Chania – Der Niedergang einer Stadt?

Chania | Der große Tropfen 

Profilbild des Autors Von George Kiagias am 22. August 2025, zuerst erschienen bei Hania.news.gr

XANIA-FAROS-LIMANI

Ich möchte nicht zu weit zurückgehen, um zu erklären, was im Alten Hafen von Chania – der Seele unserer Stadt – geschieht und möglicherweise geschehen wird.

Als ich 2008 nach 40 Jahren in Deutschland zurückkehrte, fand ich den Hafen lebendig vor.

Im Winter blieben viele Geschäfte geöffnet. Im Sommer füllten ausländische Touristen, griechische Touristen und Einheimische die Geschäfte und die Promenade davor. Alles lief wie am Schnürchen, es gab keine Probleme. Alle sprachen über den Hafen von Chania. Alle beneideten ihn. Die Tavernen, Cafés und Restaurants waren bis mindestens zwei Uhr morgens voll.

Meine Freunde aus dem Ausland erzählten mir immer: Wir waren in den Altstädten Kroatiens. Es war schön, aber nur einmal und nicht ein zweites Mal. Die Preise waren hoch, alles war in bester Ordnung, das Verhalten des Reisepersonals tadellos, alles elegant und standardisiert. Hier herrscht das wahre Leben, das Authentische, das Spontane, die Überraschung, die Vielfalt. Wer einmal nach Chania und in seinen Hafen kommt und sich darin verliebt, kommt immer wieder.

Der damalige Bürgermeister sah die Dinge anders. Er wollte, dass der Hafen elegant wird. Er forderte eine Reduzierung der den Geschäften zugestandenen Gemeinschaftsfläche um ein Drittel! Das war ein Schlag ins Gesicht für das Leben und die Wirtschaft der Altstadt. Nach großem Widerstand stimmte er der Reduzierung um ein Drittel zu – und nicht um zwei Drittel. Die Corona-Pandemie verzögerte die Umsetzung der neuen Verordnung. Nach dieser Krise durften sich die Geschäfte eine Zeit lang ausbreiten, um einen Teil der verlorenen Fläche auszugleichen – ein implizites Eingeständnis, dass die Einnahmen mit der neuen Verordnung geringer ausfallen würden!

Als die neue Verordnung in Kraft trat, servierten viele Restaurants, um den neuen Bedingungen gerecht zu werden, nur noch teure Gerichte. In Restaurants, in die die Einwohner von Chania jahrzehntelang zum Trinken gingen, fanden sie bereits gedeckte Tische vor. Wenn sie etwas trinken wollten, konnten sie sich in die letzte Reihe hinten mit dem Rücken zur Wand setzen. Die Einwohner von Chania gingen nicht mehr in diese einst so beliebten Restaurants.

Die allgemeine Genauigkeit wurde durch die entsprechenden Punkte ergänzt, und so gelangten wir zur aktuellen Situation: In den meisten Sommermonaten sind die Geschäfte am Hafen ab 22 Uhr leer – Geschäfte, die im Sommer oft den ganzen Tag geöffnet hatten. Der Grund: Die Griechen, die es gewohnt sind, spät zu essen, können sich die teuren Gerichte nicht leisten. Bis 22 Uhr bleiben ausländische Touristen, und dann nichts mehr. Kurz gesagt: Die Griechen wurden weitgehend aus den Geschäften am Hafen vertrieben. In den Hafen mit seinen hohen Preisen und ohne Griechen werden die Touristen weniger Lust haben zu kommen.

Im Winter sind die meisten Geschäfte im Hafen geschlossen, die Beleuchtung ist gedämpft, und es gibt weder Tische noch Stühle, was dem Hafen ein trauriges Bild der Verlassenheit verleiht.

Der Niedergang des Hafens hat begonnen.

Aber das Beste kommt noch. 

