Nikos erzählt…. von den neuen Steuern und der Feuerzangenbowle.

Nikos erzählt…. Die neuen Steuern und die Feuerzangenbowle.

Neben Grigoris ist Karlheinz für mich so ein Freund, von dem man monatelang nichts hört, aber weiß, wenn man ihn braucht, ist er auch jederzeit für einen da, auch wenn er Tausende von Kilometern entfernt ist.

Letzten Dienstag, wir waren dabei, die Wohnung zu verlassen, um die Theateradaption der Feuerzangenbowle zu sehen, die in Stuttgart sehr erfolgreich aufgeführt wird, klingelte das Telefon. Unser neues Telefon, das die eingespeicherten Kontakte spricht, legte los: Karlheinz aus Sydney, Karlheinz aus Sydney.

Ich musste ran, da es bestimmt was Wichtiges sein musste, schließlich war es in Sydney drei Uhr morgens.

feuerzangenbowle
Ein schöner Film mit Heinz Rühmann.

Karlheinz war ganz aufgebracht, fast cholerisch brüllte er von Unverschämtheiten und Verschwörungen, von Frechheiten und Komplotten. Ich bat ihn, mir doch genau zu sagen, was los sei, und nachdem einige Sekunden vergangen waren, klang sein Atem wieder etwas normaler und seine Stimme nicht so schrill wie zu Beginn des Gesprächs.

Er fragte mich, ob ich mich an das Grexit- Papier erinnern kann, das Bundesfinanzminister Schäuble seinerzeit in Brüssel zur Wahl stellte, um Griechenland aus der EU zu verbannen. „Klar“, antwortete ich, „der Schuss ist nach hinten losgegangen“. Bestimmte Politiker wollten sich in den Vordergrund schieben und hatten fast alle Europäischen Länder hinter sich bis auf Italien und Frankreich, und die haben schließlich mit dem Einknicken der griechischen Delegation einen anderen Kompromiss erzielt. Später ist dieser Vorstoß von Minister Schäuble als Vormachtstellung Deutschlands verstanden worden, denn als wenige Monate später die Flüchtlingsfrage auf dem Tisch lag, waren es nicht wenige von denen, die damals Deutschland die Gefolgschaft signalisierten, auf einmal die, die sagten : Beim Thema Griechenland habt ihr die Vorreiterschaft beansprucht, also schaut, wie ihr auch dieses Problem jetzt meistern wollt.

Ich machte Karlheinz darauf aufmerksam, dass unsere Zeit begrenzt sei und ich ihn gerne später zurückrufen würde. „Klar“, sagte er, „kein Problem. Bis dahin habe ich auch das neue Geheimpapier, das Herr Schäuble im Umlauf bringen wird, aus dem Finnischen übersetzt.“ Als ich Karlheinz kurz nach Mitternacht anrief, war es bei ihm 10:00 Uhr vormittags. Er berichtete dass er genau weiß, dass Deutschland wirtschaftlich so gut wie nie da steht, doch das noch sehr unübersichtliche Flüchtlingsthema muss gegenfinanziert werden und so fand in Helsinki ein Geheimtreffen statt. Die Vorschläge, die Karlheinz, der früher einmal im gehobenen Staatsdienst war, in die Hände bekommen hatte, waren in mehrere Rubriken untergliedert und die wichtigsten Passagen lauteten wie folgt:

– Jedes Zweitauto, jeder Zweitfernseher, sogar jedes Zweitfahrrad, das pro Haushalt vorhanden ist, wird mit einer Luxusteuer von 10 % des Wertes pro Jahr belegt.
– Um die Bürger zu entlasten, soll ab sofort die Solidaritätssteuer gestrichen werden, die jedoch durch die ab sofort um 5 Punkte höhere Griechensteuer ersetzt wird.
– Die Alkoholsteuer erhöht sich ebenfalls um 7 Prozent und heißt „Ouzo Steuer“.

Praktikabilität, Gerechtigkeit und Ergiebigkeit bestimmen seit 1776 die Steuergesetze, und da der Finanzminister ein glühender Verehrer von Adam Smith ist, hat er dessen Lehren verfeinert und erweitert. Karlheinz berichtete, dass dann im zweiten Schritt weitere Steuerabgaben näher benannt werden.

„Karlheinz,“ bat ich ihn, „bitte, ich bin wahnsinnig müde. Es ist wirklich erschreckend, was Du da sagst, wenn es tatsächlich kommen sollte. Weißt Du, inzwischen ist es bei uns weit nach Mitternacht, lass uns die Tage weiter reden, ok?“ Karlheinz willigte ein und bat mich, die politische Landschaft genau zu beobachten. In der Nacht träumte ich und war froh, nicht von den Horrorszenarien, die Karlheinz skizzierte, zu träumen, sondern von diesen wunderbaren Sätzen, die Heinrich Spörl vor über 80 Jahren schrieb:

►Einen wönzigen Schlock!

►Professor: Sie heißen?
Pfeiffer: Dr. … äh… Johann Pfeiffer.
►Professor: Mit einem „F“ oder mit zwei?
Pfeiffer: Mit drei, Herr Professor.
►Professor: Mit drei „F“?
Pfeiffer: Eins vor dem „ei“ und zwei hinter’m „ei“! Bitte.

► Professor: Wir schreiben heute eine Klassenarbeit. Übern Luftdruck.
Pfeiffer: Herr Professor, können wir nicht über das Thermometer schreiben? Das können wir besser.
►Professor: Dat is mir ejal. Schreibt, über watt Ihr wollt – Unsinn wird et ja eh!

Pfeiffer: Wat is´ne Dampfmaschin´? Da stelle mer uns mal janz domm und sagen: en Dampfmaschin´ iss ne große, runde, schwarze Raum. Und der große, runde, schwarze Raum der hat zwei Löcher. Dat eine Loch, da kömmt der Dampf rin, und dat andere Loch, dat kriegen wa später…

► Professor: Pfeiffer, Se send albern. Setzen Se sech!

Wie sagt mein Cousin Kostas so schön: Gott ,wir haben nur ein Leben. Danke, dass ich es als Grieche leben darf und das mit den Sondersteuern ist doch purer Unsinn oder ?

Euer Niko


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