Aus dem Wetterstudio: Der Schirokko – Heißer Wind aus Afrika.

Kreta, Kalamos, 06:10 am frühen Morgen, 20°, 4 Bft.

Der Scirocco (auch Schirokko) ist ein heißer Wind aus südlichen bis süd-östlichen Richtungen, der von der Sahara in Richtung Mittelmeer weht. Er ist ein gleichmäßiger heißer Wüstenwind, der oft im Frühjahr, frühen Sommer und Herbst weht.

An der nordafrikanischen Küste startet er trocken und heiß; über dem Mittelmeer nimmt er Feuchtigkeit auf und wird deshalb weiter im Norden sehr schwül. Meistens zeigt er sich im Frühjahr und Herbst. Der Herbst dauert hier von November bis Ende Januar. Erst dann beginnt der kretische „Winter“ mit kalten Stürmen und viel Regen bei Temperaturen zwischen 10° – 18°.

Anzeichen

Das Barometer fällt langsam, die Luft wird bleiern, oft steigt die Luftfeuchtigkeit an. Er setzt leicht ein und hat nach 36 – 48 Stunden seine volle Stärke erreicht.

Charakteristisch für den Schirokko ist, das er gleichmäßig weht, dadurch ist er weniger gefährlich für die Segler. Der trockene Schirokko bringt außerordentlich feuchtigkeitsarme, staubführende, heiße Luft aus der Sahara oder der Arabischen Wüste heran.

Er ist im Extremfall mit schwerem Sand- oder Staubsturm verbunden.

Wo diese heiße Luft einen langen Weg über das Meer zurückgelegt hat (Sizilien, Süditalien, Golfe de Lion), reichert sie sich unterwegs mit Feuchtigkeit an.

Heißer Wind aus Afrika.

Diesen Wind bezeichnet man als feuchten Schirokko. Es ist nun sehr diesig und schwül. Der feuchte Schirokko wird besonders im Sommer als unangenehm empfunden wegen seiner erschlaffenden Wirkung.

Je größer der Temperaturunterschied ist, desto stärker wird der Scirocco. Windstärke 7 oder gar Sturmstärke werden auf See bei Schirokkolagen nur selten erreicht, oft aber 6 Btf. Der Schirokko tritt im Warmsektor von Tiefdruckgebieten auf, die meist über Nordafrika entstehen, wenn Kaltluft bis in die Sahara vorstösst. Mit dem Wandern des Tiefs schreitet der Schirokko in der Regel von West nach Ost fort und dauert daher logischerweise um so länger, je langsamer das Tief zieht.

Mehr: Aus dem Wetterstudio.

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3 Kommentare

  1. Also meine Erfahrungen in den letzten 9 Jahren jeden Tag auf vor Kreta segeln, habe ich den schirokko noch nie gleichmässig erlebt , das fatale an diesem Wind er wechselt in Küsten nahe unter 6 seemeilen so dermassen das man boen hat von 4 bft. mehr. Und dreht von Ost nach Süd. LG

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