Wer hat´s erfunden? Pilates!

Zumindest der Großteil der weiblichen Leserschaft dürfte ob der Überschrift wissen oder zumindest ahnen, worum es heute hier geht. Genau: um Pilates.

Okay, so weit dürften die männlichen Leser auch gekommen sein, allerdings vermutlich, ohne zu wissen, was das ist.

Kurz und flapsig auf den Punkt gebracht, ist Pilates eine Sport- bzw. Gymnastik-Art, nach deren Ausübung einem Muskeln im Körper weh tun, von denen man gar nicht wusste, dass man sie überhaupt hat.

Pilates? Was ist das?

Die offizielle Erläuterung, wie man sie bei Wikipedia findet, lautet wie folgt: Die Pilates-Methode ist ein ganzheitliches Körpertraining, in dem vor allem die tief liegenden, kleinen und meist schwächeren Muskelgruppen angesprochen werden, die für eine korrekte und gesunde Körperhaltung sorgen sollen. Das Training umfasst Kraftübungen, Stretching und bewusste Atmung.

Es ist bedingt auch zur Rehabilitation nach Unfällen geeignet. Wichtig ist eine fachliche Einführung in die Methode, um Bewegungs- und Haltungsfehler zu vermeiden. Generell ist die Verletzungsgefahr jedoch eher gering (Anm.d.Red.: tut nach den ersten Malen trotzdem tierisch weh, aber das ist dann ein hundsordinärer Muskelkater).

Angestrebt werden die Stärkung der Muskulatur, die Verbesserung von Kondition und Bewegungskoordination, eine Verbesserung der Körperhaltung, die Anregung des Kreislaufs und eine erhöhte Körperwahrnehmung. Grundlage aller Übungen ist das Trainieren des so genannten „Powerhouses“, womit die in der Körpermitte liegende Muskulatur rund um die Wirbelsäule gemeint ist, die so genannte Stützmuskulatur.

Die Muskeln des Beckenbodens und die tiefe Rumpfmuskulatur werden gezielt gekräftigt. Alle Bewegungen werden langsam und fließend ausgeführt, wodurch die Muskeln und die Gelenke geschont werden. Gleichzeitig wird die Atmung geschult.

Joe Pilates. Und so sieht das dann auch im Alter noch aus, wenn man es richtig macht.

Wer hat´s erfunden?

Okay, dann wissen wir das auch. Aber was hat das jetzt mit Griechenland oder Kreta zu tun – außer, dass auch hier im Rahmen vieler Seminare solche Kurse angeboten werden?

Ganz einfach: Der Erfinder von Pilates war – Pilates. Und zwar Joseph Hubertus Pilates (Ιωσήφ Ουμπέρτος Πιλάτες). Dem Einen oder der Anderen wird es jetzt schon dämmern: Das war ein Grieche! Naja, zumindest zur väterlichen Hälfte, denn in dessen Adern floss griechisches Blut.

Laut einer unserer Quellen (Gossip-tv.gr – Nomen est Omen) müsste das von vorneherein bereits Jedem und Jeder klar gewesen sein, denn – Zitat:

Wussten Sie, dass der Inspirator der fortgeschrittenen Fitness-Methode, die jetzt von allen gewählt wird, die sich auf dem Planeten fit halten wollen, ein Grieche ist?

Sie hätten es sich natürlich vorstellen können, wenn Sie die Ansicht vertreten, dass dort, wo es Erfolg hat, sicherlich ein Grieche versteckt ist.“

(Neeeee, is klaaaar! Alexis Sorbas war ja schließlich auch Grieche und bei dem lief ja auch alles total rund….). Aber nun mal zum eigentlichen Thema:

Wer war Joseph Pilates?

Besagter Joseph Hubertus Pilates wurde am 9. Dezember 1883 in Mönchengladbach bei Düsseldorf geboren. Sein Vater, ein gebürtiger Grieche, war ein preisgekrönter Turner, während seine in Deutschland geborene Mutter Heilpraktikerin war, die an das Prinzip glaubte, den Körper zu stimulieren, ohne künstliche Drogen oder Medikamente hinzu zu ziehen. Zweifellos beeinflussten die Heilphilosophie seiner Mutter und die körperlichen Leistungen des Vaters die späteren Ideen von Pilates bzgl. therapeutischer Übungen.