Es ist geplant, in allen Geschäften des Hafens einheitliche Eisenvordächer als Schattenspender zu installieren. Industrielle Strukturen werden einen großen Teil der Fassade der prächtigen historischen Gebäude des Hafens verdecken: die absolute Demütigung des historischen Charakters der Altstadt. Uniformität: der größte Feind der Schönheit und das Ende aller Entwicklung, ein Leben auf Eis.

Gleichzeitig wird mit der Pflasterung begonnen. An antiken Stätten bleiben die Geschäfte geschlossen, bis die notwendigen Reparaturen durchgeführt sind – was bekanntlich bis zu zehn Jahre dauern kann. Der nächste Markt wird der Hafen sein, ein Ort mit Baustellen hier und da, mit Projekten, die nie fertiggestellt werden, mit vielen geschlossenen Geschäften und einer roboterhaften Architektur vor den Gebäuden.

Auch in Nea Chora ist ein großer Yachthafen geplant. Ich schätze, dass nach seiner Fertigstellung keine Boote mehr im Alten Hafen anlegen dürfen. Außer einigen Fischerbooten und einigen Touristenbooten mit Glasboden wird es dann keine Boote mehr im Hafen geben…

Da überall in der Stadt riesige Fünf-Sterne-Hotels aus dem Boden schießen und die ohnehin schon hohen Preise für Griechen und Touristen aus der Mittelschicht (von letzteren lebt der Tourismus auf der ganzen Welt, sogar in Davos und St. Moritz) unerschwinglich werden, wird dies auch Folgen für den Hafen haben.

„Du übertreibst, George, du übertreibst, mein Freund“, höre ich sie sagen. 

Aber ich habe nichts gesagt. Im Extremfall sprechen die Dinge für sich.

PS.1: Kein Problem mit dem einen Laden mit Eisendach, der bereits existiert. Ich möchte den Laden und die Besitzer nicht in Verruf bringen, aber der ganze Hafen so? Nur Gnade!

PS.2: In Chania haben wir viel Sonne. Sie blendet uns und wir sehen nicht, was um uns herum passiert.

37 Kommentare

  1. Das sind alles sehr betrübliche Entwicklungen, die offenbar keiner von „uns“ möchte. Aber das alles funktioniert nach marktwirtschaftlichen Prinzipien; wenn damit kein Geld zu machen wäre, gäbe es das nicht. Es gäbe keine Kreuzfahrten, es gäbe keine 5-Sterne-Paläste, keine Golf-Ressorts, keinen Massentourismus.

    Da „wir“ da alle nicht mitmachen, muss es jemand anderes sein. Unsere Kinder vielleicht, unsere Enkel? In dem Fall wäre das dann natürlich komplett anders zu bewerten. Die lieben Enkel haben ja nur… oder es war nur einmal oder gerade so günstig, oder, oder, oder. Aber dann hätten wir ja etwas verkehrt gemacht, bei der Erziehung. Kann also nicht sein. Am besten, es sind halt „die Anderen!“. Damit ist der Käs‘ dann gegessen.

    Also schreiben wir hier ein paar Zeilen der Betroffenheit und gut is‘.

    Ich habe mich mal einige Jahre in einer demokratischen Mitmachpartei engagiert. Jede Meinung zählte, jeder wurde gehört, jeder war wichtig. Zumindest theoretisch. Denn fast niemanden interessierte das alles. Fast niemanden interessierten demokratische Entscheidungsfindungsprozesse, niemand wollte aktiv arbeiten. Noch nicht einmal Vorgekautes durchlesen samt Daumen hoch oder runter wollte man. Beschweren, meckern? Ja, logisch! Was „die da“ wieder machen, unglaublich. Man kann statt dessen natürlich auch irgendwo ein Selfie von sich schießen. Aber anstatt die Evolution einfach still ihr Werk verrichten zu lassen, wird die Absturzstelle später mit Stahlbeton, Geländern und Schildern gesichert, damit zumindest dort keiner mehr runterfällt.

