Neulich im Kafeneion: „Kali paréa“ à la Grecque.

Was ist das eigentlich, diese vielgepriesene, oft zitierte und ausnahmslos als einmalig gepriesene „Kali Paréa“ (καλή παρέα), diese „Filoxénia“ (Φιλοξένια)  und dieses unerklärliche „Filótimo“ (Φιλότιμο), die so viele Menschen, Touristen, Auswanderer und Immerwiederkehrer an Griechenland fesseln und die sie niemals nicht in einem anderen (Aus-)Land je erlebt haben ?

Nun, gehen wir die Sache erst mal von der linguistischen Seite aus an: Filoxenia setzt sich zusammen aus „filos“ = der Freund und „Xenos“ = der Fremde/der Gast – kurzum: es geht um die beispiellose griechische Gastfreundschaft. Aber es ist noch so viel mehr, was sich dann im irgendwie gesteigerten „Filótimo“ niederschlägt – ein Thema, über das gewisse Menschen sogar ganze Bücher schreiben!

Und dann ist da die „kalí paréa“ – die gute Gesellschaft. Und zwar nicht die „gute Gesellschaft“, die man in Deutschland so kennt – alle nett angezogen, finanziell mehr als gut ausgestattet, außerordentlich gebildet und wohlerzogen – (meist aber nur nach außen hin….) – sondern einfach ein, zwei Stunden in netter Gesellschaft, unabhängig von Einkommensverhältnissen, Kleidung, Alter, Zahnstatus und sonstigen Äußerlichkeiten.

Gut Essen und Trinken auf Kreta. Wo sonst?

Und das Wichtigste was man in dieser „guten Gesellschaft“ teilt, ist Zeit, eine Karaffe von Irgendwas und ein paar leckere Mezé (Vorspeisen), die halt grade im Winter immer irgendwie jemand mitbringt oder auch gerne mal eben von zu Hause holt. So auch wieder heute, gestern, vorgestern und vorvorgestern bei Haris im Water´s Edge Café, wo mal wieder die „üblichen Verdächtigen“ locker und ohne Verabredung zueinander gefunden haben. 

Irgendjemand zahlt die Getränke, einer saust nach Hause, um eben mal kurz was zu kochen oder bereits Vorgekochtes aufzuwärmen und vor Ort zu kredenzen, gerne wird auch mal eben was Rohes anschleppt, was Katalin dann nach strikter Anweisung in der Café-eigenen Mini-Küche vorbereitet, irgendwer sorgt noch für Nachtisch und die Einladung für den nächsten Mittag („aber morgen koch ICH!!!“) steht ebenfalls.

Wunderbare lustige, vertraute und intensive Winter-Mittagsstunden im Kreise von Freunden. Und keiner rechnet auf, keiner schuldet irgendwem irgendwas – Gastfreundschaft auf kretisch. Unbezahlbar.

Radio Kreta – Live von der Insel.

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Ein Kommentar

  1. Genau das durften wir auch schon mehrmals erleben – einfach „einfach“, einfach leben, als Gast wie unter ewigen Freunden. Wo gibt es das sonst?
    Στην υγειά μας!

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