Weltkrebstag am 4. Februar – Wer war Dr. Pap?

Von Maria Tsoukis, Radio Korfu

Der Weltkrebstag findet jährlich am 4. Februar statt und hat zum Ziel, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Zu diesem Anlass stelle ich Ihnen heute den Arzt und Wissenschaftler Doktor Papanikolaou vor, der in den 20er Jahren in der Geschichte der Krebsforschung einen Meilenstein gesetzt hat.

Papanikolaou wurde am 13. Mai 1883 in Kymi, Griechenland geboren. Sein Vater Nikolaus war Arzt, seine Mutter Maria liebte Musik und Literatur. Als junger Mann schrieb sich Georgios 1898 an der Universität von Athen ein und studierte zunächst Musik und Geisteswissenschaften. Er trat später dann in die Fußstapfen seines Vaters und beendete sein Medizinstudium 1904 im Alter von gerade 21 Jahren. Nach seiner Militärzeit setzte er seine wissenschaftliche Arbeit in Deutschland fort, wo er im Fach Biologie promovierte. In seiner Arbeit ging es um die Geschlechterbestimmung von Schalentieren.

1910 kehrte er nach Griechenland zurück und heiratete.

Hier musste Dr. Papanikolaou erkennen, dass es für die Fortsetzung seiner Wissenschaftlichen Arbeiten in Griechenland keine geeignete Basis gab. Daher verließ er das Land erneut. Zunächst ging er nach Monaco, wo er am ozeanografischen Institut Prinz Alberts beschäftigt war.

1912 wanderte er mit seiner Frau nach Amerika aus, wo er zwei Jahre später eine Stelle in der Anatomie-Abteilung an der Medical School der Cornell University in New York erhielt. Hier befasste er sich mit der Studie des mikroskopischen Erscheinungsbild der Zellen der weiblichen Fortpflanzungsorgane. Im Laufe der Zeit wurde er sehr vertraut mit den normalen Veränderungen, die in Gebärmutterhalszellen auftreten. Durch diese Vertrautheit gelang es ihm einmal, in einem Abstrich des Gebärmutterhalses unter dem Mikroskop Krebszellen nachzuweisen. Diese zufällige Entdeckung führte zu einem medizinischen Durchbruch. Papanikolaou entwickelte daraufhin eine Screening-Methode, die der frühen Diagnostik von Gebärmutterhalskrebs dient. In den frühen vierziger Jahren veröffentlichte er seine Ergebnisse und seine Arbeit wurde schnell bekannt und akzeptiert.

Mit 78 Jahren verließ der Wissenschaftler New York, um die Leitung des neuen „Papanikolaou Cancer Research Institute“ an der University of Miami zu übernehmen. Er starb jedoch 1962 kurz vor dessen Eröffnung.

Der von ihm entwickelte Test wird jedoch noch heute weltweit angewandt. Auch in Deutschland können Frauen ab dem Alter von 20 Jahren einmal jährlich den so genannten Pap-Test – durchführen lassen: Er gilt als der erfolgreichste Früherkennungstest von Gebärmutterhalskrebs. Hunderttausenden von Frauen auf der ganzen Welt verdanken diesem griechischen Wissenschaftler daher ihr Leben.

Mehr gute Infos von Maria findet Ihr  auf Radio Korfu.


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