Radikalkur – Griechenland wird erste marktkonforme Demokratie

Achtung: Satire

Autor: qpress.de

Eulen nach Athen tragen: Inzwischen wurde ja nahezu alles im Guten versucht um Griechenland auf deutsches Niveau zu hieven. Was in der normalen Zucht Jahrhunderte dauert, nämlich aus Zirkusponys und Eseln solide Ackergäule zu machen, muss selbstverständlich nach dem Willen unser EU-Gentechniker auch im Handumdrehen gelingen können. Soviel zur Theorie. Aus welchem Grunde auch immer es Griechenland nicht schaffte innerhalb der letzten Jahre die deutsche Leistungsfähigkeit zu erreichen, jetzt ist „Schluss mit Lustig“. Keine Aufbaumittel mehr, keine Anabolika und auch keine Vitaminpillen bevor nicht die totale Selbstkastration vollführt ist. Jetzt wird die Axt angesetzt um aus dem Zirkuspony endgültig einen zugkräftigen Ackergaul herauszuschlagen. So jedenfalls lesen sich die letzteren Ankündigungen in Sachen Erreichung einer marktkonformen Demokratie für dieses Land. Übrigens, diese Demokratieform ist noch relativ jung, scheint aber enorm an Bedeutung zu gewinnen. Besondere Erwähnung fand der Begriff als UN-Wort des Jahres 2011, was auf seine Bedeutsamkeit schließen lässt.

Das wichtigste noch vorweg. Worte wie Staatspleite, Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsausfall werden in diesem Kontext einvernehmlich ausgeblendet, derlei darf es nicht geben weil sonst die Gläubiger erschreckt und aus ihrem Tiefschlaf gerissen werden könnten. Wie immer, qpress hat mal wieder spioniert und kann heute die schlimmsten Grausamkeiten dieser Total OP enthüllen. Vieles dabei erinnert an einen sogenannten Schlussverkauf, den man meisten bei einer Geschäftsaufgabe veranstaltet, auch hier ist das Wort Insolvenz zu vermeiden. Auch die Zeit für Mindestgebote ist vorüber, jetzt muss einfach alles raus. Was alles den Griechen in kürzester Frist ins Haus steht, nicht zuletzt weil die Euro-Retter Griechenland jetzt voll in die Mangel nehmen (Spiegel-Online berichtet), scheint eben das Idealbild dieser marktkonformen Demokratie zu sein, deren Zukunftstauglichkeit wir anhand dieser Maßnahmen ein wenig analysieren wollen:

