Unbekanntes Kreta: In Mochos dem Massentourismus entfliehen.

Urlaub an der Nordküste Kretas hat ja oft zur Folge, dass man es schwer hat, dem Massentourismus zu entfliehen – vor allem in den Hochsaison-Monaten Juli – September. Dennoch bietet das Hinterland, z.B. von Heraklion, einige kleine „Geheimtipps“ (die spätestens jetzt allerdings nicht mehr allzu geheim sind…), mit denen man den Menschenmassen entfleuchen kann.

Und nicht nur die reizenden „Hinterland“-Dörfchen an sich sind meist echte Kleinode – auch der Weg dorthin „beamt“ einen bereits in eine ganz andere Welt als die, die man von der Küste kennt.

Wenn Ihr Euch also mal entspannen wollt und auch authentische Momente auf Kreta erleben wollt, schlagt Euch einfach in´s Hinterland durch. Die weite kretische Landschaft bietet eine bunte Palette von Möglichkeiten dafür. Abgesehen von atemberaubenden Stränden und Städten, die reich an Kultur sind, ist Kreta auch die Heimat von authentischen und touristisch fast unberührten Dörfern im Landesinneren. Eines dieser Dörfchen ist Mochos mit seiner einzigartigen Atmosphäre.

Mochos im Norden Kretas.

Mochos (Μοχός) ist eine der vier wichtigsten Siedlungen der Gemeinde Malia in der Präfektur Heraklion. Das Dorf kann von Stalida aus erreicht werden; die Strecke dorthin führt durch eine Reihe von Haarnadelkurven, die direkt am Hauptplatz des Dorfes enden. Entlang dieser neun Kilometer langen Straße wechseln sich prächtige Sehenswürdigkeiten zwischen dem blauen Meer Kretas und den imposanten Bergen ab. Vom Dorfplatz aus führt die Straße weiter zur Lassithi-Hochebene.

Das Dorf

Traditionelle Häuser aus dem 16. Jahrhundert liegen in den malerischen Gassen von Mochos. Die kleinen Innenhöfe sind voller Blumen und die Gastfreundschaft der Dorfbewohner ist legendär.

Alte byzantinische Ikonen schmücken die verschiedenen Kirchen der Stadt. Das Hauptgebäude, das sich auf dem zentralen Platz befindet, ist der Verkündigung der Jungfrau Maria und Agia Paraskevi gewidmet. Dieser Tempel beherbergt eine Ikonostase der Jungfrau aus dem Jahr 1820. Hier kann man auch eine kleine Ikone aus Kupfer zusammen mit verschiedenen Wandmalereien bewundern.

Ein Besuch rund um den Platz stellt die Besucher vor die schwierige Aufgabe, eine Taverne unter den vielen in der Stadt zu wählen. Im Sommer arrangieren sie ihre kleinen Tische auf den Straßen, unter großen Bäumen in denen in der Nacht bunte Lichter brennen. Einheimische mischen sich unter die Besucher, um gemeinsam die sich unter preiswerten und köstlichen lokalen Spezialitäten biegenden Tische zu bevölkern und die Speisen zu genießen.

Eines der vielen traditionellen Geschäfte der Stadt ist bekannt für den Verkauf von lokalen Kräutern und Gewürzen. Da Mochos inmitten von Olivenhainen und Weinreben liegt, sind die meisten Bewohner Bauern, die angebotenen Produkte sind natürlich auch eher agrikultureller Herkunft.

