Nützliches auf Kreta: Die Sandale

Die Sandale (von griechisch sandálion = Riemenschuh; ursprüngliche Wortherkunft ungeklärt) ist eine der ältesten Schuhgrundformen, die sich auf eine mit Riemen am Fuß befestigte Sohle beschränkt. Sie ist durch große Luftigkeit und (meist) Leichtigkeit gekennzeichnet. Sandalen haben üblicherweise keinen oder zumindest keinen nennenswerten Absatz.

Neben einer grundsätzlichen Einteilung nach den oben genannten Grundformen können Sandalen nach verschiedenen weiteren Kriterien wie dem Herstellungsort (Beispiel: Wörishofener Sandale), dem Bestimmungszweck (Beispiel: Bäckersandale) oder aufgrund bestimmter Eigenschaften (Beispiel: Holzsandale) bezeichnet werden. Das hat zur Folge, dass nicht immer eine eindeutige oder einheitliche Bezeichnung einzelner Sandalenmodelle möglich ist.

Bekannte Beispiele hierfür sind Kneipp-Sandalen und so genannte Jesuslatschen. Die Kneipp-Sandale, auch Wörishofener Sandale oder einfach Kursandale genannt, wurde schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts zehntausendfach in Bad Wörishofen im Zusammenhang mit den Kneipp-Kuren Sebastian Kneipps in verschiedenen Modellvarianten hergestellt und verkauft. Der teilweise scherzhaft oder spöttisch verwendete umgangssprachliche Oberbegriff Jesuslatschen (in der DDR auch Römersandalen genannt) bezeichnet ebenfalls kein einheitliches Sandalenmodell, sondern steht für einfache Ledersandalen mit flachem Boden.

Oft dient der Sandalenboden zur Kategorisierung unterschiedlicher Sandalen:
Korkfußbettsandale (Erfindung Anfang der 1960er Jahre durch Birkenstock)
Holzsandale (bereits bei den Kopten getragen, in den sechziger Jahren durch die Berkemann-Gymnastiksandale wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt; japanische Geta besitzen ebenfalls eine Holzsohle)
Ledersandale (in ihrer hochwertigsten und fußfreundlichsten Form aus pflanzlich gegerbten Rindhäuten, so genannte Sandalenleder; heute jedoch meist in Form von chromgegerbten Ledern)
Strohsandale (japanische Reisstrohsandalen Waraji)
andere Pflanzenmaterialien (z. B. Papyrus im antiken Ägypten)

Trekkingsandalen
Die jüngste Sandalenentwicklung stammt aus dem Jahr 1982 (Mark Thatcher/USA): Die Sportsandale (auch Outdoor- oder Trekkingsandale). Ihre Kennzeichen sind Wasserunempfindlichkeit, ein ausgeklügeltes, mit Klettbändern zu verschließendes Riemensystem, eine Formsohle mit hochstehendem, den Fuß schützenden Rand und ein vergleichsweise fester Sitz am Fuß (dadurch Schweißentwicklung unter der Fußsohle).

Römersandalen/Jesuslatschen aus der DDR
Obwohl die Sandale eines der meistgetragenen Schuhmodelle dieser Welt ist und unzweifelhafte Vorteile bei heißen Umgebungstemperaturen hat (Tragekomfort durch Luftigkeit), haftet ihr in den westlichen Industrienationen ein ideologischer Beigeschmack an. Da Sandalen historisch seit dem 19. Jahrhundert vielfach von gesellschaftlichen Randgruppen oder Gruppen, die sich vom Establishment abgrenzen wollten, getragen wurden, genießt dieses Schuhmodell vor allem bei Männern oft einen zweifelhaften Ruf. Erkennbar ist dies auch an häufig abschätzig gemeinten Bezeichnungen, wie Jesuslatschen für Ledersandalen, wie sie unter anderem von den Hippies, der 68er-Generation, der Blueserszene in der DDR oder Aktivisten der Anti-AKW-Bewegung getragen wurden.

Sandalen ohne Socken anzuziehen wird als korrekte Trageweise angesehen und das Tragen von Sandalen mit weißen Socken wird vielfach als spießig betrachtet.

Auszug: Wikipedia


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