Paleochora und die Kraft der Krise

Ist das geplagte Griechenland das richtige Ziel für die schönste Zeit des Jahres, noch dazu für Urlauber aus Deutschland? Ein Lagebericht macht durchaus Hoffnung…

Von FOCUS-Redakteur Stefan Ruzas, FOCUS-Korrespondent Wassilis Aswestopoulos und K. RUPP.

Paleochora ist eher eine Verheißung als ein Ort. Das Dorf liegt auf einer Halbinsel im Südwesten Kretas. Auf der einen Seite ist der Hafen und ein Kieselstrand, auf der anderen Sand. In der Mitte, da gibt es eine lebendige Straße mit Tavernen und Cafés. Früher waren hier die Hippies, große Hotelbauten gibt es bis heute nicht.

Nina und Christian diskutieren in der Lobby ihres Hotels mit der österreichischen Rezeptionistin Heike gerade darüber, welcher Wanderweg denn nun der schönste sei. Die Mittdreißiger kommen aus Augsburg. Er ist Selbstständiger in der Textilbranche, sie Marketingkauffrau. Beide machen zum ersten Mal Urlaub auf Kreta: „Die Nachrichten über die Krise haben uns irgendwie nicht übermäßig beeindruckt“, erzählt Nina. „Wir reisen oft, und wir geben, ehrlich gesagt, nicht viel auf die typische Berichterstattung. Uns ist klar, dass es einen Unterschied macht, ob man in eine Großstadt oder auf eine Insel fährt.“

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Die Großstadt, das ist in Griechenland vor allem Athen, und diese große Stadt und all die Schulden und Dramen und Unruhen scheinen in Paleochora unendlich weit weg. In Athen, da sitzen im klimatisierten „The Boardroom“ des Luxushotels „Grande Bretagne“ – direkt gegenüber vom Parlament – gut gekleidete Damen und Herren der griechischen Reiseindustrie und erklären auf Bitten der heimischen Tourismusorganisation SETE mit feinem Lächeln, dass die Euro-Krise ja auch eine Chance sei, so manches besser zu machen. „Wir sind servicebewusster geworden“, beteuert Eftichios Vassilakis, Mitinhaber von Aegean Airlines.

Die Saisonzeiten wolle man verlängern, erklärt Hotelchefin Agapi Sbokou, und aktive Urlauber wie Golfer und Radfahrer mehr fördern. Und überhaupt, die richtige Verkaufe: Endlich sei es doch gelungen, eine Firma zur Vermarktung des Reiseziels Griechenland zu gründen, an der Privatwirtschaft und Staat gemeinsam beteiligt sind: „Marketing Greece“. Aber sei das Land der Götter zurzeit nicht eh schon günstig wie nie? SETE-Chef Andreas Andreadis: „Wir versichern potenziellen Urlaubern, dass es nie einen besseren Zeitpunkt gab, in unser Land zu kommen, als jetzt.“

Trotz dieser Beteuerungen und trotz privater deutschsprachiger Initiativen wie „Help Hellas“ oder Werbekampagnen wie der von Alltours: Viele Urlauber bleiben weg, vor allem die Deutschen. Meist aus Angst, nicht willkommen oder irgendwie nicht sicher zu sein….

Quelle und hier geht es weiter: Focus.de

Radio Kreta – sagt Danke an Wassilis und Kollegen für den objektiven Bericht

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