Tsoutsouras: Großer Schlepperring auf Kreta aufgeflogen.

Es war einmal…. ein beschauliches Dörfchen im Süden Kretas, im Regierungsbezirk Heraklion. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 120 (im Sommer sind es touristenbedingt einige, aber nicht allzuviele mehr) und das Leben plätschert so vor sich hin. Aber irgendwie ist auch immer was los. „Fliegende Händler“ mit Gemüse, Hühnern, Klamotten, Teppichen und Werkzeugen peppen die Tage auf, der Bauunternehmer donnert mit seinen Baumaschinen durch´s Dorf und eine kleine eingeschworene Gemeinde findet sich abends in einem der Kafenia ein und hat Spaß.

Wir sprechen da aus eigener Erfahrung, denn zu einer solchen eingeschworenen Gemeinde hatten wir die Ehre der Zugehörigkeit, als wir dort lebten. Dort, wo alles begann und wo auch unser Mitso das Licht der Welt erblickte…

Alles in allem ein vollkommen unspektakulares Örtchen am libyschen Meer kurz vor Afrika: Tsoutsouras (von Einheimischen auch Simbabwe genannt, weil hier Gesetzlosigkeit herrscht). Die nächste Polizeistation ist in Arkalohori, ca. 45min entfernt.

Und nun berichtet nachrichten.at folgendes, was, wenn man den Ort und die Umgebung kennt, nicht unbedingt überrascht….:

„Auf der Mittelmeerinsel Kreta ist nach Medienberichten eine große Schlepperbande aufgeflogen. Mindestens 20 mutmaßliche Schlepper und mehr als 120 Migranten wurden festgenommen.

Das berichteten griechische TV-Sender am Freitag in Sondersendungen. Ein Offizier der Küstenwache bestätigte der dpa, dass die Aktion „in vollem Gange“ sei.

Die Schlepper sollen den kleinen Hafen Tsoutsouros im Süden der Insel als Drehscheibe für die Beförderung von Migranten aus Griechenland nach Italien genutzt haben.

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Freund Nikos Lamprakis hat in Tsoutsouras alles im Blick….

Sogar in Höhlen rund um die kleine Ortschaft hätten die Sicherheitskräfte versteckte Menschen entdeckt, hieß es in griechischen Presseberichten. Auch in der größeren Hafenstadt Kretas, in Heraklion, habe es Festnahmen gegeben.“

Vom Festland nach Kreta

Die Sicherheitsbehörden hatten seit Monaten den Verdacht, dass Schlepper Migranten vom griechischen Festland nach Kreta bringen und von dort mit alten Motorschiffen und Segeljachten nach Süditalien. Mindestens ein Polizist soll Mitglied dieser Bande sein, berichteten Nachrichtenportale weiter.

Was allerdings überrascht, ist die dahintersteckende Logistik. Da werden also Migranten vom griechischen Festland erst mal nach Kreta gebracht, um von einem verlassenen und verwaisten Hafen aus nach Italien gebracht zu werden. Organisation scheint ja doch irgendwie zu gehen….

Radio Kreta – immer gut informiert.


streamplus.de

Und hier gibt es noch mehr Hintergründe zu „umgekehrten“ Flüchtlingsströmen.

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