Brief aus Kreta, Nr. 3 – Das letzte Agrimi.

Seine Hunde bemerkten sie zuerst. 2023, beim Aufstieg auf den Gigilos in den Weißen Bergen, sah Steven eine Kri-Kri-Mutter mit ihrem Jungen, rund 250 Meter entfernt, auf blankem Fels. Zwei Sekunden lang sahen die Tiere herüber. Dann waren sie verschwunden.

Danach wanderte er rund vierzig Mal durch die Lefka Ori. Kein einziges Tier mehr.

Im September dann, in der Samaria-Schlucht: eine ganze kleine Herde, Jungtiere darunter, dicht am Weg, völlig unbeeindruckt. Ein Ranger bat ihn, ein bestimmtes Blatt zu pflücken. Eines der Tiere kam herüber und fraß es ihm aus der Hand.

Auf Kreta gibt es für dieses Tier einen älteren Namen: Agrimi. Er bedeutet „der Wilde“.

Was 250 Meter und eine offene Hand über das Symboltier der Insel verraten – und warum ein Dorf ohne Straße die Tore der Schlucht selbst wieder aufschloss –, steht im dritten Brief aus Kreta.

→ Hier weiterlesen: „Das letzte Agrimi.“

Steven Keen lebt in Achlada, einem Bergdorf über Heraklion, und schreibt einmal im Monat einen Brief aus Kreta, auf Deutsch und auf Englisch. Alle Briefe lesen und kostenlos abonnieren: Brief aus Kreta

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