Nikos erzählt…. „Von Diäten und Kostas Rente.“

Nikos erzählt…. über Diäten und Kostas Rente

Die Gespräche im Wartezimmer eines Arztes sind immer eine wunderbare Bereicherung für die Sinne.

Man erfährt so vieles und aus diesem Grund erscheine ich beim Arzt in der Regel zwanzig Minuten früher als vereinbart. So auch Anfang der Woche. Im Wartezimmer waren noch drei Herrschaften, zwei ältere Damen um die siebzig und ein Herr, der knappe 50 Jahre alt sein müsste. Das Thema war die Gehälter der Minister und so erfuhr ich, dass die Bundeskanzlerin um die 18 000 Euro und die Minister ca. 14 500 Euro, natürlich Brutto erhalten. Ich gönne ihnen jeden Cent, das ist nicht das Thema. Der Punkt, der mich jedoch etwas nachdenklich gemacht hat, ist die Tatsache, dass jeder Abgeordnete 9 082.—Euro verdient.

Aber in den letzten zwei Jahren haben eben diese Bundestagsabgeordneten weitere 21,4 Millionen Euro als Nebenverdienst eingestrichen. Jeder vierte Bundestagsabgeordnete hat einen Nebenjob, bei der CDU/CSU ist es sogar jeder Zweite. An der Spitze steht mit 1,1 Millionen Euro Philipp Graf von und zu Lerchenberg. Die von Lerchenbergs spielten eine wichtige Rolle im bayrischen Staate. Einer war sogar Ministerpräsident von Bayern. Ein anderer, Hugo Lerchenfeld, war ein enger Freund Otto von Bismarcks.

spitzenverdiener

Jetzt kann der Leser dieser Kolumne sich zu Recht fragen, was hat das Salär der Bundestagsabgeordneten mit Griechenland oder Kreta zu tun?

Meine Antwort: Gar nichts!

Aber es macht einen doch sehr nachdenklich, wenn 65 der CDU/CSU Abgeordneten sich gegen ein drittes Hilfspaket für Griechenland aussprechen.

Ich denke, dass es menschlich ist, wenn man sich als TOP-Verdiener nicht mit so Hungerleidern abgeben will und seine Zeit vielleicht sinnvoller verwendet, um einen weiteren lukrativen Nebenjob auszuüben.

Wie www.Abgeordnetenwatsch.de schreibt gibt es sehr viele Schlupflöcher, da ein Nebenverdienst von unter Eintausend Euro im Monat nicht angegeben werden muss. Weiter müssen Rechtsanwälte ihre Honorare unter bestimmten Umständen gar nicht angeben.

Kostas meinte, er müsste, nachdem er ab nächstes Jahr Rente bekommt, 166 Jahre leben, um ein Jahresgehalt des Grafen zu erreichen, aber, so fuhr er fort: Lieber Gott, wir haben doch nur ein Leben. Danke, dass ich es als Grieche leben darf.

Euer Niko


streamplus.de

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Ein Kommentar

  1. Und, wie auf https://www.abgeordnetenwatch.de/nebeneinkuenfte2015 erläutert, sind die angegebenen Einkünfte bei Landwirten wie Herrn von und zu Bruttozuflüsse. Das heißt, nicht Bruttogehälter, sondern gewissermaßen Bruttobruttogehälter, von denen zuerst die Löhne für Mitarbeiter und Kosten für Maschinen abgezoge werden müssten, um den Rest dann noch zu versteuern. Damit darf Kostas sich freuen, dass er deutlich kürzer warten muss, um ein „Jahresgehalt“ (in dem herkömmlichen Sinn) von Lerchenfeld zu errenten.

    Oder, wenn er es eilig hat, kann er neben seiner Rente eine Nebenbeschäftigung aufnehmen.

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