Car eine neue Zukunft hat. Hierfür braucht es Know How, Marketing und Investitionen. Mit etwas Kapital seitens der EU oder vieler Anteilseigner kann so der griechische „Volkswagen“ entstehen. Dies ist eine Investition in Menschen, nicht in ein Land. Unser Gespräch mit „Peter“ erfolgte auf deutsch. Die Geschichte NAMCO ist eine Erfolgsgeschichte deutsch-griechischer Zusammenarbeit.

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