Wahlkampf auf Griechisch – Tatsachen logisch erklärt

Heute waren wir mal wieder im Dörfchen, diese und jene Besorgung machen, schauen, ob auf der Post was für uns liegt und natürlich beim Kaffee „das Ohr an´s Volk legen“ – sonst entgeht einem hier auf dem Berg ja die Hälfte…

Cosmogonia Tassen
Im Kafenio: Da ist guter Kaffee WICHTIG.

Nun saßen wir in netter Runde bei unserem Kostas, der – wie fast immer – gut gelaunt und immer für einen Spaß zu haben war. Heute war er dann dran mit einem Späßchen, und zwar in Form eines wohl schon älteren, deswegen aber nicht weniger typischen Witzes.

Da das Hauptthema in allen Kafenia, Tavernen und auf der Straße auch immer noch Politik und die respektiven Meinungen dazu und darüber ist, ging es natürlich auch bei dem Witz um Politik bzw. um Politiker.

Ein Witz?

Ein Politiker soll in der heissen Phase seines Wahlkampfes eine Rede in einem Dorf halten, das sowohl über eine Schule, als auch über ein Gefängnis verfügt. Und er will natürlich darüber reden, was er für die Menschen besser machen kann, wenn sie ihn doch dann aber bitte auch wählen!

Das ganze Dorf war auf dem Dorfplatz versammelt, er hielt seine Rede und sagte dann zu seinen potentiellen Wählern:
„Erzählt mir alle, was hier im Argen liegt, woran es mangelt, was ihr geändert haben wollt – und ich verspreche Euch, das alles auch umzusetzen, wenn Ihr mir versprecht, mich dann auch zu wählen!“

Als erste Gruppe kam die Gruppe der Eltern und Lehrer der Schule zu Wort:
„Herr Minister, Herr Minister – es ist ja eine Katastrophe! Wir brauchen unbedingt neue Fenster, wir brauchen Heizung und neue Möbel für die Klassenräume, wir brauchen Geld für Lehrmittel und funktionierende Toiletten!“

Der Minister raunt seiner Sekretärin zu „schreib das bloß alles mit!“ und beteuert den Leuten – Hand auf´s Herz! -, dass er sich umgehend darum kümmern würde.

Dann war die Gruppe der Gefängnisinsassen und Aufseher dran.
„Herr Minister, Herr Minister – bei uns ist es ja noch viel schlimmer! Wir brauchen auch unbedingt neue Fenster, wir haben auch keine Heizung, 14 Insassen müssen sich eine Zelle teilen, die für 4 Personen vorgesehen ist, die sanitären Einrichtungen sind eine Zumutung, wir haben kein warmes Wasser und das Essen ist ungenießbar!“

Der Minister raunt auch diesmal der Sekretärin zu „schreib das jetzt aber ganz genau mit!“ und verspricht auch dieser Gruppe umgehende Abhilfe.

Kaum wieder zurück in seinem Ministerium pfeift er seine beiden besten Mitarbeiter zusammen und weist sie an:
„Kosta, du trommelst eine Gruppe zusammen, die sich um die Schule kümmert. Die kriegt neue Fenster, Heizung, ein paar neue Möbel, die Toilettenräume werden saniert und ein bisschen Geld für Lehrmaterial gebt ihr denen auch! Aber von allem nur das Nötigste!!“

„Dimitri, du kümmerst dich mit einer Gruppe um die Zustände im Gefängnis! Die kriegen ebenfalls neue Fenster. Darüber hinaus werden alle Zellen jetzt nur noch mit maximal 2 Mann belegt, erhalten eine Abtrennung in Wohn- und Schlafzimmer mit Plasma-TV, ab sofort ist Frauenbesuch gestattet, die Zellen werden neu und modern eingerichtet, selbstverständlich mit Klimaanlage! Die sanitären Einrichtungen werden alle erneuert, hinzu kommt aber noch ein Hamam und ein Spa-Bereich, das Essen wird jetzt von einem Sternekoch zubereitet und selbstverständlich gibt es Zigaretten und Alkohol für alle!

Auf die erstaunte Frage der beiden Mitarbeiter „aber Chef – wieso denn das? Nur das Nötigste für die Schule, aber voller Luxus im Gefängnis?“ antwortet der Minister:

„Na hört mal, Ihr beiden – das ist doch logisch! In der Schule waren wir alle schon – da müssen wir nicht nochmal hin. In´s Gefängnis werden wir alle aber sicher selbst bald kommen, also Dimitris – beeil dich!!!“


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