Privatisierung in Griechenland – ein volkswirtschaftliches Vernichtungsprogramm.

Liebe politisch Interessierte, liebe Freundinnen und Freunde Griechenlands,

die Rosa Luxemburg Stiftung (RLS) hatte mich im letzten Jahr beauftragt, eine Studie zu Stand, Sinn und Unsinn der Privatisierung griechischer Staatsbetriebe zu erarbeiten. Diese Studie mit dem Titel

„Griechenlands Staatsbetriebe im Zwangsverkauf. Vom aussichtslosen Versuch, die griechischen Staatsschulden durch Privatisierungserlöse zu senken“

ist soeben erschienen. Sie kann als gedruckte Broschüre (62 Seiten, Bestelladresse auf der letzten Seite des PDFs) kostenfrei bei der RLS bestellt oder hier als PDF heruntergeladen werden:

Privatisierung_Griechenland

Sie werden fassungslos sein, Sie werden die Hände über den Kopf schlagen, sie werden es nicht glauben, was Sie lesen werden – doch ich habe hemmungslos wissenschaftlich nur aus offiziellen Statistiken und seriösen – in der Regel sogar amtlichen – Quellen Zahlen zusammengetragen, deren Kenntnisnahme einem, zumindest als denk- und moralfähigem Wesen, schier den Verstand raubt.

Lesen Sie – als Appetizer quasi – auch nur die Seiten 48-50, also das kurze Fazit der Studie. Was Griechenland und den Griechen widerfahren ist seit 2008, kann nur als das größte volkswirtschaftliche Vernichtungsprogramm und die umfassendste Ausbeutung eines ganzen Volkes in der jüngeren Geschichte der Menschheit bezeichnet werden.

Ausbeutung-Griechenlands-Scheunemann-D-GR-Version

Ich bitte um möglichst weite Verbreitung der Studie. Danke!

Schöne Grüße!

Egbert Scheunemann

Unser Buchtipp: Rebellen auf Kreta – Eine ungewöhnliche Reise durch Kretas Geschichte, Sprache und Landschaften. Ein Buch über Freundschaft, wildes Denken und wundersame Erlebnisse.

Egbert Scheunemann wurde am 1. März 1958 in Ost-Berlin geboren und ist ein deutscher Politikwissenschaftler, Naturphilosoph und Buchautor. Desweiteren ist er – nach eigenem Bekunden – auch Heizungsbauer, da er sich sein Studium u.a. durch Arbeit in den Semesterferien im Heizungsbaubetrieb seines Bruders Werner Scheunemann finanziert hat. O-Ton Scheunemann: „Ich kann mit Hammer und Sichel also nicht nur theoretisch umgehen“.

Mehr von Egbert findet ihr HIER.

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2 Kommentare

  1. Kalimera, Griechenland hat seinen Geldgebern im Gegenzug für das dritte Hilfsprogramm zugesagt, bis 2022 insgesamt 14 Mrd. Euro durch Privatisierungen einzunehmen. Die Kontrolleure der Gläubiger (Troika) sind nach Athen zurückgekehrt, um zu überprüfen, ob die griechische Regierung die Vereinbarungen aus dem 3. Memorandum umgesetzt hat – eine Bedingung für die Auszahlung der nächsten Kredittranche. Der Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem fordert von Athen eine Fortsetzung der Austeritätspolitik.

    Desweiteren fordern die Gläubiger weitere Privatisierungen, Häfen, Flughäfen, Elektrizitätswerke, Raffinerien, Immobilien, Verkehrsmittel, Autobahnen – das gesamte öffentliche Eigentum ist betroffen. Unter anderem soll Athen gezwungen werden, die zwei größten Wasserwerke in Thessaloniki und Athen zu privatisieren, also den Ausverkauf öffentlichen Eigentums und den Verlust der Souveränität. Der Superfond agiert als privatwirtschaftlicher Akteur. Das heißt, er kann das öffentliche Vermögen ohne weitere Erlaubnis verkaufen. Der griechische Staat hat dadurch alle Souveränitätsrechte verloren.

    Alle Vorteile bleiben beim Konzern, alle Nachteile beim Staat – das ist das Rezept, nach dem die Privatisierung des griechischen Staatsvermögens vorgenommen wird, eine mit keinem Feigenblatt mehr verhüllte Form des Kolonialismus. Im Rahmen einer »Treuhandanstalt« sollen die Privatisierungen durchgesetzt und damit der Ausverkauf Griechenlands forciert werden, sowie die Überführung staatlichen Eigentums in einen Treuhandfonds, der weitestgehend der staatlichen Souveränität Griechenlands entzogen wird. Bedurfte es früher noch einer Armee, um sich einen fremden Staat untertan zu machen, reichen dazu heute die Akteure der Troika und ihre Privatisierungsgesellschaft TAIPED/HRADF (griechische Treuhand). Auch hat die Troika durchgesetzt, dass der Vorstand des Privatisierungsfonds in Griechenland nicht gerichtlich belangt werden kann.

    Bis jetzt wurden alle Privatisierungs-Objekte weit unter Preis verschärbelt. Der Erlös der Privatisierung fliesst direkt in die Schuldenrückzahlung. Die Bevölkerung sieht nichts vom Geld. Die Gewinner sind jene, die sich griechisches Eigentum zu Niedrigpreisen aneignen und Zugang zu Monopolsektoren bekommen werden.

    Die Troika hat in der Syriza für jegliche Austeritätspolitik einen hervorragenden Partner gefunden.

    schönen Sonntag, kv

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