Paradox: Tourismus 2026 und kein Geld.

Touristen sind da – aber sie geben kein Geld aus

Das Problem ist eklatant und unbestreitbar: Besucher kommen, lassen ihre Geldbörsen aber größtenteils geschlossen. In Chania sind die Restaurantumsätze um 50 % zurückgegangen. Einzelhandelsgeschäfte melden einen Umsatzrückgang von 20 %. Und das ist nicht nur ein schleppender Start in den Sommer – es ist zu einer Vertrauenskrise für Unternehmen geworden, die vollständig vom Tourismus abhängig sind.

„Die Straßen sind voller Touristen und Einheimischer“, erklärte Menelaus Skouloudis, Präsident des Handelsverbands von Heraklion, „aber das Problem ist, dass weder Besucher noch Einwohner Geld ausgeben.“

Der lokale Markt als Rettungsanker

Angesichts der enttäuschenden Tourismuseinnahmen wenden sich die Kreter ihrer eigenen Gemeinschaft zu, um die Wirtschaft am Leben zu erhalten.

Gesellschaftliche Veranstaltungen – Hochzeiten, Taufen, Feiern und Feste – sind für viele Unternehmen zur wirtschaftlichen Lebensader geworden.

Quelle und mehr gute Info Kretatipp.de


Da der Begriff „Paradox Kreta“ in verschiedenen Zusammenhängen auftaucht, kommt es bei der Antwort auf das konkrete Interessengebiet an. 

  • Das klassische Paradoxon (Philosophie): Der berühmte Satz „Alle Kreter sind Lügner“, der historisch vom kretischen Philosophen Epimenides geprägt wurde, ist das wohl bekannteste Lügner-Paradoxon. Er führt zu einem unauflöslichen Widerspruch: Sagt ein Kreter die Wahrheit, lügt er, und lügt er, sagt er die Wahrheit.
  • Wissenschaft & Geologie: Es gibt ein seltenes Kontinent-Kollisionsparadoxon direkt vor der Küste Kretas. Obwohl Afrika und Europa aufeinanderprallen, zieht die Plattentektonik die Insel paradoxerweise nach Süden und dehnt die Erdkruste, anstatt sie zu stauchen.
  • Wirtschaft (Tourismus): Ein aktuelles Phänomen, da Besucherrekorde verzeichnet werden, aber die Einnahmen der lokalen Geschäfte und Restaurants in Gegenden wie Chania aufgrund knapperer Reisekassen der Urlauber stark rückläufig sind.

Autovermietungen in schwierigen Zeiten.

Und all dies geschieht in einer besonders schwierigen Zeit für die Branche, denn laut Experten ist der Kundenverkehr in den Autovermietungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen.

„In diesem Jahr ist der Kundenverkehr in den Autovermietungen um 70 % gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Unsere Branche entwickelt sich in diesem Jahr leider, wie der gesamte Tourismus, unterdurchschnittlich. Sie ist krank, würde ich sagen“, erklärte Menelaos Marakis, Präsident des Panhellenischen Verbandes der Auto- und Motorradvermietungen, gegenüber neakriti.gr.


„Ich befürchte, dass wir in Kürze in unserem eigenen Land zu Ausgestoßenen werden, zu billigen Arbeitskräften wie in Thailand. Und dieses Jahr frage ich mich zum ersten Mal, ob unsere Entscheidung, uns im wunderschönen, aber nun ungeschützten Chania niederzulassen, die richtige war.“

Eine unglückliche, aus freier Wahl wohnende Frau aus Chania

Christina Michelaraki.

zarpanews.gr

Bitte lest auch mal die Kommentare.

 

13 Kommentare

  1. @kv
    Die teilweise extreme Inflation (und Shrinkflation) in den Tavernen habe ich auch auf dem Schirm. War dieses Frühjahr erst in der Samaria-Schlucht, und habe anschließend in Agia Roumeli genau so ein Mini-Moussaka wie von dir beschrieben gegessen. Andererseits finde ich an anderen Orten irgendwie immer noch die Cafés, wo man für 4,50 Euro einen Kaffee und ein Croissant bekommt, oder das ordentliche Pita Gyros für unter 5,00 Euro. In D zahlt man mittlerweile im Schnitt 8,00 Euro für einen Döner. Ich sage nicht, dass die Inflation nicht real ist (und die Reaktion der Verbraucher darauf gerechtfertigt). Ich habe nur den Eindruck, dass sie auf Kreta noch (!) nicht ganz so flächendeckend und unverschämt durchgezogen wird wie in anderen Ländern. Die Richtung stimmt allerdings nicht mehr, das gilt eigentlich überall.
    P.S. zu Supermärkten: Ich habe vor einigen Jahren in Plakias selbst erlebt, wie die berüchtigte „Corona-Inflation“ gegen Oktober aus den Preisen genommen wurde: binnen Tagen purzelten die Sommer-Preise in den Keller, und überall tauchten die gelben Angebots-Schilchen auf. Das ist halt auch ein bisschen das Schicksal dieser Touristen-Hochburgen.

