Oldtimer auf Kreta: Kreidler Florett.

Die Kreidler’s Metall- und Drahtwerke G.m.b.H. Fahrzeugbau Kornwestheim bei Stuttgart war ein deutscher Hersteller von Mopeds, Mofas, Mokicks, Klein- und Leichtkrafträdern von 50 bis 80 cm³ Hubraum. Das Unternehmen wurde 1889 als Stuttgarter Telegraphendraht- und Kabelfabrik A. Kreidler in der Böblinger Straße 52 in Heslach gegründet, 1903 in die Mörikestraße, und 1904 nach Kornwestheim verlegt.

Das Unternehmen ging 1982 in die Insolvenz. Die Marke Kreidler gehört heute dem Zweiradhersteller Prophete, der unter dieser Marke Fahrräder und Motorroller in Fahrrad- und Motorrad-Fachgeschäften vertreibt.

Kreidler Florett

Das wohl bekannteste Modell, die Florett, wurde ab 1957 verkauft – bis 1967 nur mit Gebläsekühlung. Es gab zahlreiche Modellvarianten bis zum mit zuletzt 6,25 PS motorisierten Kleinkraftrad Florett RS (ab 1967 bis 1970 mit 5.3 PS, ab Mitte 1970 mit 6,25 PS) mit Fahrtwindkühlung. Der Markenname Florett (und ebenso Amazone) wurde von dem damaligen Leiter der Kreidler-Presseabteilung, dem später durch das Fernsehen als Olympia-Wintersportreporter bekannt gewordenen Bruno Moravetz, entwickelt.

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Erik und die Kreidler, Bj 61. Die Florett, nicht Erik.

Die Florett wies unter den mehreren Marktalternativen eine Besonderheit auf: ein Klauenschaltgetriebe. Bei den Konkurrenten wie Hercules, Rixe, Maico und Zündapp waren es Ziehkeilgetriebe mit filigranerer innerer Schaltbetätigung. Nur die Kleinkrafträder und Mokicks der Konkurrenz Puch (Österreich) sowie die späten Mokicks und Leichtkrafträder von Zündapp hatten wie die Kreidler Florett ebenfalls Klauenschaltgetriebe.

Florett-Mokicks waren unter Tunern sehr beliebt, da für diese Maschinen zur Leistungssteigerung eine Reihe sogenannter Frisiersätze – vor allem in den Niederlanden – erhältlich waren, deren Einsatz illegal war. Die Leistung der gedrosselten Motoren wurde beträchtlich angehoben: Manche Kreidleristen fuhren ein Gebläse-Mokick mit dem kleinen Versicherungskennzeichen und dem Motor der letzten Version des gebläsegekühlten Kleinkraftrades mit 5,8 PS (Florett TM – Tourenmodell).

Es war optisch nicht erkennbar, wenn er verbotenerweise unter den Blechen der Gebläsekühlung steckte, erlaubte jedoch, statt 40–45 km/h über 90 km/h zu fahren. Unterscheidungsmerkmal waren auch die Vorderradbremsen: die schnellen Kleinkrafträder hatten einen Bremstrommeldurchmesser von 150 mm (1969 bis 1973) bzw. 160 mm (ab 1973), während die Mokick-Versionen nur 116 bzw. 120 mm hatten. Diese Tuningmaßnahmen waren beliebt wegen der hohen Haftpflichtversicherungsprämien von ca. 450,– DM/Jahr (im Jahre 1974, was unter Berücksichtigung der Inflation einer heutigen Kaufkraft von etwa 631 Euro entspricht) bis zu ca. 780,– DM/Jahr (1982, entspricht heute 746 Euro), die sonst für ein ungedrosseltes Kleinkraftrad zu zahlen waren.

In die Niederlande wurden technisch veränderte Mokicks (Bromfiets) verkauft: die niederländischen Versionen der Kreidler Florett hatten aus gesetzlichem Grund die in Deutschland unbeliebten Tretkurbeln, waren aber trotzdem teilweise mit Fußschaltung und Fußbremse versehen.

Die 1981 noch erschienenen Florett 80-Varianten konnten sich wegen der gänzlichen Abkehr von den typischen Florett-Merkmalen nicht mehr auf dem Markt etablieren. Für ca. 4000,– DM bekam man ein Leichtkraftrad mit Rohrrahmen und stehendem Zylinder, das zwar gut verarbeitet war, aber noch verschiedene Detailmängel aufwies.

Seit 1987 vertreibt der Niederländer John Bos Kreidler-Ersatzteile sowie auch neue Floretts. Er erwarb die notwendigen Produktionsmaschinen nach dem Konkurs 1982.

Auszug Wikipedia


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