Quads auf Kreta: „Mann liegt schnell auf der Seite“.

„Quads sind durch ihre schmale Spurweite relativ kippgefährdet, in Kurven kann das schon bei geringem Tempo sehr schnell gehen“, sagt Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte beim TÜV Rheinland. „Sie kombinieren sämtliche Nachteile von Auto und Motorrad: keine Knautschzone, keine elektrischen Stabilitätshelfer, keine Kurvenlage.“ Schon ein kleiner Ausweichschlenker kann das Quad auf die Seite legen und den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer verletzen.

Quad Parade
Quad-Parade vor dem Waters Edge Cafe.

Für die Straßenzulassung müssen die Quads lediglich die gesetzlichen Mindeststandards erfüllen. Zwar gibt es bei den Gefährten am Markt deutliche Qualitäts- und Preisunterschiede, aber das sei in der Regel nicht entscheidend: „Mehr als 90 Prozent der Unfälle werden durch die Fahrer verursacht, nicht durch die Fahrzeugtechnik“, sagt TÜV-Experte Sander.

Seit 2006 gilt für Quads die Helmpflicht. Als Schutzkleidung sollte das Motorrad-Niveau gelten. Quads sind wegen ihrer ganz eigenen Fahrweise stark gewöhnungsbedürftig.

Geschichte der Quads

Faun Kraka
Faun Kraka

Als „Ur-Quad“ wird in Deutschland meist der Kraka (Kurzwort für Kraftkarren) genannt, der 1962 in Deutschland von der Firma Faun für die Bundeswehr entworfen wurde, sowie das M274 Mechanical Mule der US Army (1957). Diese Fahrzeuge verwendeten die Luftlandetruppen als luftverlastbare Waffenträger. Das Nachfolgemodell des Kraka war kein Quad mehr, sondern der gepanzerte Waffenträger Wiesel.

Die Vorläufer der Quads aus der jüngeren Vergangenheit waren ursprünglich von Honda entwickelte dreirädrige All-terrain (Motor)cycles (ATC). Auch Yamaha (u. a. „Tri-Z“) und Kawasaki (u. a. „Tecate“) machten sich in diesem Bereich einen Namen. Hauptabsatzmarkt waren die USA, hier tauchten die Fahrzeuge als erstes auf. Die Dreiräder waren zunächst nur als Freizeitfahrzeuge für die südkalifornischen Wüsten gedacht.

Die Fahrwerksgeometrie dieser Vierräder ist eher auf Spaß als auf Sicherheit ausgelegt. Die Motorkraft wird auf eine starre Hinterachse ohne Schwinge übertragen, auf der zugleich das meiste Gewicht des Fahrers lagert. Beim Beschleunigen wird das Vorderrad so stark entlastet, dass Lenkbewegungen nicht auf den Untergrund übertragen werden.
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Auf Kreta werden im Sommer auch „Quad-Safaris“ angeboten. Hier erhält man ein kurzes Fahrtraining und eine vernünftige Einweisung in das Fahrzeug. Allen Anderen sei geraten, sich mit diesem Fahrzeug wirklich vertraut zu machen. Sonst ist ein Unfall, ein Zusammenstoß mit einer Ziege vorprogrammiert.

In Paleochora werden keine Quads mehr angeboten aufgrund zahlreicher schwerer Unfälle. Einzig und allein Kinder-Quads mit E-Antrieb sieht man noch im Dorfe.


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3 Kommentare

  1. „In Paleochora werden keine Quads mehr angeboten aufgrund zahlreicher schwerer Unfälle. Einzig und allein Kinder-Quads mit E-Antrieb sieht man noch im Dorfe.“

    Hoffentlich bleibt das so. Wir lehnen diese sogenannten „Spassfahrzeuge“ in Urlaubsgebieten voll ab.

Kommentare sind geschlossen.