    Ich weiß, sehr zynisch, aber einfach nur meckern, die Augen verschließen und woanders hingehen, damit ändern wir rein gar nichts!

  2. # Bernd Graf

    „Triopetra waren fast schon, im positiven Sinne, „lost places“.“

    Moin und Kalimera Bernd, mit der Ruhe in Triopetra ist es bald vorbei. Auch dieser unberührte Strand wird zugebaut.

    Am 26. Juni 2025 genehmigte das Umweltkomitee der Region Kreta die Pläne der Emerald Developments S. A.für ein Fünf-Sterne-Hotel mit 600 Betten in Triopetra.

    Am 18.8.2025 hat der Ausschuss für Umwelt und Raumplanung der Region Kreta/Regionalbehörde (PASOK-ND) die zweite positive Stellungnahme zur Umweltverträglichkeitsstudie abgegeben.

    Auch bei diesem Luxus-Projekt geht es nicht um Nachhaltigkeit, im Mittelpunk geht es um den Profit von Unternehmensgruppen, auf Kosten des Umweltschutzes und der Bedürfnisse der Bevölkerung.

    https://www.kretatipp.de/luxus-siedlung-triopetra-genehmigt/

    https://www.argophilia.com/news/the-vanishing-paradises-of-crete/243363/

    Ta Leme, kv

  3. Dies zieht sich durch viele Städte und Dörfer. Auch Ierapetra wurde vor Jahren modernisiert. Die Tavernen mussten durch Auflagen umgebaut und modernisiert werden. Die meisten Tavernen auch in den Dörfern haben die Preise massiv erhöht. Früher waren die Tavernen idylisch, gemütlich und einladend, solange kein aufdringliches Personal versuchte Kunden anzulocken.
    Die jetzigen Kontrollen und Abgaben zwingen die Betreiber die hohen Preise teilweise zu rechtfertigen. Willkommen in der Neuzeit. Die Ausbeutung zieht immer grössere Kreise. Profitsteigerung statt Kultur zu bewahren und die Gäste und Kunden freundlich und wie früher hilfsbereit zu empfangen.
    Mese gibts kaum noch und wenn dann sind es Chips und Erdnüsse. Das ganze ist ein trauriges Kapitel auch auf Kosten der Natur.

  4. Ich habe heute Morgen einen Kommentar zu dem obigen Thema abgegeben. Meines Erachtens in einem ruhigen sachlichen Ton. Warum wurde er gelöscht?

  5. Auch wir waren 1980 das erste Mal auf Kreta und in Chania. Danach immer wieder. Zuletzt 2019 vor Corona eine Woche in einem Stadthotel in Chania und nun wieder die letzten zwei Maiwochen in diesem Jahr per Mietwagenrundreise jeweils fünf Nächte in Paleochora, Souda/Plakias und in Ferma, ganz im Südosten. Wie ein Mitforist auch schrieb, es unterliegt alles einer gewissen Dynamik und man kann nicht erwarten, dass alles noch so ist wie vor 45 Jahren. Natürlich ist die gesamte Nordküste mittlerweile „zubetoniert“ von Agios Nicolaos bis weit hinter Chania im Westen. Nichtstestotrotz hat uns Chania positiv nach sechs Jahren überrascht, denn dort ist Hafengebiet positiv in die Sanierung von Häusern und Anlagen investiert worden. Natürlich spielt auch die Reisezeit eine Rolle. Wer irgend kann sollte in der Vorsaison nach Kreta Reisen. So leer und entspannt hatten wir den Flughafen in Heraklion noch nie erlebt. Nirgendwo Touristenmassen oder Kreuzfahrer. Die Stände bei Frango Kastello oder Triopetra waren fast schon, im positiven Sinne, „lost places“. Und die Kreter, bis auf eine Ausnahme, immer noch herzlich freundlich, trotz der jahrzehntelangen Touristenmassen! Wir haben für den nächsten Mai wieder einen Urlaub auf Kreta geplant. Kali mera!