Hier ein Auszug aus dem noch höchst geheimen Maßnahmenkatalog

  • Privatisierung: Jeglicher Staatsbesitz wird privatisiert, dies schließt öffentlichen Grundbesitz und Kulturdenkmäler aller Art mit ein. Dazu werden internationale Auktionen organisiert und binnen Jahresfrist wird so alles öffentliche Eigentum meistbietend versteigert. Es gibt dabei keinerlei Mindestgebote, denn mehrere erfolglose Auktionstermine kann man sich angesichts der Notlage nicht mehr leisten. Der Erlös fließt ausnahmslos in den sogenannten „Griechenland Extra Fond“, aus dem alle bisherigen Gläubigern befriedigt werden. Etwaige Übererlöse werden hernach in den „Griechenland-Reserve-Fond“ umgebucht. Alle notwendigen und gewünschten Infrastrukturen können vom Staat im Wege des Lease-Back genutzt werden, allerdings nur gegen Vorauskasse.
  • Öffentlicher Dienst, Polizei und Armee: Der öffentliche Dienst wird komplett an eine noch zu gründende EU-Zeitarbeitsagentur abgegeben, der Mindestlohn beträgt zunächst 1,00 € pro Stunde. Bei entsprechender Produktivität kann dieser an asiatische Verhältnisse angeglichen werden. Die Armee wie auch die Polizei werden an das amerikanische Unternehmen Blackwater übergeben. Die Polizei kann gegen entsprechendes Entgelt für Ordnungsdienste innerhalb Griechenlands gebucht werden (nur gegen Vorauskasse), die Armee darf sich im Rahmen bezahlter Eroberungsfeldzüge weltweit verdingen. Als Zugeständnis an Europa werden daher seitens Blackwater (heute Xe Services LLC) erstmals auch Aufträge für internationale Raubzüge aus Europa angenommen, ein Novum.
  • Rentenkassen: Die Pensions- und Rentenkassen werden aufgelöst. Wegen der Priorität von Zinszahlungen und zur allgemeinen Entschuldung. Zur Ehrenrettung muss man natürlich wissen, dass in diesen Kassen genauso wenig drin ist wie beispielsweise in der deutschen Rentenkasse, wo die ein oder andere Rentenzahlung schon mal vorfinanziert werden muss, einfach weil das Säckel leer ist. Ursächlich stellt diese Maßnahme allerdings eine postume Bestrafung der Toten griechischen Rentner dar, die teilweise weit über ihren virtuellen 100sten Geburtstag hinaus die Rentenkasse in Griechenland beschissen haben, diese werden sich jetzt vermutlich vor Aufregung im Grabe umdrehen und bedauern dass diese tollen Zeiten nun endgültig vorbei sind.
  • Finanzamt: Auch das Finanzamt wird zur Steigerung der Leistungsfähigkeit privatisiert. Hier war beim ersten Bieterwettlauf die italienische „Camorra“ erfolgreich. Sie ist bekannt für eine überdurchschnittliche Erfolgsquote beim Eintreiben von Schulden. Dies dürfte der ausschlaggebende Punkt gewesen sein, denn die bisherigen Beamten haben genau an dieser Stelle kläglich versagt. Die neuen Beamten werden ausschließlich nach Erfolg bezahlt, auch ihre Ausrüstung ist besser als die ihrer Vorgänger, vom Sturmgewehr bis hin zu panzer(schrank)brechenden Hilfsmitteln ist ihnen alles erlaubt.
  • Humankapital: Ein zusätzliches Pfand- und Nachverwertungsrecht erhalten die Banken am gesamten in Griechenland vorhandenem Humankapital. Dies natürlich nur für den außerordentlichen Fall dass der Staat seinen Verpflichtungen gegenüber den Banken nicht nachkommen kann, als letztes Druckmittel sozusagen. Aktuell ist das Humankapital ohnehin nichts wert und im Überangebot vorhanden (in Fachkreisen kurz Humankapitalblase genannt), deshalb auch nur als geringfügige Zusatzsicherheit gedacht, obgleich einige Hedgefonds hier noch eine Gelegenheit wittern. Bislang ist vorgesehen dass dieses Pfandrecht in der zehnten Generation automatisch erlöschen soll, die Banken möchten an dieser Stelle aber lieber eine Ewigkeitsklausel.
  • Umbau der politischen Landschaft: Zur Stärkung und Erneuerung der Demokratie wird eine Wahlpflicht eingeführt. Aus Gründen weiterer Kostenreduktion gibt es parallel dazu auch noch eine Parteireform, nach der alle bisherigen politischen Kräfte des Landes innerhalb einer Einheitspartei vereinigt werden. Der Clou und erstmaliger Versuch für Europa ist nun die Umsetzung der marktkonformen Demokratie. Dies wird dergestalt geregelt dass es nicht mehr eine Stimme pro Person gibt, sondern ein anteiliges Stimmrecht nach Vermögen des Stimmberechtigten. Damit sollen die Leistungsträger der Nation auch das Sagen bekommen. Zumeist können jene dies dann aus ihren Liegestühlen am Pool heraus erledigen. Erste Schätzungen gehen davon aus dass gut 95 Prozent der Stimmen damit auf eine Handvoll Leute entfällt. In internationalen Bankenkreisen wurde diese Demokratiereform aufs äußerste gelobt und man ist recht zuversichtlich die marktkonforme Demokratie alsbald auch in Resteuropa etablieren zu können.
  • Regierung: Der vorgenannte Umbau der politischen Landschaft wird selbstverständlich auch Rückwirkung auf Parlament, Kabinett und Regierung haben. Unabhängig von den Wahlen, wo die Wähler ja nur über die politischen Parteien befinden, werden alle Abgeordneten-, Kabinetts- und Regierungsposten meistbietend veräußert. Als Sponsoren haben sich hier schon die Banken, Versicherungen und Konzerne ins Gespräch gebracht. Sogar die populäre „Cosa Nostra“ aus Italien hat ihr Interesse signalisiert. Die Position des Regierungschefs wird allerdings mindestens eine Dekade lang von den Banken gehalten werden, wobei es nicht unbedingt der Banker Lucas Papademos bleiben muss, aus Gründen der Gleichberechtigung könnte es auch schon mal Mamademos geben.

Flankierende Maßnahme zur Restrukturierung des Landes

Und hier geht es weiter:

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