Joseph Pilates war ein krankes Kind, das an Asthma, Rachitis und oft rheumatischem Fieber litt und sein ganzes Leben der Verbesserung seiner Gesundheit und der Stärkung seiner physischen Kraft widmete. Aus diesem Grund begann er, auf verschiedene Arten seinen Körper zu kräftigen. Er fuhr oft Ski, begann seinen Körper mit Bodybuilding aufzubauen, lernte Yoga, und begann mit Kampfsportarten.

Joseph erkannte schon früh, dass schlechte Atmung, schlechte Haltung oder sogar eine allgemein schlechte Lebensweise die Hauptursachen für einen kranken Organismus waren bzw. sind. So begann er, eine Reihe von gymnastischen Übungen und Techniken zu entwickeln, um bestimmte Körperteile zu trainieren und so den gesamten Organismus zu stärken.

Pilates Body and Mind
Ohne Worte.

Joseph zog 1912/1913 nach England und begann, von verschiedenen Jobs zu leben, z.B. schlug er sich (im wahrsten Sinne des Wortes…) als professioneller Boxer durch, arbeitete später als Zirkusakrobat und wurde wohl auch von der Polizei angeheuert wurde, um die Polizisten von Scotland Yard in Selbstverteidigung auszubilden.

Während des Ersten Weltkriegs wurde er zusammen mit anderen deutschen Bürgern in einem englischen Konzentrationslager auf der Island of Wright inhaftiert. Dort hatte er sehr viel Zeit, um (s)ein System von körperlicher Bewegung zu vollenden, das er „Contrology“ nannte. Die Geburtsstunde des „Pilates“, wie wir es heute kennen.

Die Entstehung der ersten Pilates-Geräte

Die Gesundheitsbedingungen in den Internierungslagern waren nicht besonders gut, aber Pilates bestand darauf, dass jeder in seinem Zellblock an täglichen Übungsroutinen teilhatte, um sein körperliches und geistiges Wohlbefinden zu erhalten. Einige der verletzten deutschen Soldaten waren jedoch zu schwach, um aus dem Bett zu kommen.

Pilates wollte sich aber nicht damit abfinden, seine Kameraden im Leerlauf zu lassen, und nahm einfach die Sprungfedern aus den Betten und befestigte sie an den Kopf- und Fußenden der eisernen Bettrahmen und verwandelte diese somit in eine Trainingsmaschine, die seinen bettlägerigen „Patienten“ eine Art Widerstandsübung bot.

Pilates Bett Trainingsgeraet
Joseph Pilates mit einem seiner improvisierten Trainingsgeräte im Selbstversuch.

Diese mechanisierten Betten waren die Vorläufer der Federtrainingsmaschinen wie der „Cadillac“ und der „Universal Reformer“, für die heute die Pilates-Methode bekannt ist. Die Pilates-Legende besagt auch, dass während der großen Grippe-Epidemie von 1918 kein einziger der von Joseph Pilates betreuten Soldaten starb.

Er beschrieb seine Technik (die er „Contrology“ nannte) für die Stärke und Fitness der Gefangenen – bemerkenswert unter den nicht optimalen Lebensbedingungen in den Internierungslagern, die von dieser tödlichen Grippe besonders hart getroffen wurden.

Nachkriegszeit und Auswanderung in die USA 

Nach dem Krieg kehrte er in die Heimat zurück und brachte zusammen mit anderen ehemaligen Häftlingen das bis dahin verbotene Boxen nach Deutschland. Desweiteren arbeitete er auch mit bedeutenden Tänzern und Experten für Körperübungen wie Rudolf Lampan zusammen und arbeitete als Trainer bei der Berliner Polizei.

Um 1926 beschloss Pilates jedoch, in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Er traf seine zukünftige Frau und engagierte Lehrpartnerin Clara auf dem Schiff nach New York City. Zusammen eröffneten sie das erste Body Contrology Studio – „The Pilates Universal Gymnasium“ – an der Eighth Avenue/56th Street in Manhattan, im selben Gebäude wie eine Reihe von Tanzstudios. Für den Rest seines Lebens lehrte er sein selbstentwickeltes Trainingssystem weiter und schuf neue Ausrüstungsgegenstände dafür, die auch heute noch – wenn auch weiterentwickelt – zum Einsatz kommen.

Joseph Pilates starb am 9. Oktober 1967 im Alter von 84 Jahren in New York.

Radio Kreta – immer fit auf der Insel.

Quellen: iefimerida.gr, Wikipedia (DE, GR) und taxalia.blogspot.gr, gossip-tv.gr

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