Nikos erzählt…. „Schlaflos in Heraklion“.

Geschichten von Kreta

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Heraklion bei Nacht

Tante Filareti hat einen hochmodernen Kühlschrank. Er hatte seinerzeit, als er „hochmodern“ war, 260 000 Drachmen gekostet. Leider hatte ein dreistündiger Stromausfall dazu geführt, dass Filareti nicht schlafen konnte. Nach dem Ende des Stromausfalls wollte besagter Kühlschrank einfach nicht die gewünschten Minusgrade erreichen. Hochmoderne Kühlschränke sind halt so. Am frühen Abend zeigte er Minus 3 Grad an, am späten Abend Minus 6 Grad. Sie wollte wach bleiben, bis die Anzeige Minus 18 Grad zeigt, damit sie einen Knopf betätigen kann, der dazu da ist, die Temperatur zu stabilisieren. Sonst würde dieser hochmoderne Kühlschrank sich mit seiner Temperatur immer weiter nach unten bewegen.

In den frühen Morgenstunden jedoch schlief die Tante ein. Als sie erwachte, las sie voller Schreck auf der Anzeige Minus 25 Grad. Also Stecker raus und warten bis……….. so war sie den ganzen Tag müde und weniger gut gelaunt.

Die Mausefalle

Das Dumme daran war, dass sie die Nächte zuvor auch nicht gut geschlafen hatte, weil eine kleine Maus, die sich später als ausgewachsene Ratte entpuppte, ihr den Schlaf raubte.

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Filaretis Mausefalle

Am ersten Tag stellte sie eine Mausefalle auf und als Köder diente ein Stück Hartkäse. Nachbarin Katharina meinte am Folgetag, dass eine Mausefalle zu wenig wäre und sie brachte eine zweite. Katharina meinte, dass heutzutage die Mäuse zwar schlau sind, aber nicht mit einer Zweitfalle rechnen. Eine andere Nachbarin meinte, nachdem auch der Trick mit der zweiten Falle kein Erfolg brachte, dass Mäuse überlistet werden müssen. Der Köder, Kefalotiri war es, sollte leicht angebraten werden. Als ich den Vorschlag unterbreitete, das Ganze mit etwas Petersilie zu verzieren, meinte Filareti nur: “Du mit Deinen deutschen Ideen.“

Es war weit nach Mitternacht. Wir saßen noch mit Freunden im Hof. Filareti hatte sich eine Stunde vorher verabschiedet, weil sie müde war. Ein greller Schrei war zu hören. Filareti kam, lediglich mit einem rosafarbenen Trägernachthemd bekleidet ans Fenster und schrie: „Ich habe sie gefangen, ich habe das Biest. Kosta komm und entsorg dieses Teufelsding.“ Kostas, fast so mutig wie ich, wenn es um Mäuse geht, musste noch Wein einschenken und hatte keine Zeit. Ich musste auf einmal gaaaanz dringend zur Toilette. Michalis, der Sohn von Filareti, hat dann am Folgetag die Ratte entsorgt. Filareti hatte im Wasserkocher Wasser erwärmt und das siedend heiße Nass über die Ratte gegossen. So konnte sie in dieser Nacht ungestört schlafen.

Kostas meinte nur:

„Lieber Gott, wir haben doch nur ein Leben, danke dass ich es als Grieche leben darf.“

Euer Niko


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