  2. # Felix

    „Wir sind im Herbst immer für vier Wochen gekommen.
    Im nächsten Jahr werden wir uns maximal noch drei Wochen leisten können, wenn wir 2 – 3 mal pro Woche selber kochen und auf den Mietwagen verzichten.“

    Moin Felix, das ist leider die Realität. Die lokalen Zeitungen, haben darüber bereits letztes Jahr und auch auch bereits dieses Jahr schon über den neuen „Trend“ berichtet.

    – es kommen zwar jedes Jahr mehr Urlauber, aber die Urlauber bleiben kürzer

    – die Urlauber buchen vermehrt eine Unterkunft mit Küche

    – Urlauber gehen weniger Essen in einer Taverne. Kochen lieber selber zu Hause. (Die große Gewinner sind die Supermärkte).

    – Urlauber geben allgemein weniger Geld aus

    Auf der anderen Seite wird Kreta weiterhin mit neuen 5 Sternen-Resorts zugebaut und zerstört!

    Ta Leme, kv

  3. Moin Chris, das mit der „Sparfuchsmentalität“ ist mir ein wenig zu pauschal. Die Preise (zum Teil unverschämte Mondpreise) sind in den letzten 2-3 Jahren in den Tavernen (auch in den Kafenia) so krass angestiegen, dass mach ich einfach nicht mit. Anscheinend viele andere Kreta-Freunde auch nicht.

    Ich verbringe einige Monate im Jahr auf Kreta und die Preise in den Tavernen, für Lebensmittel (Die Ausgaben für Lebensmittel sind um 25 % gestiegen. Innerhalb von vier Jahren sind die Preise für Brot um 33% erhöht worden, für Früchte um 38% und für Fleisch um 43%). Die Preise für Rindfleisch haben sich 2025 verdoppelt.

    Nach dem ich den gesamten Herbst/Winter/Frühling 2024/2025 und Winter 2025/Frühling 2026 auf Kreta (Kato Zaros, Plakias, Frangokastello, Agios Ioannis, Paleochora und Sougi) verbracht habe, kann ich berichten das die Preise in den Tavernen in jedem Ort ordentlich angestiegen sind. („Demnach sind in Restaurants, Konditoreien und Cafés mit 5,9 % große Preissteigerungen zu verzeichnen.“ Quelle 15.1.2024, Neakriti.gr)

    Habe ich in Kalýves für eine Gyros Platte bis 2021 immer 8.90€ bezahlt, zahle ich nun 12.50€.

    Auch in kleineren Orten im Landesinneren, in den Kafenea sind die Preise für ein Bier ordenlich angestiegen. Kato Zaros 3.-€, Azogires 4.-€ für eine Flasche Bier.

    Ein paar Beispiele aus Plakias (2x Tavernen, 2x Beach Bars):

    – Moussaka in einem kleinen runden Tongefäß stolze 12.20€ ( 9€ 2022, 10€ 2024). Tzatziki stolze 5,20€ (2022 noch 4.50€), Portion Chorta 6€. Für Brot und eine kleine Schale Oliven die man zur Begrüßung bekommt, werden 3€ berechnet. Es gab auch kein Olivenöl mehr auf den Tisch!

    – Moussaka und Briam 13.-€! (2024). Jede Flasche Bier 5€!

    – 4€ für einen Fredo Espresso und 4,5€ für einen koffeinfreien. Im Plastikbecher zum Mitnehmen.

    – Bier 5.50€

    Die Zeiten wo man den typischen griechischen Salat für 3.50€ bis 4.50€ bekommen hat, sind vorbei. Inzwischen kostet ein Salat so viel wie ein Hauptgericht vor ein paar Jahren. Auch die Preise für Vorspeisen habe sich deutlich erhöht. Eine Portion Tzatziki kostet jetzt oft 4.00€ bis 5,00€. Jahrelang betrug der Preis 3.50€.