  6. #Thomas I.

    „Kein Kreter braucht Kreuzfahrttourismus ala Mykonos.“

    Moin und Kalimera Thomas, man sollte ja denken, die Schattenseiten des Kreuzfahrt-Tourismus müsste sich inzwischen bis in jedes Wohnzimmer (in Deutschland, Österreich und der Schweiz) herumgesprochen haben, dass die Kreuzfahrschiffe totale Drecksschleudern sind und die Arbeitskräfte massiv ausgebeutet werden.

    Das Geschäftsmodell der Kreuzfahrtunternehmen basiert auf Steuervermeidung, Ausbeutung der Arbeitskräfte und dem skrupellosen Umgang mit der Natur.

    Leider nimmt der Kreuzfahrt-Tourismus an allen Standorten auf Kreta jedes Jahr zu. Nehmen wir mal Ágios Nikólaos. Der Kreuzfahrt-Tourismus ist zu einem festen Bestandteil der lokalen Wirtschaft in Ágios Nikólaos/Gemeinde Ágios Nikólaos/Regionalbezirk Lassíthi geworden.
    Kreuzfahrtschiffe bringen erhebliche Einnahmen. Organisierte Bustouren, Jeep-Safaris, Tavernen, Schmuckgeschäfte, Spinalonga profitieren von den Kreuzfahrtouristen.

    Auch der der Kreuzfahrt-Tourismus in Ágios Nikólaos nimmt jedes Jahr zu. 2025 waren es schon 49 Kreuzfahrtschiffe, 20% mehr als 2024. 2026 sollen noch mehr Kreuzfahrtschiffe in Ágios Nikólaos ankommen.

    Ta Leme, kv

  7. γασας, Chania hatte schon Übertourismus als wir 2019 da waren. Die 5-Sterne stehen nur am Ende der Geldgier. Noch mehr Anmache am Hafen, noch mehr wie Santorini. Für Kissamos finde ich das wirklich schade, da All-in Hotels die Besucher für die klassischen Tavernen am Strand abgreifen. Die Anwohner müssten protestieren und Unterschriften sammeln. Kein Kreter braucht Kreuzfahrttourismus ala Mykonos.

  8. Ich wahr vor 55 jahren auf Kreta von der Schweiz aus mit Autostop via Brindisi mit der Fähre da wahren eigentlich nur Tramper und sehr wenige Touristen anwesend der Drachmen wahr die Währung für uns wahr die ganze jnsel der Himmel auch die Einheimischen wahren so Gastfreundlich lebten 3-4monate in Matala in felsen pro jahr fast 15 Jahre vor 7 Jahren war ich wieder mal dort ich Erschreckte was da passiert ist und werde nie mehr auf meine so geliebte Jnsel gehen

  9. @ Eule

    „Im Norwesten bei Kissamos soll angeblich eine riesige Anlage mit Häusern (für Touristen?) 2 Luxushotels und noch schlimmer, mit einem Golfplatz, errichtet werden.“

    Moin und Kalimera Eule, leider nicht nur angeblich. Das gigantische Mega-Projekt ist bereits genehmigt. Es gab auch nur 1-2 kritische Zeitungsartikel.

    In der Kissamos Bucht zwischen Kissamos und Nopigia herrscht Goldgräberstimmung. Zwei 5-Sterne-Luxushotel/Resorts (Ikos Kissamos Resorts und Costa Nopia) und weitere 4 Sterne Hotels sind geplant.

    Die größte ist die Investition von IKOS Resorts in ein 140 Hektar großes Gebiet in der Bucht von Kissamos mit dem Ziel, ein 5-Sterne-Luxushotel zu bauen.

    Das große Tourismusprojekt Costa Nopia betrifft die Schaffung eines luxuriösen Touristenkomplexes, der zwei Hotels, Ferienhäuser, einen Jachthafen, einen Golfplatz, Sportanlagen, ein Konferenzzentrum umfassen wird.

