Buchtipp: “ Time For Change“, von Yianis Varoufakis.

Das neue Buch von Yanis Varoufakis: „Time for Change“.

Heute erscheint das neue Buch von Yanis Varoufakis „Time for Change“, in dem er seiner Tochter die Wirtschaft erklärt.

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Unser Buchtipp.

Erfrischender Querdenker – oder Totengräber des Euro? Yanis Varoufakis, ehemaliger Finanzminister von Griechenland, vertritt Thesen, die so kontrovers diskutiert werden wie sein Outfit. In lässigen Auftritten erklärt er die Welt, redet Klartext, wo andere nur Worthülsen produzieren. Viele Menschen berührt er sympathisch, andere sehen in ihm den Leibhaftigen. Wer ist er wirklich, was treibt ihn um? Varoufakis ist ein Meister darin, ökonomische Fragen mit der Geschichte der Kolonialisierung, mit den Matrix-Filmen und aktuellen Bezügen zu verbinden. Sein Buch will Interesse an der Wirtschaft wecken und bezieht leidenschaftlich Position für den Menschen und gegen eine Ökonomie der Unterdrückung.

Yanis Varoufakis

Yanis Varoufakis, Jahrgang 1961, ist ein griechisch-australischer Wirtschaftswissenschaftler und Autor zahlreicher Buch- und Zeitschriftenpublikationen. Er war Professor für ökonomische Theorie an der Universität von Athen und an der Lyndon B. Johnson School of Public Affairs der Universität in Austin, Texas. Von Januar bis Juli 2015 war er Finanzminister der Regierung unter Alexis Tsipras.

Fazit:

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Yanis Varoufakis.

Man muss Varoufakis nicht mögen und man muss auch kein Linker sein, um das Buch zu lesen. Interessant sind zum einen die Erklärungen fundamentaler Wirtschaftsbegriffe, zum anderen die Denkanstöße und Diskussionsgrundlagen, die es seinen jungen Lesern geben kann: Wie viel Markt und wie viel Staat sind nötig? Wieso müssen Pleite-Banken eigentlich gerettet werden? Wie befreien wir uns und andere aus der Matrix – wenn wir es denn wollen?

Oder um es mit Varoufakis Worten zu sagen: „Wenn man Jugendliche nicht dazu bringen kann, sich für das Wesen von Reichtum, Armut, Wirtschaftsmacht (und ihre Verteilung in der Gesellschaft) zu interessieren, zeigt sich, dass man dem, was unsere Gesellschaft antreibt, selbst nicht genug Wichtigkeit beimisst.“

Man bekommt bei der Lektüre des Buches eine Ahnung von den burlesk-bizarren Szenen, die sich während der Verhandlungen abgespielt haben dürften, als ein Romantiker der Seele gegen die Zahlenkolonnen der Pragmatiker antrat.

Christine Lagarde vom Internationalen Währungsfonds wünschte sich dringend einen „Dialog mit Erwachsenen“, Varoufakis dürfte sie belehrt haben wie eine Tochter.

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