Wal an 30kg Plastikmüll verendet – Umweltschmutz im Mittelmeer.

Mehr als 30 kg Plastik, hauptsächlich Plastiktüten, wurden in der Magengegend des Wales gefunden, der letzte Woche, um genau zu sein, am 10. April, auf der Insel Santorin angespült wurde. Die durchgeführte Autopsie zeigte, dass das riesige Säugetier an einem gastrischen Schock starb. Der Wal war nicht in der Lage, den Müll zu verdauen oder auszuscheiden. Das Problem verursachte eine Bauchfell-Entzündung (Peritonitis), sowie Entzündung in seinem Darm, die zum Tod des Tieres führte, wie lokale Medien berichten.

Der tote Wal bringt das Problem der Tonnen von Plastikmüll wieder ins Rampenlicht, die in den Weltmeeren landen, die Umwelt verschmutzen und zum Tod von Meerestieren führen.

Der Körper des 9 Meter langen Pottwals (Physeter macrocephalus) wurde am 10. April bei Akrotiri auf der Kykladen-Insel Santorini an Land gespült. Der mehr als 7 Tonnen schwere Körper, befand sich bereits im Zustand fortgeschrittener Sepsis. Entdeckt wurde der Kadaver von einem lokalen Taucher, der zufällig in der Gegend unterwegs war.

Toter Wal mit 30kg Plastikmüll im Magen.

Zwei Tage später konnte der Rumpf mit Hilfe eines Krans und einer kleinen lokalen Fähre geborgen werden. Diese Aktion erwies sich als sehr schwierig, da der schwere Körper aufgrund des hohen Gewichts und des fortgeschrittenen Verfalls Gefahr lief, sich aufzulösen. Doch schließlich war die Bergung erfolgreich – ein Teil des Körpers wurde begraben, der Rest wurde zur Autopsie gebracht, um die genaue Todesursache festzustellen. Und die war eindeutig: 30 tödliche Kilogramm Plastikmüll im Verdauungstrakt.

Je nach Größe des Wals, seiner sozialen Struktur, den Umweltbedinungen, Spezies und Typ (Bartwal, Zahnwal etc.) kann sich die Ernährung der Wale erheblich unterscheiden: einige ernähren sich von kleinen aquatischen Lebensformen wie Fischen, Garnelen, Larven, Plankton, Krabben und Krill, andere von Tintenfischen bis hin zu großen Meeressäugern wie z.B. Seelöwen, Walrossen und anderen.

Lebender Wal.

Eine übliche Technik, die Meeressäugetiere verwenden, ist als „Filterfütterung“ bekannt, bei der diese großen Tiere mit offenen Mündern herumschwimmen und die im Wasser herumschwimmende Nahrung durch ihre Bartenborsten filtern. Diese Borsten wirken wie ein Filter, indem sie Wasser (und die darin enthaltene Nahrung) eindringen, aber nur das Wasser wieder entweichen lassen, da sie dicht genug gepackt sind, um zu verhindern, dass auch die Beute wieder entfleucht. Andere Wale, wie die Grauwale, fressen beständig vom Meeresboden.

Eines haben alle diese Wale und anderen Meeressäuger allerdings gemeinsam: Plastikmüll und sonstige Umweltgifte bedeuten für alle einen grausamen und sicheren Tod.

Radio Kreta – manchmal ganz schön traurig. Und fassungslos.

Eine Gebühr auf Plastiktüten wurde in Griechenland ja schon zum 1. Januar diesen Jahres eingeführt. Aber was ist mit einem Pfandsystem auf die millionenfach herumfliegenden Plastikflaschen in diesem Land?

2 Kommentare

  1. Moin und Kalimera, mein Eindruck ist, auch auf Kreta nimmt der Plastikmüll an den Stränden jedes Jahr zu. Mal ganz abgesehen von den Mengen an Plastikmüll der in den Olivenhainen und am Straßenrand auf Kreta rumliegt.

    Ich habe die letzten Wochen immer wieder an den Stränden von Paleochora Plastikmüll eingesammelt, man kommt aber kaum hinterher. Zum Teil liegt sehr viel Plastik-Müll an den Stränden herum, z.B. am Grammeno-Beach (Finger) und am hinteren Teil vom Krios-Beach.

    Ein großes Problem in Paleochara mit dem Müll ist, daß an allen Müllcontainern die Deckel fehlen. Viele Müllcontaine stehen direkt am Meer und der Müll flattert täglich ins Meer oder liegt zwischen den großen Streinen.

    Wäre schön wenn sich die Parteien in Paleochoara (Bürgermeister Perrakis, Regionalregierung usw.) das Thema Umweltschutz mal anpacken würden. Die Mülltrennung in Paleochora ist schon mal ein kleiner Anfang.

    „Noch mehr Plastikmüll in den Meeren“
    Das Great Pacific Garbage Patch im Nordpazifikwirbel zwischen Kalifornien und Hawaii ist viermal so groß „wie Deutschland“
    https://www.heise.de/tp/features/Noch-mehr-Plastikmuell-in-den-Meeren-4003183.html

    vg, kv

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