    Auch der wunderschöne unberührte Triopetra-Strand wird nun zugebaut. Am 26. Juni 2025 genehmigte das Umweltkomitee der Region Kreta die Pläne der EMERALD DEVELOPMENTS S.A. die Pläne für ein Fünf-Sterne-Hotel mit 600 Betten in Triopetra. Bis jetzt gab es hier nur Meer, Steine, Stille…

    Hinter den Luxus-Projekten (5 Sterne Hotels und Luxus-Ressorts) stecken überwiegend internationale Konzerne und internationale Investorengruppen aus Asien/Russland/China/Israel und Arabischen Staaten.

    Ein weiterer Profit steckt in den Zuschüssen und Subventionen, die für den Bau bei der EU und anderen Institutionen beantragt werden können.

    Unsere schöne und geliebte Insel Kreta wird leider immer mehr rücksichtslos zugebaut und zerstört (Luxus-Resorts, neuer Flughafen, Neubau einer Autobahn, Windparks, Kreuzfahrttourismus usw.).

    Erkundungsbohrungen von Erdöl- und Erdgasfeldern vor der Westküste von Kreta, eine gemeinsame griechisch-israelische Radarstation auf Kreta und 56 Windparks sind geplant.

    Ich bin der Meinung, dass die Obergrenze für Touristen auf Kreta schon längst erreicht bzw. überschritten ist, und Kreta nicht mehr Touristen, neue 5 Sterne Hotels und Luxus-Resorts verträgt.

    Statt auf höhere Touristenzahlen und All-Inklusive Massentourismus und 5 Sterne Hotels/Resort sollte die Regionalregierung von Kreta auf einen sanften nachhaltigen ökologischen Tourismus setzen.

    Kalo Mina, kv

  10. @ Thomas schweida

    „naja…ganz so schlimm ist es auch nicht und das leben unterliegt eben einer gewissen Dynamik.“

    Moin und Kalimera Thomas, na ja, du hast aber schon mitbekommen, dass seit einigen Jahren, Lehrer und Ärzte vom Festland, die in Chaniá dringed gebraucht werden, keine bezahlbare Wohnung finden. Alles wird in AirBnB- Vermietung umgewandelt,

    In Chaniá herrscht mir während der Sommersaison schon seit einigen Jahren einfach viel zu viel Trubel, nerviger Autoverkehr im Stadtzentrum, Menschenmassen die sich tagsüber durch die Gassen der Altstadt schieben. Dazu fast täglich die negativen Auswirkungen vom Kreuzfahrttourismus (die Einheimischen meiden die Innenstadt, wenn Kreuzfahrtschiffe im Hafen anlegen).

    Wie in vielen anderen europäischen Städten, dreht sich in der Altstadt von Chaniá auch alles nur noch um Konsum und Kommerz. Wie sagte neulich ein Kellner in Paleochóra zu mir, Chaniá ist Disneyland.

    In den letzten Tagen gab es auch Berichte in den lokalen Zeitungen, über Beschwerden von Baulärm (mitten in der Hochsison) in der Altstadt von Chaniá. Die Touristen haben die Hotels gewechselt.

    Für ein paar Stunden ist ein Aufenthalt ok, dann freue ich mich aber auch wieder an einem kleinen Küstenort an der Südküste zu sein.

    Kalo Mina, kv

  11. Vermutlich wird es eine ähnliche Tendenz wie auf Mallorca geben, wo Touristen nicht mehr willkommen sind. Griechenland müsste sich umstellen und nicht so sehr auf Tourismus setzen. Wir waren dieses Jahr so weit weg von Chania wie es geht. Dort sind die Menschen noch entspannt und freundlich. Ein Betreiber eines Souvenirshops sprach davon, dass Griechenland eine Revolution braucht. Inzwischen sollte man eigentlich besser nach Albanien oder Serbien fahren, wo die Menschen ebenfalls freundlich und der Urlaub noch erschwinglich ist…schade.

