11 Fragen an…. den Bestsellerautor Andreas Deffner.

11 Fragen…. die stellen wir heute dem weltberühmten Bestsellerautor und Griechenlandkenner Andreas Deffner.

Wenn Du nur 5 Worte hast, um dich selbst zu beschreiben. Was würdest Du sagen?

Filótimo, einfallsreich, Optimist, gerecht, emotional.

Andreas (kurze Haare) schreibt Bücher, Philippos (lange Haare) macht Musik.

Was war Dein Lieblingsbuch als Kind und als Jugendlicher?

Meine Oma hatte ein altes Max&Moritz Buch. Sehr clever die beiden. Zumindest auf den ersten Seiten, das hat mir gefallen. Später in der Pubertät mochte ich diese kleinen John Sinclair Heftchen. Ein, zwei Jahre später ES von John Sinclair. Ich liebte es und habe es in drei Tagen verschlungen.

Was liest du heute am Liebsten?

Griechenlandbücher natürlich! Früher habe ich auch sehr viel tschechische Literatur gelesen. Kafka, Hrabal, Klima, Kundera usw. Wundervolle und tiefgehende Literaten. Ich lese aber auch gerne mal leichte Kost, einen guten Krimi. Etwa die Montalbano-Reihe von Andrea Camilleri oder – na klar – die Romane von Petros Markaris. Er hat mit seinem Kommissar einen ebenso spannenden Charakter geschaffen wie Camilleri und beide Ermittler essen auch gerne gut. Das gefällt mir.

Sehr viele gute Bücher erscheinen in meinem Verlag, dem Größenwahn-Verlag. ‚Olymp‘ z.B. von Martin Knapp oder ‚Torben stirbt im Wohnzimmer‘ von Levend Seyhan. Für mich eines der besten Bücher des letzten Jahres. Auch die Romane von Vea Kaiser sind grandios. Wir teilen die Leidenschaft Griechenland, und Vea hat in meinen Büchern für ihren Roman ‚Makarionissi‘ recherchiert. Das war eine große Ehre für mich. Danke Vea!

Gibt es auch Bücher, die du nur gezwungenermaßen oder nie zu Ende gelesen hast? Welche (und warum)?

Ich traue es mich kaum zu sagen, aber an Harry Potter komme ich irgendwie nicht ran. In Erinnerung geblieben ist ein Buch einer serbischen Autorin. Viele Tage habe ich mich gemüht und dann das Buch doch zur Seite gelegt bevor das erste Drittel geschafft war. Lesen soll Spaß machen. Nicht jedem sagt jeder Schreibstil zu, auch wenn die Bücher literarisch wertvoll sind.

Wie bist du selbst zum Schreiben gekommen?

Seit viele Jahren brodelte etwas in mir. Ich wollte lange schon über Griechenland schreiben und als die Idee für Alltagsspaziergänge geboren war ging es los. Ich spazierte, beobachtete und schrieb. Und es gefiel mir so sehr, dass ich immer weiterlief. So entstanden die Bücher „Das Kaffeeorakel von Hellas“ und „Filótimo!“. Und ich denke, ich werde weiterlaufen…

Wieso dieses Genre („Liebeserklärung“ an Griechenland)?

Es sind diese Alltagsgeschichten die mich immer wieder begeistert haben. Die Menschen in Griechenland sind so warmherzig und offen, dass es einem leicht gemacht wird, sie zu lieben. Land und Leute und das Licht schaffen eine Atmosphäre, die man einfach erleben muss. Also wollte ich den Griechen etwas zurückgeben. Entstanden ist mit meinem neuen Buch „Heimathafen Hellas“ eine Art Liebeserklärung an dieses bezaubernde Land und seine offenherzigen Menschen. Wir können alle sehr viel von der Lebenseinstellung der Hellenen lernen.

Wieso Griechenland? Was verbindet dich mit diesem Land?

