Wüstenbildung: Eine sehr reale Bedrohung für Zypern und Kreta.

Nicht alle Nachrichten aus dem Paradies sind heutzutage als unhaltbare Praktiken positiv – und der Trend der globalen Erwärmung droht Zypern, Kreta und anderen südeuropäische Inseln, zu echten Wüsteninseln zu mutieren. Diesen „wake-up-call“  hat die chaniapost heute erneut lanciert – und womit? Wie wir befürchten: mit Recht!

Seit Mitte der 1960er Jahre hat Zypern Probleme mit der Wasserversorgung. Die Verstädterung und die zunehmende Grundwassernutzung in Verbindung mit Staudammprojekten verschärfen das Problem der immer weniger werdenden Niederschläge auf dem Inselparadies mit einst üppiger Vegetation. Mehrjährige Dürreperioden und länger anhaltende Sommer haben dazu beigetragen, den immer unhaltbareren Fortschritt des Problems zu vergrößern.

Die beunruhigenden Nachrichten gelten allerdings nicht nur für Zypern. Teile vieler anderer Länder im Mittelmeerraum, einschließlich Griechenlands, haben ebenfalls ein hohes Desertifikationsrisiko.

Ostkreta – Eine Wüste?

Und auch Kreta ist aufgrund ungünstiger bioklimatischer, hydrologischer und terrestrischer Bedingungen bedroht – besonders östlich von Heraklion. Damit befindet sich Ost-Kreta in „guter Gesellschaft“ mit dem westlichen Teil der Insel Lesbos, den Kykladen-Inseln, der Kilkis-Region im Norden Griechenlands und den Hügeln Zentral-Thessaliens.

Die Bank of Greece schätzt, dass die Auswirkungen des Klimawandels das Land bis zum Jahr 2100 ca. 123 Milliarden Euro kosten werden. Von der griechischen Zentralbank wurde ein Ausschuss eingerichtet, der mit der Untersuchung der makroökonomischen Kosten des Klimawandels beauftragt ist. Dieser schätzt die Kosten des Klimawandels in den Jahren von 2025 bis 2050 auf 1,5% des BIP des Landes, auf 0,9% zwischen 2051 und 2070 und 0,1% über 2070 hinaus.

Hier auf Kreta ist die Landschaft wegen der Hangneigung in fast alle Himmelsrichtungen und der Bodenbeschaffenheit besonders gefährdet –  und nicht zuletzt wegen der zukünftigen Landnutzungsprognosen.

Durch ein neues Resort in der Nähe von Sitia im Nordosten der Insel, die Projekte der Minoan Group und das Itanos Projekt „Gaia“ werden vermutlich die Wasser- und Landnutzungsprofile in diesem empfindlichen Gebiet der Insel sicher ebenfalls verändert werden. Aufgrund des krisenbedingt anhaltenden Drucks auf die Entwicklung eines massiveren Tourismus auf diesen Inseln wird die Wasserversorgung ein akutes Problem werden, wenn nicht von Seiten starker Interessenverbände oder gar der Politik konsequent eingegriffen wird.

Positives gibt es auch

Das Projekt Hyperion von Prof Dr Dieter Otten bei Sitia. Hier wird Solarthermie-Energieerzeugung mit intelligenter Wasserwirtschaft gekoppelt. Gute Idee, Dieter.

Kreta und Zypern, Rhodos und viele andere Inselgemeinden hängen sowohl vom Tourismus als auch von der Landwirtschaft ab, was sie bzw. ihre Regierungen in massive Gewissenskonflikte stürzt. Man hätte schon gerne auch beides…..

Aber seien wir ehrlich: nicht viele Touristen lieben die Idee von Ferien auf ausgetrockneten Felsen im Meer (Anm. d. Red.: und die, die das mögen, machen eh Urlaub auf Lanzarote….!). Und die Menschen, die im Paradies leben, können sich nicht wünschen, dass Obstbäume und Gemüsegärten für immer verschwinden und sie damit ihrer Lebensgrundlage berauben.

Da muss was passieren – und zwar ganz bald!

Unser Filmtipp: „Die Wüste lebt. Einer der schönsten Naturfilme aller Zeiten.“

Auch interessant: Woher kommt eigentlich das ganze Wasser auf Kreta?

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