Nikos erzählt…. „Silvester in Athen“.

Nikos erzählt…. Kultur und Emotionen, Teil 2/6

Vor einigen Wochen habe ich berichtet, wie die Sängerin Erofili uns noch einen Zweiertisch in einen Szenen Lokal „Akrovatis Sto Metaxourgio „ ergattert hat. Hier wurde 1963 eine der bekanntesten griechischen Komödien aufgenommen: O Mpakalogatos.

Das Sylvester Programm sollte wie folgt aussehen: 22:00 Uhr Menübeginn ca. 22:45 Uhr würde bis open End die Musikgruppe spielen. Wir erreichten mit der U-Bahn um exakt 22:00 Uhr das Lokal und was sahen wir: Gähnende Leere. Nicht ganz, das Personal war schon da. Wir sahen uns an und schlenderten weiter da wir nicht unbedingt die allerersten Gäste sein wollten. Keine Fünfzehn Minuten später war die Hölle los und Vasso, so hieß die nette Kellnerin brachte uns die Menü und Getränkekarte. Suppe- Vorspeise – Salat- Hauptgang – Nachtisch gaben sich die Ehre. Um 22:35 begannen die fünf Musiker zu musizieren ( hey was war das für ein intelligenter Satz ) Klar musizieren die Musiker, wie die Köche kochen und die Piloten fliegen.

Als wir weit nach 2:45 Uhr das Lokal verließen, überschwänglich vom Retsina und dem Ouzo Barbajianni, hatten wir zwei schöne Jahreswechsel erlebt. Einen live in Athen und den zweiten um 1:00 Uhr Ortszeit, als wir unsere Lieben in Deutschland gratulierten, die gerade Mitternacht hatten.

Keine Sterne in Athen

Irgendwann in der Nacht stellten wir fest, dass wir nicht einen einzigen Feuerwerkskörper gesehen haben. Es war ein fröhlicher Silvesterabend; aber kein lauter. Sicherlich spielt die finanzielle Lage eine große Rolle, vielleicht auch die weltpolitische Situation. Hunderttausende schlafen auf der Straße, ohne ein Dach über dem Kopf. Hundertausende sind auf der Flucht, ohne zu wissen was der Morgen bringen wird und vielleicht haben die Menschen dieses Geschwafel von Europa und Einigkeit satt. Vor wenigen Monaten noch hieß es: Wir Europäer sind uns einig, wir müssen entweder Griechenland helfen oder aus der Euro Zone werfen.

Da waren sich alle einig: ob baltische Staaten, Staate des früheren Ostblocks, nordische Staaten und der Rest von Europa und Griechenland musste kriechen. Und Griechenland robbte am Boden und die Hilfsgelder wurden bewilligt. Europa zeigte Muskeln. Europa war sich einig. Und jetzt ? Jetzt wo es wirklich um die Solidarität von Europa geht, jetzt werden plötzlich Zäune und Mauern gebaut und das Wort Solidarität gibt es in dieser Definition nicht mehr.

VielleichT werden tatsächlich die Wörterbücher irgendwann man umgeschrieben werden müssen. Neben Menschenrechtsorganisationen äußerten auch Vertreter einiger EU-Staaten ablehnende Haltungen, so der französische Außenminister – obschon Frankreich selbst noch wenige Wochen vorher den Transit aus Italien mit massivem Polizeieinsatz behindert hatte und am Eurotunnel die Lage ebenfalls nicht unter Kontrolle hat. Der österreichische Europaminister hingegen fand verständnisvolle Worte für Ungarns „Einzelmaßnahmen“ angesichts der „fehlenden ganzheitlichen Lösung“ seitens der EU.

Und um mich selber von Europa zu überzeugen, schlage ich nicht bei Shakespeare, sondern bei Wikipedia nach:

Europa ist ein Erdteil, der sich über das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse erstreckt. Obwohl es geographisch gesehen ein Subkontinent ist, der mit Asien zusammen den Kontinent Eurasien bildet, wird es historisch und kulturell begründet meist als eigenständiger Kontinent betrachtet. Dies verweist darauf, dass sich der Begriff „Europa“ nicht in der geographischen Definition erschöpft, sondern sich auch auf historische, kulturelle, politische, wirtschaftliche, rechtliche, ideelle und identitäre Aspekte bezieht.

Teil 3 folgt. Hier Teil 1.

Euer Niko


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