„Tsiknopempti“ – der griechische „schmutzige Donnerstag“

Am Donnerstag, dem 3. März wird in ganz Griechenland „Tsiknopempti“ (Τσικνοπέμπτη) gefeiert – der „schmutzige Donnerstag“ der Faschingszeit.

Hierbei ist anzumerken, dass sich die griechische Faschingszeit auf drei Wochen verteilt: Profoní, Kreatiní und Tyrofágou (Προφωνή, Κρεατινή και της Τυροφάγου).

Der geneigte Griechenlandkenner oder zumindest ansatzweise Kenner der griechischen Sprache hat natürlich sofort erkannt, dass der Name der 2. Karnevalswoche Programm sein muss: Kreatiní – da steckt Fleisch (Kreas – Κρέας) drin! Noch hat die Fastenzeit noch nicht begonnen, noch darf Fleisch gegessen werden.

Nun grätscht aber natürlich wieder die griechisch-orthodoxe Kirche mit ihren Traditionen, „Gesetzen“ und Bräuchen in die Zeitplanung rein. Wann kann so ein Fleischbaccanal kirchenrechtlich korrekt stattfinden?

tsiknopempti

Mittwoch und Freitag sind die prädestinierten Fastentage – na gut, dann nehmen wir halt den Donnerstag (Pempti – Πέμπτη). Somit wäre schon mal die 2.Hälfte des Namens „Tsiknopempti“ (Τσικνοπέμπτη) erklärt.

Was aber hat es mit dem „Tsikno“ auf sich? Nun, „tsikno“ heißt wörtlich übersetzt „Geruch nach verbranntem Essen“. Hört sich erst mal nicht so lecker an, soll aber einfach nur beschreiben, dass sich an besagtem Donnerstag überall größere und kleinere Rauchsäulen in den blauen Himmel verflüchtigen, die ihren Ursprung in den unzähligen Grillstätten haben, auf denen kiloweise Fleisch zubereitet wird.

Von den einfachsten Souvlakia über Hähnchenfilets und halben Lämmern bis hin zum ganzen Schwein wird alles gegrillt, was kurz vorher noch Flügel oder 4 Beine hatte. Zu hoffen bleibt da nur, dass der jeweilige Grillmeister seinen Job so im Griff hat und ernst nimmt, dass das mit dem „“Geruch nach verbranntem Essen“ nur metaphorisch zu verstehen ist…

Natürlich geht es aber nicht nur um´s Essen, sondern vor allem um die gute Gesellschaft, die „Kali parea“ (καλή παρέα), in der man das Grillgut und das eine oder andere Gläschen Bier, Wein oder Tsikoudia zu sich nimmt. Selbstverständlich darf dabei auch die Musik nicht fehlen – spontane musikalische Einlagen sind an der Tagesordnung.

Meist wird natürlich bis spät in die Nacht hinein gefeiert – die Fastenzeit naht ja schließlich, da kann – muss! – man es vorher nochmal sauber krachen lassen.

Traditionell wurde dieser Tag auch als „Eheanbahnungs- oder Verkupplungstag“ genutzt – man sagt, eine an diesem Tag begonnene Beziehung hält ewig, denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen…

Wir sind zwar schon und immer noch verheiratet, werden den Tsiknopempti bezüglich seiner kulinarischen Komponente aber auch dieses Jahr wieder im Selbstversuch testen – Gelegenheiten und Einladungen gibt es bereits zuhauf…. – Bericht folgt!

Radio Kreta – immer gute Informationen.


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