Nikos stellt vor…. „Giannis Haroulis“, ein Star.

Bescheiden, höflich, freundlich, bodenständig und ein Star.

Manchmal hat man das Glück, dass man jemanden kennt, der wiederum einen kennt … in diesem Fall das Management von Giannis Haroulis und so hatten wir die Freude, diesen jungen Mann, der inzwischen in Griechenland große Stadien und Hallen füllt, nach seinem grandiosen Konzert in Stuttgart in der Künstlergarderobe zu besuchen.

Was die Kunst von Giannis Haroulis anbelangt, mag ich nicht viel schreiben. Kann man Farben beschreiben oder das Glücksgefühl, wenn Dich ein Kind anlächelt?

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Giannis Haroulis (re)

Giannis hat, so erscheint es dem Zuhörer, der Musik Leben eingehaucht, und fünf weitere exzellente Musiker begleiteten ihn durch zweieinhalb Stunden Rausch der Sinne. Jemanden aus der Gruppe herausfiltern wäre ungerecht, ungerecht wäre es jedoch auch, Konstantis Pistiolis nicht zu erwähnen verbunden mit der Bitte, ihn auf YouTube zu suchen.

Das Konzert in der fast ausverkauften Liederhalle war ein Riesenerfolg. Danach warteten wir, bis die Zuhörer mit einem Lächeln auf den Lippen und Zauber in den Augen den Saal verlassen hatten und Giannis‘ Managerin uns bat, mit zu kommen. Giannis kam uns entgegen und bot uns Platz an. Er entschuldigte sich bei meiner Frau, dass er uns nichts zu trinken anbieten konnte.

Sein offenes Lächeln steckt an und sofort war eine Atmosphäre entstanden, wie wenn sich alte Freunde wieder begegnen.

Niko: Giannis, erstmals vielen Dank für Deine Zeit und danke für dieses wunderbare Konzert.

Giannis: Ich danke Euch für Euer Kommen, es ist überwältigend, unsere erste kleine Tour außerhalb Griechenlands und so ein Erfolg.

Niko: Giannis, wir leben zwar hier, haben aber das große Glück, vier Mal im Jahr Kreta zu besuchen, und vor circa zwei Jahren gab uns unsere Nichte Nancy eine DVD mit der Fernsehserie „To Nisi“ mit den Worten „Schau den Film an und höre die Musik. Gannis Haroulis singt, ich liebe ihn so sehr.“ Da hatten wir den allerersten Kontakt mit Deinem Namen. Möchtest Du was über diese Zusammenarbeit mit den Machern von „To Nisi“ sagen?

Giannis: Ich komme aus der Gegend und der Komponist Minos Matsas ist ein Bekannter unserer Familie. Mein Vater spielte in der Fernsehserie auch eine kleine Rolle, er war der Pope von Spinalonga. Viele Komparsen sind Freunde von mir, es hat viel Spaß gemacht.

Niko: Ich hatte die Freude, vor einigen Wochen mit Lavrentis Maheritsas zu telefonieren. Ich fragte ihn, wie er die griechische Musikszene einschätzt und er meinte, solange es junge Leute wie Eleonora Zouganelli, Natasa Mpofiliou und Giannis Haroulis gibt, hat er keine Angst, was die griechische Musik anbelangt.

Giannis: Das freut mich sehr. Das ist eine große Ehre für mich, wenn ein Meister wie Maheritsas so etwas sagt. Es ergreift mich, so etwas zu hören.

Niko: Mit sechs Jahren hast Du Dir das Mandolinospiel beigebracht. Konntest Du zuerst musizieren und dann lesen?
Giannis: Ich war fünfeinhalb, als ich begann, intensiv Musik zu hören und das nachzuspielen, was meine Eltern taten. Sie musizierten zu jeder Gelegenheit.

Niko: Dein erster großer Auftritt war bei einem Konzert mit Christos Thibeou. Kannst Du sagen, dass das der Wendepunkt zum Erfolg war?