  12. 1984 war ich als Seemann mit einem 1895 gebauten Segelschiff dort. Wir haben in guter Gesellschaft mit den Fischern gelegen. Es war eine sehr menschliche Zeit. 2022 habe ich mein Unternehmen verkauft und ein Boot gekauft, auf dem ich heute Lebe. Das menschliche sympathische Griechenland gibt es noch. Man muss es allerdings suchen. Chania gehört nicht mehr dazu. Im Mai war ich dort und auch in der Altstadt. Dort wollte ich ein Bier trinken und eine Kleinigkeit essen. Im ersten Restaurant das ich ansteuerte und was nicht in der ersten Reihe ist, wollte man €10,- für ein Corona Bier. Da bin ich aufgestanden und in die nächste Gyrosbude. €4,50 für Gyros Pita Small und €5,- für ein Mytos klein. Die Atmosphäre habe ich als angespannt in Erinnerung. Überall Augen die einen beobachten und hoffen, dass Du der nächste Kunde bist. Sehr traurig!! Leider Menschen gemacht.

  13. Der Überturismus ist leider eine leidige Zeiterscheinung.
    Das es überall nicht mehr schön ist für die einheimische, griechische Bevölkerung.
    Da wird sich auch nichts daran ändern, wenn man für ankommende Touristen von Kreuzfahrtschiffen Geld verlangt. Leider.
    Und viele Gastrobetreiber sind noch schlimmer und verlangen astronomische Preise für Getränke und Essen.
    Und sind wir ehrlich, ich möchte nicht nach Santorin oder sonst wo hin, um all die Menschenmassen zu erleben. Und man hat keine Chance die Schönheit Griechenlands zu geniessen. Schade um die bekannte griechische Gastfreundschaft. Aber es wird leider nicht besser.

  14. Ja, es ist sehr traurig wie sich Chania und Umgebung negativ verändert hat ! Das wird sich auch bald rächen, denn richtige Kreta-Urlauber werden auf andere Inseln ausweichen ! Wir haben vor 3 Jahren noch ein liebes Quartier entdeckt, das noch echt griechisch ist – Gastfreundschaft einer tollen Familie ! Auch die naheliegende Kleinstadt ist noch sehr griechisch und direkt am Meer ! Keine Hotelburgen viele kleine Läden nur auserhalb einen Supermarkt mit noch normalen Preisen ! Restaurants im Hafen mit guter Preis/Leistung !Hoffen, dass es noch lange so bleiben darf !

  15. Wir haben Chania auch sehr gemocht. Ich war 1985 das erste Mal mit dem Rucksack da. Damals hatten wir selbst den Strand von Falassarna für uns allein.
    2016 und 2017 war ich mit meinem Mann an der Nordküste und wir haben es da noch genossen, Chania zu besuchen, tagsüber oder abends, es war zwar auch damals schon voll, aber dennoch sehr schön, besonders in der Markthalle. Da gab es gutes Essen, auch Fisch, zu vernünftigen Preisen.
    Nach mehreren Urlauben direkt im Süden der Insel, haben wir uns letztes Jahr darauf gefreut, ein psar Tage am Anfang sowie am Ende des Urlaubs in Chania zu verbringen.
    Am ersten Abend war ich bereits überfordert von den Massen, die sich im Hafen und den Gassen bewegten. Der nächste Tag sah nicht besser aus und wir “ flohen“ am übernächsten Morgen mit dem Bus gen Süden. Die Nächte vor dem Rückflug habe ich direkt storniert und wir sind am Tag des Abflugs erst angereist. Selbst die paar Stunden bis zum Einchecken waren mir im Zentrum wieder zu viel. Das Schlimmste sind die vielen Gruppen, die von den stinkenden, riesigen Schiffen kommen. Die schieben sich durch Hafen und Gassen und niemand sieht einen Cent von denen. Erschreckend, was aus unserem geliebten Chania geworden ist.