Historisches

Diese typische Bergsiedlung stammt aus der zweiten byzantinischen Zeit und hatte Stalida (oder Stalis) als ihre Hafenstadt. Eine Bevölkerungs-Erhebung aus dem Jahr 2001 zählte weniger als 1000 Einwohner, die dauerhaft in der Gemeinde lebten.
Mochos ist ein Dorf, das schon im 8. Jahrhundert existierte. Verschiedenen Forschungen zufolge wären die ersten Bewohner wahrscheinlich Mönche gewesen. Uralte Zeugnisse belegen, dass das Dorf im Mittelalter „Mogho“ genannt wurde. Im Jahr 1583 lebten dort Überlieferungen zu Folge nur 451 Menschen. Offensichtlich hat sich seitdem nicht wirklich viel geändert…

Feiern in Mochos

Es ist eine gute Idee, Mochos am 15. August zu besuchen, wenn das große griechische Fest zu Ehren der Jungfrau Maria gefeiert wird. Das Dorf empfängt Besucher aus ganz Kreta, die gute kretische Musik und Tänze sowie einige der lokalen Weine und Speisen genießen möchten. Die Feierlichkeiten dauern normalerweise bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages.

Tradition und Tanz in Mochos.

Während der Sommersaison veranstaltet das Dorf auch traditionelle kretische Nächte – in der Regel Mittwochs – während denen lokale Gerichte, Wein, Tanz und Musik in jeder Taverne zur geboten werden. Auf diese Weise bietet die Gemeinschaft von Mochos ausländischen Besuchern die Möglichkeit, ein unvergessliches Erlebnis kretischer Traditionen und Gastfreundschaft zu erleben – dennoch fallen diese Veranstaltungen mitnichten unter „Touri-Nepp“. Die Tanzeinlagen der kretischen Nächte werden oft von professionellen Tänzern in traditionellen kretischen Trachten präsentiert.

Mochos beherbergt einen der letzten traditionellen Karnevals, die eine Woche vor dem eigentlichen Karnevalstag stattfinden. Der Dorfplatz ist dann voll mit tanzenden und singenden Menschen. Getränke sind kostenlos und eine traditionelle Karnevalssuppe wird in riesigen Kesseln zubereitet. Wie in Mochos üblich, endet das Fest nicht vor 5 oder 6 Uhr des folgenden Morgens.

Aber Achtung! Nicht verwechseln!

Dass man in Mochos (Μοχός) gut feiern kann, haben auch zwei unserer Hochzeitsgäste, Uli und Aja, vor nun knapp 9 Jahren festgestellt. Nachdem unsere Hochzeitsparty in Kokkini Hani bei Heraklion nämlich vorbei war, wollten die beiden – leicht angeschickert – mit dem Taxi in ihre Unterkunft in Mochlos (Μοχλός) fahren. Für den Ortsunkundigen: Mochlos liegt über der Mirabello-Bucht, eigentlich genau gegenüber von Agios Nikolaos, Mochos, wie gesagt, in Malia´s Hinterland. 

Nun war ob unserer Hochzeitsfeier die Artikulation u.U. nicht mehr allzu deutlich, weswegen der tapfere Taxifahrer die Beiden nach Mochos fuhr, wo ebenfalls gerade ein Fest stattfand. So ging die Party für die Beiden weiter, bis man sich in den frühen Morgenstunden in sein gebuchtes Quartier begeben wollte, das aber nach wie vor in Mochlos stand. Und kein Taxi weit und breit. Also suchte man sich ein ruhiges Plätzchen im Olivenhain, schlief ein paar Stündchen und machte sich am späteren Morgen dann auf in das eigentliche Urlaubsdomizil – in Mochlos!

Radio Kreta – gut essen, trinken und feiern in Kretas „Hinterland“.

Vor die Hochzeitsfeier hat der liebe Gott aber noch die Hochzeit auf Kreta gesetzt. Zum Glück!

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Ein Kommentar

  1. jassas, kann ich nur bestätigen, Mochos ist ein schönes Plätzchen, abseits vom Trubel. Habe jetzt Ende Februar ein paar Tage in Mochos verbracht.

    Mochos bietet sich auch wunderbar als Basis für Ausflüge auf die Lassithi-Hochebene an. Von Mochos zur Lassithi-Hochebene sind es 13km.

    Sehr beeindruckend fand ich den Seli Abelou-Pass mit den vielen Windmühlen. Sicherlich einmalig in Europa.

    vg aus Paleochora, kv

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