    Für Menschen aus Skandinavien, Schweiz, USA, Kanada sind die Preise in den Tavernen auf Kreta natürlich viel günstiger, als zu Hause…

    Ta Leme, kv

  4. (teilweise off topic!)
    Das erste Mal besuchte ich Kreta 1978 und verlor mein Herz an die freundlichen Menschen, die rauhe Landschaft, den Duft der Wildkräuter und das Gefühl paradiesischer Stille, unterbrochen nur von ein paar Schafsglocken in der Ferne, bei meinen Wanderungen in den Bergen.

    Seit den 90er Jahre kommen wir als Individualreisende jedes Jahr mindestens einmal für mehrere Wochen nach Kreta, nach Plakias.
    Wir haben miterleben müssen, wie dieser stille Ort an der Südküste zu einem Touri-Kaff mutierte, der laange Strand zugebaut wurde, (die Initiative gegen die Villas oberhalb der Felswand haben wir mitgetragen) in jeder Saison aufs Neue allerhand „zeitgemäße“ Dienstleistungen und Shops erschienen, dass die Strandliegen in Preisklassen unterteilt wurden, dass das Paligremnos von einem Jahr auf das andere abgerissen wurde und an dieser Stelle Luxus-Appartements entstanden, „Christos“ durch ein überteuertes Luxusrestaurant ersetzt wurde, Tasomanolis verschwand, viele Freunde ihr Geschäft/Taverne/etc. aufgeben…

    Touristen kommen in Massen und geben kein Geld aus?
    Nein, wir haben unser Budget, erhöhen das auch entsprechend der Inflation, bekommen aber Jahr für Jahr immer weniger für unser Geld. Dadurch sind wir gezwungen, weniger zu kaufen – das ist, was passiert.

    Wir sind im Herbst immer für vier Wochen gekommen.
    Im nächsten Jahr werden wir uns maximal noch drei Wochen leisten können, wenn wir 2 – 3 mal pro Woche selber kochen und auf den Mietwagen verzichten.

    So schade…

    Irgendwann wird Plakias für die Tourismusindustrie uninteressant und dann werden die Ruinen wie in Spanien und Südfrankreich leer und tot sein.

  5. Die Sparfuchsmentalität der Touristen lässt sich auch in anderen beliebten Ferienländern beobachten, Spanien, Italien, sogar in der Schweiz. Ist eine logische Folge der Inflation/Preissteigerungen. Wobei ich das Preisniveau auf Kreta bzw. in Griechenland für einen deutschen Normalverdiener noch für leistbar halte, gerade im Urlaub. Es ist immer noch günstiger als in den o.g. u.a. Ländern. Für die einheimische Bevölkerung hingegen, die von griechischen Durchschnittslöhnen lebt, sind die Preise natürlich eine Katastrophe. Dass gerade in Plakias die Preise hochgehen, wundert mich nicht. Die kleinteilige private lokale Wirtschaft kann sich auf bestimmte Touristenzahlen verlassen und versucht, ihren Lebensstandard zu verbessern, oder auch nur zu halten. Generell beobachte ich auch den Trend: zu Hause/in der Ferienwohnung bleiben, im günstigsten Supermarkt günstig einkaufen, selbst kochen, wenig auswärts essen oder sogar bestellen (der Lieferando-Trend ist längst auch auf Kreta eingezogen), usw. Trotzdem ist die einheimische Bevölkerung noch überwiegend extrem freundlich. Ich bin allerdings aus Prinzip nie während der Hochsaison da.

  6. Moin Thomas, auf zwei Sachen von dir würde ich kurz eingehen:

    „Jedes Jahr kommen mehr Leute die Samaria-Schlucht runter nach Agia Roumeli. Davon profitieren mit Sicherheit die Tavernen im Ort. Und die Fährgesellschaft auch – und die ist meines Wissens fest in kretischer Hand. Ähnliches dürfte für KTEL gelten.“

    Seit Jahren gehen die Zahlen der Wanderer runter. Es gibt ja auch inzwischen eine begrenzte festgelegte Zahl an täglichen Wanderer. Im Netzt findest du auch die Zahlen der letzten Jahren aufgelistet. Seit ein paar Jahren hat die Schlucht auch sehr viele Tage in der Saison geschlossen.

