Zur Tsunami-Gefahr in der Ägäis – ein wissenschaftliches Statement.

Nach den vielen Erdbeben des Frühjahrs 2016 (wir berichteten) und den weltweiten Ereignissen rund um dieses Thema (die „neuesten“ waren Algerien 2003, Thailand 2004, Java 2006 und Fukushima 2011) mit vielen tausend Toten, widmen wir uns diesem Thema nun auch mal.

Damit wollen wir weder schlechte Laune machen noch Panik schüren, aber es gibt nun mal ein paar Tatsachen, vor denen man als Küsten- oder Inselbewohner nicht unbedingt die Augen verschließen sollte.

Ein paar dieser Fakten und Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen landeten in den letzen Tagen auf den Schreibtischen bzw. Bildschirmen der Radio Kreta Redaktion und wir wollen sie gerne mit Euch teilen. Nicht, dass hinterher einer sagt, wir hätten nicht informiert!

Costas Synolakis

Besagte Informationen stammen von Kostas Synolakis, Professor für Umwelttechnik an der Universität von Kreta, die er während einer Rede bei einer Veranstaltung an der Akademie von Athen preisgab, wo er als 45. ordentliches Mitglied zugelassen wurde. Diese Informationen besagen, dass ein von einem Erdbeben der Stärke 7 auf der nach oben offenen Richterskala in der Ägäis verursachter Tsunami den in Küstennähe lebenden Menschen nur 10-15 Minuten Zeit lassen wird, bis die Welle an der Küste angelangt. Wörtlich sagte er „zuschlägt“….

„Da wir nicht genug Zeit haben werden, müssen wir mehrere Reaktionsszenarien im Voraus bereithalten und die richtigen Vorbereitungen treffem, damit der Katastrophenschutz und andere relevante Dienste von dem Moment an, an dem der Tsunami entdeckt wird, in der Lage sein werden, die noch verfügbare Zeit entsprechend zu nutzen“, sagte er.

Synolakis warnte ebenfalls, dass viele Regionen Griechenlands keine Tsunami-Risikokarten haben und dass sie dort, wo solche existieren (z.B. Kreta), schnell wieder in Vergessenheit geraten. Er sagte, das ultimative Ziel aller Anstrengungen müsse sein, „in Griechenland niemals Szenen wie in Thailand nach dem Tsunami 2004 zu erleben“.

tsunami-mittelmeer1
Eine Tsunami-Welle.

Nach der Wirtschaftskrise eine Klimakrise?

„Nach der Wirtschaftskrise werden wir uns den Auswirkungen des Klimawandels stellen müssen“, sagte er und bemerkte, dass der Begriff „biblische Katastrophe“ oft einfach „die Verantwortlichkeiten der zuständigen Behörden verschleiert“. Der größte Tsunami, der die Region in letzter Zeit befallen habe, sei jener im Juli 1956 gewesen, nachdem ein Erdbeben der Stärke 7,7 viele Inseln der Ägäis getroffen habe. Synolakis hält verschiedene Doktortitel des California Institute of Technology. Seine Forschung konzentriert sich auf Tsunamis, Überschwemmungsfelduntersuchungen, numerische und analytische Modellierung und Gefährdungsanalyse, Minderung und Planung, hydrodynamischen Druck auf Dämme und Wellenauflauf.

Seine Forschung zu den Auswirkungen von Erdbeben, Tsunamis und extremen Meeresüberschwemmungen ist international, da er 31 Feldmissionen in 20 Ländern auf der ganzen Welt organisiert und/oder daran teilgenommen hat. Er ist eine echte Kapazität auf diesem Gebiet und vielleicht macht es ja Sinn, sich über seine Warnungen mal Gedanken zu machen.

Radio Kreta – nicht ohne Grund oben auf´m Berg….

Was es mit diesen Erdbeben hier im östlichen Mittelmeer so auf sich hat, lest Ihr hier, alles über Tsunamis in dieser Region hier 

Post to Twitter Post to Delicious Post to Facebook Post to MySpace

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte Anti-Spam-Sicherheitsabfrage beantworten: *