ZDF: „Die Griechenland-Lüge“- ein Gute-Nacht-Film

Video Beschreibung:

Die ZDF-Dokumentation zeigt eine von Wunschdenken und Ignoranz geprägte Politik, die Griechenland in den Abgrund führte – und wie die deutschen Bürger von der Politik systematisch getäuscht werden. Für die Dokumentation waren die Autoren in Griechenland unterwegs, sprachen mit Verlieren und Gewinnern der Krise.

Immer wieder täuschte die Politik sich selbst und die Öffentlichkeit. Schon beim Beitritt zum Euro wurden Kritiker mundtot gemacht. Politische Romantik sei wichtiger gewesen als ökonomische Vernunft, sagt Frits Bolkestein. Der ehemalige EU-Kommissar rechnet in der Dokumentation mit der deutschen und der Brüsseler Politik ab. Ein hochrangiger Insider aus der EU-Kontrollbehörde bestätigt: Viele hätten damals gewusst, dass Griechenland nie hätte in den Euro aufgenommen werden dürfen, doch das wollte niemand hören.

Finanzielle Hilfen kommen nicht an
Milliarden sind inzwischen nach Griechenland geflossen. Doch bei den Griechen kommt das Geld nicht an. Das Textil-Unternehmen von Cecile Varvaressos im Norden des Landes zum Beispiel bekommt keine Kredite mehr. Bürokratie und Vetternwirtschaft sind immer noch im ganzen Land präsent. Und die harten Auflagen der EU helfen nicht — im Gegenteil: „Das Spardiktat ist genau der falsche Weg. Hier wird dem Land jede Chance genommen, sich wieder zu erholen“, sagt der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar.
Griechenland rutscht immer tiefer ins Elend. Mit einem Sozialarbeiter waren die Reporten in den Armenvierteln Athens unterwegs: Immer mehr Menschen verlieren ihre Jobs, verarmen und der Staat kann ihnen nicht helfen. Seit Beginn der Krise müssen viele Mütter ihre Kinder ins Heim bringen, weil sie sie nicht mehr ernähren können.

kreta25

Reiche Griechen zahlen keine Steuern
Gleichzeitig zahlen die reichen Griechen noch immer keine Steuern. Die Autoren trafen das Oberhaupt einer Reeder-Familie. Für den Niedergang seines Landes macht der Multimillionär die griechische Politik und die Bürokratie verantwortlich. An einen korrupten Staat will er keine Steuern zahlen. „Oder würden Sie Ihr Geld Al Capone geben?“, fragt der Reeder.

In der Krise hat die Kanzlerin immer wieder versucht, das Griechenland-Problem kleinzureden. Doch jetzt ist klar: Der deutsche Steuerzahler trägt die größten Risiken. Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, spricht in der Dokumentation von der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg und appelliert an die Politik, endlich Lösungen zu finden.

Gut gemacht, Empfehlung.
(bitte weiterleiten)

Post to Twitter Post to Delicious Post to Facebook Post to MySpace

3 Kommentare

  1. Hallo Jörg,
    ich habe mir den Bericht bis zum Ende angesehen. Er ist sehr interessant und deckt sich mit den Berichten meiner griechischen Freunde.
    70 Milliarden sind nach Griechenland geflossen und nicht dort angekommen, wo sie gebraucht werden. Ein Land, dass sich durch Korruption selber kaputt macht.
    Wie schade.

  2. Vielen Dank, dass Ihr diesen Beitrag hier veröffentlicht habt – finde ihn sehr gut und er deckt sich nahezu mit meiner ganz persönlichen Meinung zur Griechenlandkrise. Nicht nur Griechenland ist korrupt, hat die Augen zugemacht und sich durchgeschummelt (und das schon seit Jahren), sondern die ganze EU, allen voran Deutschland! Und wer muss es ausbaden? Der kleine Mann, bei dem die Millarden nicht ankommen, weil vor lauter Bankenrettung, Schuldentilgung die Wirtschaft / Investitionen vergessen worden sind, die Arbeitsplätze halten oder schaffen könnten und damit das Überleben sichern könnten. Bravo, liebe Politiker!!!

    Viele Grüße aus Deutschland – Kerstin

  3. Hallo Ihr Lieben
    ich habe den Link für diese Video wieder an die ORF Seite (Debatte über Griechenland) weitergeleitet und empfohlen, daß der ORF wieder seine Aktion Nachbar in Not aktiviert um den Menschen zu helfen die jetzt unschuldig leiden müssen. Ich habe auch gesagt, wenn es dazu kommt, daß ja kein Cent davon in die Hände eines Politikers kommen darf.

    Liebe Grüße aus Österreich
    Maria

Kommentare sind geschlossen.