    „Mehr Touristen geben weniger Geld aus? Ich frage mich, auf welchen Fakten diese Pauschalaussage beruht. Denn daß mehr Touristen insgesamt weniger Umsatz bedeuten, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.“
    „Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, daß wir angeblich weniger Geld ausgeben als früher. Das kann ich in Bezug auf uns selbst und alle unsere Bekannten jedenfalls nicht bestätigen.“

    Das ist so richtig. Letztes Jahr und dieses Jahr nehmen immer mehr Touristen eine Unterkunft mit Küche und kochen selbst. Die großen Gewinner sind die Supermärkte. Die Preise in den Supermärkten sind auch sehr hoch. Wenn man keinen Lidl in der Nähe hat – wird es teuer.
    Die Preise in den Tavernen, Beach Bars sind einfach viel zu HOCH. Inzwischen oft Preise wie auf den Kykladen oder der Côte d’Azur.
    Ich nehme schon seit Jahren, immer eine Unterkunft mit Küche. Seit einigen Jahren sind mir die Portionen schon zu klein und die Preise oft ein Unverschämtheit. Ich gehe nur noch sehr selten in eine Taverne – und dann bin ich auch oft enttäuscht. Kein kostenloses Wasser mehr zu Bergüßung, unverschämte Preise für das Brot und eine Servicepauschale für ein paar Oliven – mich ärgert so etwas total.
    Der Größte Preisanstieg ist mir letztes und dieses Jahr in Plakias in den Cafés, Bars, Tavernen und Supermärkten aufgefallen. Die Preise sind zum Teil eine Unverschämtheit. In Paleochora war es in den Cafés, Bars, Tavernen und in den Supermärkten oft günstiger als in Plakias.
    Auch Einheimische die ich kenne, gehen eigentlicht nicht mehr Essen. Bei den Menschen auf Kreta herrscht eine große Unzufriedenheit mit den ungebremsten Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel und bei den Lebenshaltungskosten.

    Es gibt natürlich auch regionale Preisunterschiede auf Kreta. In den zentralen Städten sind die Preise für Lebensmittel in den Supermärkten günstiger, als in einem Dorf im Hinterland. Sehr teuer sind die Preise in den Minimärkten/Supermärkten in Sougia, Frangokastello, Plakias… Auch auf den Bauernmärkten sind die Preise für Obst&Gemüse nicht mehr günstig.

    Auch die Preise für Unterkünfte, Sonnenliegen, Fahrpreise für Bus und Fähre, Strom, Gas, Heizöl usw. sind auf der Insel überall angestiegen.

    Unter den griechischen Inseln galt Kreta viele Jahre lang als ein günstiges Reiseziel und war sehr beliebt bei Familien…

    Ta Leme, kv

  7. Ich vermute mal, die meisten Leute, die diese Seiten lesen und kommentieren, sind eher keine All-Inclusive- oder Kreuzfahrt-Touristen, sondern wie wir sogenannte Individualtouristen. Meine Frau und ich bereisen Kreta seit Ende der 80er Jahre und sind jedes Jahr ein- oder zweimal dort. Und unser Reiseverhalten hat sich in all den Jahren nicht grundlegend verändert (OK, statt Rucksack nehmen wir heute Koffer, und statt Linienbussen gönnen wir uns inzwischen öfter einen Leihwagen).

    Selbst das Corona-Jahr 2020, als Reisen in der ersten Jahreshälfte ja quasi unmöglich war, war für den Tourismus auf Kreta ein gutes Jahr – das haben uns zumindest Zimmervermieter und Tavernenwirte bestätigt. Denn die Touristen, die im Frühjahr/Sommer nicht kommen konnten, kamen dann zeitversetzt im Herbst.
    Jedes Jahr kommen mehr Leute die Samaria-Schlucht runter nach Agia Roumeli. Davon profitieren mit Sicherheit die Tavernen im Ort. Und die Fährgesellschaft auch – und die ist meines Wissens fest in kretischer Hand. Ähnliches dürfte für KTEL gelten.

    Wer an dem neuen Flughafen verdient, kann ich nicht beurteilen (Fraport?). Aber ein größerer Flughafen bedeutet doch bestimmt auch mehr Arbeitsplätze für Einheimische, denke ich.

    Mehr Touristen geben weniger Geld aus? Ich frage mich, auf welchen Fakten diese Pauschalaussage beruht. Denn daß mehr Touristen insgesamt weniger Umsatz bedeuten, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

    All-Inclusive-Touristen (inkl. der Kreuzfahrer, die ja all-inclusive an Bord haben), lassen doch außerhalb ihrer Clubs sowieso (fast) kein Geld im Land. Das war doch eigentlich schon immer so.
    Bleiben als wir Individualtouristen. Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, daß wir angeblich weniger Geld ausgeben als früher. Das kann ich in Bezug auf uns selbst und alle unsere Bekannten jedenfalls nicht bestätigen.

