Neue Sitten auf Kreta: Touristen bringen Ihr eigenes Essen mit in´s Restaurant.

„Neue Saison, neues Glück“ – so heißt es. Und spätestens seit diesem Jahr wohl auch „neue Saison – neue Sitten“.

Denn wie Fonien.gr unter Berufung auf lokale Medien berichtet, betraten am vorgestrigen Dienstag einige zur Gruppe „zusammengerotteten“ Touristen ein Restaurant in Agios Nikolaos, verteilten sich über mehrere Tische und packten ihre aus dem (vermutlich all-inclusive) Hotel mitgebrachten „Doggy-Bags“ aus. Also ihr eigenes, mitgebrachtes Essen, das sie dann auch wohlgelaunt zu verzehren begannen. Als die Kellnerin zu ihnen kam, um die Bestellungen aufzunehmen, bestellten sie nur Wasser.

Sandalen
Alte Sitten und Gebräuche: Touristen in Sandalen.

„Wenn die Touristensaison beginnt und die ersten Besucher in der Stadt sind, dann bringen solche Bilder Sie in die Realität zurück über die Qualität der Touristen“, sagt Fonien.gr und fügt hinzu: „Wir hoffen, dass dieser Vorfall nur eine unglückliche Ausnahme ist.“

Das hoffen wir auch – auch wenn wir uns irgendwie im Sinne der Anklage ebenfalls schuldig bekennen müssen, da auch wir im Winter regelmäßig bei Haris im „Water´s Edge Café“ hier in Paleochora einfallen und entweder selbst etwas zum allgemeinen Verzehr beisteuern, oder Wassilis kocht.

Das findet aber maximal zwischen November und März statt, wenn man „unter sich“ ist – und auch die wenigen sonstigen Gäste werden an den Tisch gebeten, die Belegschaft kriegt auch immer ein paar Portionen ab – und unsere Getränke, die keinesfalls lediglich aus Wasser bestehen (auch wenn sie farblich oft genug so aussehen….), werden immer höchstkorrekt bezahlt. Und auch die bestellten „Beilagen“ zum Mitgebrachten, wie Salate, Pommes u.v.m.

Das ist einfach ein großer Winterspaß an dessen Ende im März man sich immer mit einem herzlichen „kaló kalokaíri“ (einen guten Sommer – Καλό καλοκαίρι) oder „kalí saison“ (eine gute Saison – Καλή σεζόν) bis November verabschiedet. Hat was mit der legendären „kalí paréa“ (der guten Gesellschaft – η καλή παρέα) zu tun, bei der natürlich der Scheff des besagten Etablissements sowie alle Angestellten mit einbezogen werden. Man lebt gemeinsam – und man feiert das Leben. Das ist was anderes, finden wir.

Ist dieses Benehmen vielleicht der Grund, warum immer mehr „Coffee to go-Läden“ eröffnen?

Radio Kreta – Die Touristensaison 2018 beginnt. Und wir werden berichten!

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3 Kommentare

  1. Hmm, sowas hab ich noch nie gesehen und wenn’s wahr ist, dann zweifele ich langsam an den Menschen. Aber immerhin haben sie Wasser bestellt und das kann ja mitunter mal so 15€ / Flasche kosten. Aber dazu sind Griechen sicherlich zu gastfreundlich.

  2. Unglaublich solche Leute sollte man in den Flieger setzen und nach Hause schicken….leben und leben lassen

  3. Ich hatte das gestern schon bei flashnews.gr gelesen und war fassungslos. Ich verbringe seid 25 Jahren meinen Urlaub in Griechenland und habe schon viel erlebt und mich auch schon so manches mal geschämt für meine Landsleute und ihr Benehmen, aber das ist so ziemlich der Gipfel der Unverschämtheit

Kommentare sind geschlossen.