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Giannis Haroulis in Stuttgart

Giannis: Es war das erste große Konzert im Theater am Likavitos in Athen. Es war eine Hommage an Nikos Xilouris und Christos Thibeou sollte drei Lieder singen. Er meinte, er singt eins und dann durfte ich zwei Stücke interpretieren. So entstand auch die erste CD. Früher spielte ich nur auf kleinen Dorffesten überall in Kreta. Von da an jedoch wurde ich in ganz Griechenland eingeladen.

Niko: Wir sind oft auf kretischen Dorffesten und sehen dort wahnsinnig gute Musiker. Ein Beispiel hast Du heute dabei, Kosta Pitsiolis.

Giannis: Er ist die Zukunft, er kann alles spielen, kann singen, tanzen, er ist wahnsinnig begabt.

Niko: Menschen, mit denen Du zusammen gearbeitet hast, sind Thanasis Papakostantinou, Miltos Pashalidis, Manos Xidous, Themis Karamouratidis und viele viele mehr. Diese Art vom musikalischen Miteinander gibt es in Deutschland nicht.

Giannis: Wirklich nicht? Schade, denn mit dem Miteinander wird die Musikalität intensiver und reicher. Ich arbeite sehr gerne mit diesen Künstler zusammen.

Niko: Hier in Deutschland geht man in ein Konzert und die Kartenpreise bewegen sich zwischen €60— und €100.–. In Griechenland zum Bespiel haben wir in einem Konzert Mikroutsikos, Kotsiras und Rita Antonopoulou gesehen, der Eintritt betrug €12. —. Wie kann so ein Künstler existieren?

Giannis: Es ist wahr, es ist nicht leicht. Momentan spart jeder jeden Euro, und wenn Du viele Zuhörer willst, musst Du ein sehr niedriges Eintrittsgeld ansetzen. Das Leben ist zurzeit sehr schwer in Griechenland. Aber glaube mir, das war nie mein Ansporn. Ich will singen und den Menschen Freude bereiten.

Niko: Du hast mit kretischer Musik begonnen, dann sind andere Rhythmen und Elemente des Rock eingeflossen. Wieviel Kreta ist in Deiner Musik?

Giannis: (lächelt) Du hast es soeben gehört. Die Wurzeln sind in Kreta und somit wird immer dieser Rhythmus da sein. Wenn ich auch andere Lieder singe, irgendwo kommt Kreta immer darin vor.

Es klopft an der Tür, jemand schaut rein und macht ein Zeichen des Aufbruchs

Niko: Lass mich eine letzte Frage stellen…..

Giannis: Nein, lass Dich nicht stören, wir reden jetzt, wir sind Freunde.

Niko: Bist Du böse, wenn Dich manche Nikos Xilouris der Neuzeit nennen?

Giannis: Das stimmt nicht, weil Nikos Xilouris existiert. Es ist was Lebendiges. Die Generation meiner Eltern hörte ihn, wir hören ihn, meine Kinder und Enkelkinder werden ihn hören. Er hat vieles, sehr vieles hinterlassen. Ob man später von mir sprechen wird, weiß ich nicht. Der Vergleich ehrt mich sehr. Danke Dir.

Niko: Erlaube mir zu sagen, dass ich Dich nicht vergleiche. Du bist Giannis Haroulis, Du bist Einzig.

Als er uns zur Tür brachte, bedankte er sich für unsere Zeit und die Ehre, die wir ihm erwiesen haben.

Er, der große Künstler, bescheiden, höflich, freundlich, bodenständig und ein Star.


streamplus.de

Nikos spricht….mit Laventis Maheritsas.

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Ein Kommentar

  1. Was für ein wunderbar freundlicher junger Mann.
    Welch großer Künstler
    Jörg danke dass Du unter dem Bild (re) geschrieben hast.
    (Verwechslungsgefahr)

Kommentare sind geschlossen.