Nach meinem Abitur reiste ich das erste mal nach Griechenland und verliebte mich gewissermaßen auf den ersten Blick. Seit vielen Jahren schon ist Toló, ein kleines Fischerdorf auf der Peloponnes, mein zweites Zuhause. Die Freunde dort haben mich seit Anfang an mit ihrem Filótimo, dem griechischen Lebensgefühl, begeistert. Das verbindet mich mit den Griechen. Ich möchte meinem Mitmenschen etwas von dieser Einstellung vermitteln.

Sind die Handlungen und Protagonisten deiner Bücher reine Fiktion oder gibt es da Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Geschehen und realen Personen oder gar autobiographische Züge?

In meinen Büchern geht es real zu. Die Figuren sind allesamt echt, wenngleich ihre Namen gelegentlich nicht original wiedergegeben sind. Aber die Geschichten haben sich genau so zugetragen, auch wenn Nichtgriechen das manchmal bezweifeln.

Woher nimmst du die Inspiration für deine Bücher? Was treibt dich um?

Es geht mir um die Menschen. Um ihren Alltag, ihre Sorgen und Nöte, aber auch darum, wie sie leben, lieben, arbeiten, faulenzen und diskutieren. Die Griechen sind ein sehr diskussionsfreudiges und gesprächsbereites Volk. Da kommen mir fast bei jedem Besuch im Kafeneion genug Inspirationen für weitere zwei, drei Bücher.

Vielleicht hast du vom 1. deutsch-griechischen Lesefestival im September 2013 in Paleochora auf Kreta gehört. Für 2016 steht ein weiteres solches an – auf Kreta oder „irgendwo“ in Griechenland. Was hältst von einer solchen interkulturellen Initiative und hättet du Lust, daran teilzunehmen?

Das 2. Festival fand in 2015 in Weimar statt. Ich war auch da, und ich muss sagen, die Idee begeistert mich. Es ist gelebte Völkerverständigung und der Austausch mit den Kulturen und über Grenzen hinweg sollte noch intensiviert werden. Gerne bin ich 2016 dabei, denn das Lesefestival ist eine großartige Idee gewesen, die wir zu einer guten Tradition ausbauen sollten. Ich habe übrigens vorgeschlagen, das nächste Festival in Nafplion oder auf Methana zu veranstalten. Ganz in der Nähe meiner „zweiten Heimat“ Toló.

Was wünschst du dir für die Zukunft Griechenlands – und für deine Eigene?

Für Griechenland wünsche ich mir Hoffnung. Die Menschen dort haben es verdient. Sie dürfen nicht im Sumpf der griechischen Politikumstände ihre Zukunft abgeben müssen. Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, haben die Griechen reichlich. Aber sie brauchen die Chance für einen echten Neuanfang. Ich wünsche mir, dass ich nach den vielen Krisenjahren irgendwann ein Buch über Griechenland schreiben kann, das vom Aufbruch und einem neuen Boom berichtet. Die Grundvoraussetzungen dafür hat das Land.

Und aus aktuellem Anlass haben wir an Dich auch noch eine 12. Frage:
In Kürze erscheint ja dein neues Buch „Heimathafen Hellas“. Worum geht es in deinem 3. Werk und was möchtest du damit erreichen?

Heimathafen Hellas erscheint am 1. Oktober. Es ist nach „Das Kaffeeorakel von Hellas“ und „Filótimo!“ ein Buch, das zurückblickt. Oft wurde ich gefragt, wie ich zu meiner Leidenschaft für Griechenland gekommen bin, wie alles angefangen hat. „Heimathafen Hellas“ bringt die Aufklärung. Von meinem ersten Urlaub in Toló im Jahr 1993 bis heute. Und es haben sich seitdem viele spannende und kuriose Geschichten zugetragen.

22 Anekdoten aus 22 Jahren Griechenland. Vom ersten Urlaub bei Perikles, dem Sohn des Poseidon, bis mitten in die Krise. Von lustig bis nachdenklich stimmend. Für Jeden und Jede ist etwas dabei. Versprochen!

Mehr über Andreas und seine Bücher erfahrt Ihr hier.


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