Paleochora und der Tourismus in Zahlen.

Die Gegend rund um Paleochora  ist ein wichtiges touristisches Gebiet der Präfektur von Chania, das trotz seiner relativ großen Entfernung von der Stadt Chania und den Toren zur Insel (Flughäfen und Häfen) eine bedeutende Anzahl von Besuchern anzieht, wie  ERT (Ellinikí Radiofonía Tileórasi, „Ελληνική Ραδιοφωνία Τηλεόραση“, zu deutsch: Griechischer Hörfunk und Fernsehen) berichtet.

Die Umfrage zum Tourismus

Während der Touristensaison 2015 sammelten 25 Doktoranden von MAIX und ERASMUS (aus den wichtigsten Stichprobenländern) durch persönliche Interviews von Juni bis September Primärdaten mit einer Stichprobenanzahl von 615 Besuchern in der Region Paleochora. Auch wir nahmen teil.

Paleochora im Südwesten Kretas.

Die außergewöhnlichen (mikro-)klimatischen Bedingungen der Region (mehr als 280 Sonnentage/Jahr und Sommertemperaturen durchgängig über 25°C sowie die 18 km lange Küste, die den Urlaubern zahlreiche Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten bietet, machen Paleochora zu einer attraktiven Urlaubsdestination. Diese Tatsache wird alleine schon durch die Anzahl von Besuchern deutlich, die den Ort mehr als einmal besucht haben und offensichtlich die direkteste Quelle der Werbung sind. „Social media“ live, sozusagen…

Die Analyse der Gegebenheiten ergab folgendes: 

Internet und Kaffee ist ja wichtig.

Die Region um Paleochora im Süden der Präfektur Chania weist eine ständig steigende Anzahl von Touristen auf. Obwohl das Dorf von den Häfen und Flughäfen der Insel recht weit entfernt ist, konnte es bereits einen beträchtlichen Teil „bewusster“ Besucher gewinnen, die gezielt nach so einem Ort im Internet gesucht haben.

Zeitlosigkeit und deutlich ansteigender Verkehr in der weiteren Umgebung sind Anzeichen für ein gutes Management und zufriedenstellende Angebote, aber diese Daten müssen analysiert werden, um für eine rationellere und effizientere Entwicklung und Kommunikation genutzt werden zu können.

Dazu gehören laut des Wissenschaftsteams die Untersuchung der Eigenschaften dieser Besucher, die Faktoren, die zu der Entscheidung das Gebiet zu besuchen führten, die Dauer des Aufenthaltes, die Art der Buchung der Unterkunft, die Zufriedenheit der Beherbergungsbetriebe, das Familieneinkommen und die Ausgaben während ihres Aufenthalts zu erfassen.

Profil der Paleochora-Besucher

Das wichtigste Element, das Besucher von Paleochora unterscheidet, ist ihre Nationalität. Drei von vier kommen aus nicht-skandinavischen Ländern. Dies ist äußerst ungewöhnlich, da die „touristische Vorherrschaft“ skandinavischer Touristen (52%) im Westen der Insel bekannt ist. Der Großteil der Besucher kommt aus mittel- und nordeuropäischen Ländern (Deutschland, Großbritannien, Österreich und Frankreich).

Eine weitere Besonderheit hat mit dem deklarierten Einkommen zu tun, die meisten von ihnen verfügen über ein mittleres bis hohes Einkommen. Die Hälfte von ihnen gib ein Jahreseinkommen von mehr als 45.000 € an, während jeder vierte ein Einkommen von über 80.000 € aufweisen kann.

Zwei von zehn sagen, dass sein Urlaub mehr als zwei Wochen dauert. Sehr wichtig ist die Tatsache, dass 6 von 10 „Wiederholungstäter“ sind, d.h., dass sie das Gebiet in der Vergangenheit immer wieder besucht haben und so eine beachtliche Gruppe von „loyalen“ Paleochora-Besuchern geschaffen haben. Die meisten Touristen sind über 45 Jahre alt und kommen in Begleitung ihrer Familie und Kindern. Der Großteil von ihnen sind öffentliche oder private Angestellte, während 8% Studenten sind (letztere vermutlich unter 45 Jahre alt.. ;-)).

Die Gründe, Paleochora als Urlaubsziel zu wählen

Der angegebene Hauptgrund für die Auswahl dieser Urlaubsregion ist die Natur. Das Triptychon „Sonne, Meer, und Strände“ ist die stärkste Motivation für ihre Wahl.

Der Bilderbuchstrand von Grammeno. Im Hintergrund Paleochora.

Ein wichtiger Faktor ist auch die lokale Küche (finden wir auch!), die zeigt, dass das Konzept der kretischen Küche und Ernährung eine Schlüsselrolle spielt – ein Bereich, der weiterentwickelt werden kann. Das Preis-Leistungs-Verhältnis folgt als dritter Faktor.

25% der Besucher geben an, dass ihr Aufenthalt auch mit der Existenz archäologischer Stätten zusammenhängt.

Wie wird die Unterkunft gebucht?

