Kreta Tisch und Stuehle

Neues aus der Backstube: Tsoureki – Das griechische Osterbrot

Gerade noch war Weihnachten und Neujahr, der „saubere“ Montag nach Karneval ist erst gefühlte 3 Tage her und schon sind wir am Osterwochenende angekommen.

Am heutigen Karfreitag bimmeln die Kirchenglocken eintönig fast ohne Unterlass, es legt sich eine ganz merkwürdig bedrückte Stimmung über das Dorf und das meiste Treiben findet – allerdings ungewohnt leise und ganz ohne Geschrei – im Umkreis der Kirche statt. Karfreitag ist nun mal eine ernste Angelegenheit.

tsoureki
Lecker Osterbrot

Und damit sind wir auch bei den verschiedenen Osterbräuchen, bei denen wir die klerikalen aber aussen vor lassen und uns lieber um die kulinarischen Gepflogenheiten kümmern. Dafür haben wir uns heute das traditionelle griechische Osterbrot „Tsoureki“ (Τσουρέκι) vorgenommen.

Genau wie das Färben der roten Eier fällt auch die Herstellung des Osterbrotes traditionell auf den Donnerstag vor Ostern. Tsoureki ist ein reichhaltiges süßes Hefeteiggebäck, das Eier, Butter und Milch enthält und somit der Verzehr in der Fastenzeit – vor allem in der Karwoche! – eigentlich tabu ist.

Es wird entweder zu einem länglichen oder kreisrunden Zopf geformt. In der althergebrachten Form wird das Kuchenbrot mit roten Eiern dekoriert, so sieht man es auch heutzutage noch sehr oft. Die Griechen essen Tsoureki am Ostersonntag, wenn das Thema „Fastenzeit“ endgültig abgeschlossen ist.

In allen Supermärkten und Bäckereien gibt es jetzt Tsourekia zu kaufen, aber selbstgebacken schmeckt es natürlich am Besten, weswegen wir Euch hier auch gleich das Rezept dazu liefern.

Dazu erst mal den Vorratsschrank nach den Zutaten durchforsten – oder einkaufen gehen:

  • 500 g Mehl
  • 20 g Hefe (oder 1 Päck. Trockenhefe)
  • 125 ml Milch
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Butter
  • 1 Teel. geriebenes Machlepi *
  • 1 Teel. zermahlenes Mastix
  • 1 Eigelb zum Bestreichen
  • einige Mandelblättchen zum Bestreuen
  • evtl. 1 rotgefärbtes gekochtes Ei

Ihr könnt Machlepi aber auch durch eine Mischung aus Muskat und Vanille ersetzen. Mastix ist kein großer Geschmackgeber, er beeinflusst aber etwas die Konsistenz. Darauf kann man jedoch ohne Beeinträchtigung verzichten. Ihr könnt den Geschmack durch etwas Zitronenabrieb ersetzen.

Backstube Kreta
Eine Backstube auf Kreta

Und schon geht es an die Zubereitung:
Alle Zutaten ausser dem Eigelb zum Bestreichen, den Mandelblättchen und dem rotgefärbten Ei unter gut miteinander verkneten, bis ein glatter, weicher Hefeteig entsteht.

Diesen dann für ca. 30-45 Minuten an einem warmen Ort „gehen“ lassen (klappt prima im Backofen auf 50 Grad), bis die Menge sich sichtbar vergrößert, wenn nicht gar verdoppelt hat.

Den Teig danach nochmals gut mit den Händen durchkneten und dabei – wenn nötig – so viel Mehl dazugeben, dass der Teig nicht an den Fingern klebt. Dann den Teig in drei gleichgroße Stücke teilen, jedes Teil zu einer langen Rolle formen und diese parallel nebeneinander legen. Die drei Teigstränge am oberen Ende gut zusammen drücken und danach wie einen Zopf flechten. Das untere Ende dann wieder als Abschluss zusammendrücken.

Den Zopf nun auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und zugedeckt nochmals an einem warmen, zugfreien Ort 20 – 30 Minuten gehen lassen. Das Eigelb mit etwas Wasser verquirlen, den Zopf damit bestreichen und mit den Mandelblättchen bestreuen.

Ihr könnt den Zopf auch zu einem Kreis formen. Dazu einfach vorsichtig den Anfang und das Ende übereinander zusammendrücken. Wenn ihr ein rotes Ei darauf haben wollt, müsst ihr es vor dem Backen in die Mitte des Kreise drücken. Wenn es ein Zopf ist gehört das Ei traditionell an den Anfang – an den Startpunkt des Zopfes.
Dann das Ganze bei 200 Grad ungefähr 30 Minuten backen, auf einem Rost auskühlen lassen und sich auf das Ostersonntagsfrühstück freuen!

Wir wünschen guten Appetit – Καλή όρεξη!

Quelle: Unsere liebe Uta Wagner und ihr Kochblog „Der Geschmack von Kreta

* Das im Rezept enthaltene „Machlepi“ (μαχλέπι) ist im deutschsprachigen Raum übrigens als „Felsenkirschkeimling“ bekannt. In Griechenland werden Kuchen und Kekse mit diesem Gewürz aromatisiert. Man bekommt es manchmal bei türkischen Lebensmittelhändlern oder aber immer über das Internet bei MegBar, den freundlichen Griechen aus Düsseldorf – dort bekommen die „Backfaulen“ unter Euch übrigens auch gleich den ganzen Tsoureki!


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