    Daß riesige Luxushotelanlagen die Landschaft verschandeln, daß Kreuzfahrer-Rudel in Chania oder anderen Orten einfach nerven, daß frühere „Geheimtipps“ wie Balos und Elafonisi inzwischen hoffnungslos überlaufen sind, daß Wasserknappheit zunehmend zum Problem wird … das alles ist ein anderes Thema. Und wie an manchen Orten die kretische Gastfreundschaft zunehmend der Geldgier weicht, das ist ebenfalls bedauerlich. Der „Ausverkauf“ der Insel geht leider weiter …

    Individualreisende ebnen den Weg für Pauschaltouristen, das war schon immer und überall so.
    Wir hätten halt nie jemandem erzählen dürfen, was für eine tolle Insel Kreta ist.

    In einem alten Merian-Heft aus den frühen 80er Jahren gab es einen Artikel „ Loutró, sterbendes Dorf am Libyschen Meer“. Und jetzt guckt euch das sterbende Dorf heute an …

    Also, wer noch einen echten Geheimtipp entdeckt … bloß nicht weitersagen!

  8. Das ist alles traurig und mein eigenes Verhalten entspricht diesem Trend nicht. Ich wohne bei Kretern, ich besuche örtliche Tavernen und Kafeneions usw.
    Aber der Trend vom Bau von Luxusresorts und All-Inclusive Herbergen wird fortgesetzt! Wie konnte Kreta die Bebauung mit über 600 Zimmern in Triopetra genehmigen? Woher wird das Wasser kommen? Woher die Arbeiter? Vermutlich auch aus dem „Fernen Osten“. Dort leben einfach nicht genügend Kreter. Sich nun über das Verhalten dieser Luxustouristen zu beschweren ist doch dumm! Solche Hotelburgen mit 10 Pools passen nicht nach Kreta! Aber wir Touristen können sie nicht verhindern. Das müssen die Kreter schon selber tun!

  9. Liebe Kati,bin gerade für einige Tage im Osten in Palekastro und da sind es die Österreicher Dauer Wildcamper die nerven also egal wie,wo hier es geht immer mehr bergab

  10. Wir reisen seit 30 Jahren nach Griechenland und waren immer mal wieder auf Kreta.
    Diese ganzen großen Resorts mit Allinklusive meiden wir wie die Pest,auch wegen der Gäste die sich oft daneben benehmen.Wir lieben kleine Hotels oder Appartement Anlagen mit Pool und nur Frühstück.Mittags und Abends essen wir gerne in Tavernen im Ort oder am Strand unter Griechen.Die Deutschen habe ich ja in Deutschland zur Genüge.Wir mieten immer ein Auto vor Ort und genießen die Gastfreundschaft der Griechen/ Kriterien.

  11. Die Gentrifizierung nimmt Fahrt auf. Dieses Jahr hat in Kissamos das neue Ikos-Resort eröffnet. Dort ist alles, aber auch wirklich alles inklusive, nicht nur die mehreren Restaurants, auch der Frisör, etc. Die Touris müssen das etwas gespenstische, kameraüberwachte Gelände gar nicht verlassen, und falls doch: Ikos hat seine eigene Mietflotte. Außerdem arbeiten sie wohl mit handverlesenen Tavernen außerhalb des Resorts zusammen. Bei normalen Geschäftstreibenden in Kissamos dürfte jedenfalls nur wenig Umsatz ankommen. Nicht einmal besonders viele Arbeitsplätze bringt so ein Resort, und die werden dann auch oft noch an Menschen aus noch strukturschwächeren Ländern vergeben. Das Ikos Kissamos macht Werbung unter der Überschrift „The epitome of Cretan charm“ – naja… Auf die Art wird Kreta zu einem Disneyland, bei dem nur noch die Shareholder abkassieren.

  12. Ja und das sehen wir die ganzen letzten Jahre – einen eklatanten Rückgang der Einnahmen aus dem Tourismus trotz horrend steigender Gäste (seit 2023 fehlt schon 1 Milliarde, wenn man den Statistiken glauben möchte).

    Schuld daran? Die kurzsichtige Auswertung der Flüge (und die falsche Rechnung: mehr Passagiere=mehr Geld). Deshalb wurde ja auch der riesige neue Flughafen in Auftrag gegeben.