Die Art und Weise, wie die Unterkunft gebucht wird, ist anders als in anderen Gebieten der Präfektur.

Wie bereits erwähnt, haben die meisten Besucher die Gegend in der Vergangenheit immer wieder besucht. Dies erklärt die Tatsache, dass zwei der beliebtesten Buchungsarten persönlicher Kontakt und Telefon oder E-Mail sind. Oft genug wird bei der Abreise auch schon gleich wieder für´s nächste mal gebucht.  Auf einer ähnlichen Ebene variiert das Online-System, während eine kleinere Anzahl von Besuchern über Reiseagenturen oder Reiseveranstalter buchen.

Zufriedenheit mit Unterkunft und Service

Die Zufriedenheit mit den Unterkunftsleistungen ist in allen Kategorien extrem hoch (Sauberkeit, Hotelleistungen, Lebensmittelqualität, Preise, Sicherheit). Geringere Zufriedenheit wird oft nur bei der Auswahl von Inhouse-Aktivitäten verzeichnet, was jedoch hauptsächlich auf das Fehlen einer solchen Infrastruktur zurückzuführen ist, da die meisten Unterkünfte klein und (fast) privat sind und logischerweise keinen derartigen Service bieten.

Kosten für Konsum 

Die folgende Tabelle zeigt die Kosten, die den Besuchern während ihres Aufenthaltes in der Region entstehen. Es sollte hier angemerkt werden, dass diese Kosten nicht die Flugkosten und Unterkunft beinhalten. Die meisten, fast 4 von 10, geben an, dass sie mehr als 900 € ausgeben, was, wie leicht zu verstehen ist, ein wichtiger Impuls für die lokale Wirtschaft ist.

Die Tatsache, dass dieses Geld in erster Linie der lokalen Wirtschaft zugute kommt, scheint auch dort zu liegen, wo die Besucher ihr Geld ausgeben. Aus der folgenden Tabelle sind die Hauptbereiche zu ersehen, in denen die Besucher ihre Ausgaben tätigen: Restaurants und Tavernen sowie Lebensmittel und Getränke, die in der überwiegenden Mehrheit aus lokaler Produktion. An dritter Stelle wird der Kauf von Produkten wie Kleidung, Schuhe, Schmuck und Souvenirs erwähnt. Auf den letzten Plätzen landen die Kosten für Exkursionen und „Nightlife“.

Ausflüge in die Umgebung

In erster Linie ist das natürlich der Strand von Elafonissi mit 71,80%, gleich gefolgt vom Dörfchen und Strand Anidri und Sougia mit 53,2% respektive 42%.

Westkreta hat viele schöne Strände. Die 18 schönsten befinden sich rund um Paleochora.

Überraschend erscheint, dass es scheinbar weder eine Präferenz für die antike Stadt Elyros bei Rodovani oder für Kandanos mit seiner Schlucht und unzähligen Kirchen und Kapellen gibt – das liegt aber wahrscheinlich an mangelnder Information darüber. 

Die wichtigsten Schlussfolgerungen dieser Studie

  • Die Besucher sind sehr „loyal“ (60% haben die Gegend wiederholt besucht), und die überwältigende Mehrheit (94%) beabsichtigt, zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu kommen.
  • Persönlicher Kontakt und Telefon sind die häufigsten Methoden zur Buchung von Unterkünften.
  • Elafonissi, Anidri und Sougia sind die beliebtesten Ausflugsziele in der Nähe.
  • Die Zufriedenheit mit den angebotenen (Beherbergungs-) Dienstleistungen liegt mit fast 90% auf einem extrem hohen Niveau.
  • Paleochora-Besucher sind meist einkommensstarke Besucher (25% mit Einkommen über 80.000 €)
  • Ein bedeutender Prozentsatz (40%) gibt während des Aufenthaltes mehr als 900 € aus, wobei 40% der Besucher länger als zwei Wochen bleiben.
  • Die Kosten (außer Reise und Unterbringung), die den Besuchern entstehen, decken ein breites Spektrum kommerzieller Unternehmen in der Region ab (Restaurants, Geschäfte und lokale Produkte/Lebensmittel).

Im Fall von Paleochora glauben wir, dass 85% des Geldes in der Gegend bleibt, da es sich um kleine, lokale Unternehmen handelt, die diesen Umsatz generieren. Der wirtschaftliche „Fußabdruck“ der Touristen ermöglicht es der Region aufgrund des hohen Multiplikators in den Genuss bemerkenswerter wirtschaftlicher und sozialer Vorteile zu kommen.

Schreib- und Analyseteam:
Dr. George Baourakis, (MAIC-Direktor)
Professor Konstantinos Zopounidis, (Technische Universität Kreta – Audencia Nantes School of Management, Frankreich)
Periklis Drakos, (EDIP Department für Wirtschaftswissenschaften, Universität von Kreta)
Dr. Dimitrios Niklis, Forscher, Wirtschaft und Management, MA.I.X. – Technische Universität von Kreta
Andreas Perrakis, Forscher, MA.I.X. – Technische Universität von Kreta.

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