Zwei Deutsche aus Atlantik gerettet

02.05.2012 Pascal Schürmann – Der in Kojencharter segelnde Katamaran „blu:kat“ ist westlich der Azoren gesunken. Die Crew wurde von einem Frachter geborgen +++ Update

blu:kat

© www.blu-venture.de
Der „blu:kat“

Aufgrund eines schweren Wassereinbruchs hatten die beiden Segler ihren Katamaran „blu:kat“ gestern in den frühen Morgenstunden etwa 550 Seemeilen westlich der Azoren verlassen und waren in die Rettungsinsel gestiegen. Zuvor hatten sie einen „Mayday“-Ruf abgesetzt, der von einem Frachter einer norwegischen Reederei gehört wurde. Die 123 Meter lange „Wilson Narvik“ eilte den Seglern sofort zu Hilfe, sie traf rund zwei Stunden später am Unglücksort ein.

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© www.blu-venture.de
Die letzte Position des „blu-kat“ vor der Havarie

Der Eigner der „blu:kat“, Martin Ranft, mit dem YACHT online inzwischen telefonischen Kontakt hatte, berichtet, dass es gegen drei Uhr morgens während seiner Wache einen sehr lauten Knall gegeben habe und in den Steuerbordrumpf des Kats sehr viel Wasser eingedrungen sei. Zwar hätten die Bilgenpumpen sofort ihre Arbeit aufgenommen, doch es sei einfach zu viel Wasser ins Schiff gelaufen. Eine Chance, das Leck zu lokalisieren geschweige denn abzudichten, hätte er nicht gehabt.

Sein Mitsegler und er hätten sich dann entschlossen, das Schiff zu verlassen und in die Rettungsinsel zu gehen. Wenig später sei die „blu:kat“ gekentert. Als kurz darauf die „Wilson Narvik“ eintraf, habe nur noch der Backbordrumpf des Kats aus dem Wasser geragt. Die beiden Segler gelangten wohlbehalten an Bord des Frachters, der in ein paar Tagen das spanische Algeciras anlaufen wird.

Die „blu:kat“ war auf dem Weg aus der Karibik nach Sevilla (Spanien) gewesen. Am Tag zuvor deutete noch nichts auf das nahende Unheil hin. Im letzten Blog von Bord schrieb der Skipper:„Kurz nach Sonnenaufgang kam er, der schon seit Tagen vorhergesagte Wind! Richtung und stärke Ideal für unseren Kurs nach Ost. Dazu wenig Welle und “blu:kat” kann sich mal wieder ins Zeug legen. 6,5 Knoten und teilweise bis knapp 9 Knoten! Laut Vorhersage solls es so bleiben – wie immer werden wir weiter berichten! Einen schönen 1. Mai-Feiertag wünscht die “blu:kat”-Crew von etwa 500 sm vor den Azoren.“

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„blu-kat“-Eigner Martin Ranft

Der 59 Fuß große Katamaran war ein Eigenbau des deutschen Yachtskippers Martin Ranft. Er hatte die Aluminium-Konstruktion von 2004 bis 2009 nach einem Konzept von Othmar Karschulin auf Kreta gebaut und für Chartertörns mit bis zu sechs Mitseglern ausgestattet. Fahrgebiet war seit 2009 das Mittelmeer, der Atlantik und die Karibik.

Quelle: Yacht.de

Blu Kat auf Kreta – ein Traum ist Wirklichkeit geworden

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