    Je mehr Billigflieger Kreta direkt anfliegen (März bis Dezember teils), desto größer wird dieses Problem.
    Alle wollen billig Urlaub machen (viele allinclusive), und die anderen wollen in Kreta ihre Pension billig verbringen (und essen selten auswärts).
    Beide Gruppen sind in der Region sehr kaufschwach.

    Natürlich gibt es da noch andere Aspekte, die mitspielen.
    Aber würden wir auf das Flugangebot von zB 2019 zurückgreifen, dann gäbe es das Problem nicht. Es ist komplett krank, von wievielen deutschen Städten Direktflüge von Billigfliegern nach Kreta gehen!!

    Ein Beitrag der vielen deutschen Pensionisten hier wäre zB nicht vielfach im Jahr hin- und herzufliegen (deutsche Ärzte sind dann doch zu bevorzugen, das Enkerl für den Geburtstag treffen sowieso, …), sondern so als würden die Flugpreise 300-400 Euro kosten.

    Ein Blick zum Nachbarland Österreich: Ein absolut gern gesehens Klientel überall. Flüge eher ab 300 anstatt ab 40, gehen gerne auswärts essen, geben gut Trinkgeld und verhalten sich einfach so wie man das früher so gemacht hat im Urlaub…

    Für Menschen die hier sind weil sie die Insel bereits seit den 80ern lieben ist der Ausverkauf von Kreta traurig. Auch die Arroganz und das Benehmen vieler Deutscher, die in den letzten Jahren hierher kamen. Man hat gar keine Ruhe mehr, es sind von Februar bis Dezember merkbar mehr Touristen und Deutsche unterwegs. Überall wird jetzt deutsch gesprochen in den Tavernen, einfach schrecklich.

    Warum spreche ich das an? Weil es Tatsachen sind.
    Weil genau das die unkultivierten rücksichtslos, kurzsichtig und egoistisch Agierenden sind. Die Besserwisser, die nur halb hingucken (da wo es sie nicht tangiert).

    Beispiele gefällig?
    -„wieso soll ein Pool ein Problem sein“. gibt doch nur seit 2 Jahren Notstand in div Regionen das Wasser betreffend, das geht doch den Pool Besitzer nichts an…..
    – „wieso nicht da mit dem Camper parken, wo steht No Camping, machen ja andere auch“.
    – „wieso darf ich hier nicht wochenlang wildcampen, steht kein Schild, reg dich nicht auf Alte“. ja, wieso an Gesetze halten? oh und ein weiteres Beispiel warum die Tavernen nichts davon haben.
    – „Wasserknappheit gabs in den letzten 40 Jahren nicht“. ach so. der Notstand aus dem Osten muss Deep Fake sein.
    – „wieso, in Deutschland ist das auch erlaubt“. meistens nicht, und irrelevant.
    – „die Pools sind ja alle mit Meerwasser befüllt, wo ist das Problem“. Leider nicht erlaubt, möglich wäre es schon, aber auch für einen Sole Pool braucht man leider viel Trinkwasser.

    Deutsche machen etwa 30% der internationalen Fluggäste in Kreta aus.
    Und seit 2019 gibt es über 25% mehr Fluggäste aus D.

    Gut. Die kultivierten Menschen wissen was ich hier damit darstellen möchte, die anderen lallen um 10 Uhr bei ihrem Mythos rum und wissen trotzdem alles besser.

    Nur zur Erinnerung: Veränderungen passieren nicht mit heißer Luft reden, und hinter-mir-die-Sintflut-Gehabe. Es braucht neue Gesetze, besonders das Wassermanagment betreffend.
    und dieser kranke Irrsinn mit diesen vielen Billigfliegern muss auch zurück gehen.

    Es wäre schön, wenn wir Veränderung zeigen. Mitwirken. Nicht aufhören etwas verbessern zu wollen.

    Die alte Frau von nebenan nimmt zB jetzt den Besen öfter. Sie hat bemerkt, dass Wasser kostbar ist und lässt es nicht mehr jeden Tag 10min sinnlos laufen.

    Das sind Beispiele von wir können etwas verändern, durch zeigen. durch einen Pool pro Ortschaft bauen zB (heißt bei uns Schwimmbad, und man kann dann tatsächlich auch schwimmen i.Ggs. zu den privaten wasserverschwendenden Plantschbecken).

    Liebe Grüße!
    Kati aus dem Süden

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