Politisches Erdbeben in Griechenland – Athen vor der Totalblockade.

Montag, 07.05.2012, 07:12 · von FOCUS-Korrespondent Wassilis Aswestopoulos, Athen

Die frustrierten Griechen strafen die Regierungsparteien ab, das hoch verschuldete Land steht damit vor der Totalblockade. Ein Grund dafür ist das komplizierte Wahlgesetz. Die Situation ist so verfahren, dass der geschlagene Pasok-Parteichef Venizelos sagt: „Gott helfe diesem Land.“

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Griechenlands Wahlergebnis, eine Zitterpartie bis in die frühen Morgenstunden, erschüttert vielfach. Gleich sieben Parteien kamen ins Parlament. Es ist das erwartete Votum gegen eine Fortsetzung der Politik, die das Land in eine Dauerrezession geführt hat. Die bisherigen Koalitionspartner Pasok und Nea Dimokratia kommen zusammen nicht auf die für eine Regierungsbildung notwendige Zahl von Parlamentssitzen von 151 Sitzen und haben keine parlamentarische Mehrheit mehr.

Andererseits erschreckt vor allem der Einzug der neonazistischen Chryssi Avgi ins Parlament und deren überaus hohe Prozentzahl von fast 7 Prozent. Am Tag nach der Wahl wird im Eurokrisenland nichts mehr sein wie vorher. Das spürten als allererste die zahlreichen akkreditierten Journalisten im staatlichen Pressezentrum Zappeion. Anders als bei allen vorherigen Wahlen erschien kein einziger Politiker für eine Stellungnahme. Der vorbereitete Konferenzsaal blieb leer.

Nur 65 Prozent gehen wählen – trotz Wahlpflicht
Nicht nur die Politiker verweigerten sich, auch die Wähler blieben trotz gesetzlicher Wahlpflicht zum großen Teil den Urnen fern. Lediglich knapp 65 Prozent gingen an die Urnen. Die geringe Wahlbeteiligung wird auch der Tatsache zugeordnet, dass vielen schlicht das Geld für die Anfahrt fehlte. In Griechenland wählen die meisten traditionell am Geburtsort, der nicht immer dem Wohnort entspricht.

Quelle und hier geht es weiter: Focus.de

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