  16. Wenn ich das so lese, wird’s mir flau im Magen. Ich liebe Chania und war schon 7 mal dort. Die Atmosphäre im Hafen war immer was besonderes. Leider wird die Markthalle im September noch nicht fertig sein. Schade, ich hatte mich so drauf gefreut. Stimmt, schon vor 2 Jahren habe ich gemerkt, das alles teurer wird und Chania von vielen Tagestouristen besucht wird. Da ist tagsüber nichts mit schön durch die Altstadt schlendern. Schade.

  17. Es ist leider überall so geworden. ich bin in Luxemburg geboren und mit einer Griechin verheiratet. Sie schwärmte immer von „ihrer“ Heimat Chalkidiki und Thessaloniki.
    Vor ein paar Jahren haben wir uns ein Haus hier gekauft und sind komplett nach Griechenland gekommen. Aber auch hier sind die Probleme ähnlich gelagert wie auf Kreta. Alles wird verändert, aber nicht fertig gestellt. Tavernen ziehen die Preise an , die Qualität lässt zu wünschen übrig…..es wird massenhaft gebaut und von Bulgaren,Serben gekauft. Nichts gegen die neuen Bürger, aber sie kommen nur wenige Wochen im Jahr und treiben dadurch die Mieten und andere Dinge in die Höhe…..ganz zu schweigen von der Infrastruktur wie Wasser Strom und so weiter. Straßen gehen kaputt und nur notdürftig oder gar nicht repariert. Wasserleitungen platzen jeden Tag woanders. Promenaden sollen verschönert werden, Sportplätze auch. es wird angefangen und nicht weiter gemacht. Bauunternehmer kriegen kein Geld, weil plötzlich 1,5 Millionen Euro irgendwo“versickert“ sind und niemand weiß wo……
    Es wird kommen wie in anderen Tourismus Gegenden Europas auch…..die Einheimischen gehen auf die Straße,(müssen auf die Straße gehen), damit sich etwas ändert.
    Liebe Grüße aus Chalkidiki
    Mil64
    PS. ich habe mittlerweile ein griechisches Nummernschild auf dem Auto, denn es wurde mehrmals beschädigt bin hin zu „Graffitis“ mit dem Hinweis….GO HOME!!

  18. Im Norwesten bei Kissamos soll angeblich eine riesige Anlage mit Häusern (für Touristen?) 2 Luxushotels und noch schlimmer, mit einem Golfplatz, errichtet werden. Woher soll das Wasser kommen, welches jedes Jahr knapper wird. Der neue Flughafen wird alles auch noch schlimmer machen. Der Overtourismus wird die Insel zerstören.

  19. Auch wir, meine Frau und ich, sind viele Jahre nach Kreta gekommen. Mit dem Bus (öffentlicher Verkehr) an die Südküste in unseren Lieblingsort. Vorher und nachher zwei oder drei Nächte in Chania.
    In den Ort im Süden möchten wir nicht mehr. Zunehmend kamen die Leihwagenfahrer, die möglichst direkt am Strandmäuerchen einen Parkplatz suchten, ein bisschen herumliefen und wieder abfuhren: „den Ort haben wir gesehen, können wir abhaken“. (Für einen Parkplatz an der Peripherie wäre der Platz vorhanden, der Ort könnte den Verkehr heraushalten). Unruhe und Lärm, Autoverkehr und -Abgase. Kleine Buchten, in die man früher nur mit einer Wanderung gelang, werden jetzt mit Motorboot“Taxis“ angefahren und bringen Menschen mit, die nicht Stille suchen, sondern das „Erlebnis“.
    Der „Traumurlaub“ (Reiseprospekt) wird zum Trauma.
    In Chania ähnliche Probleme: mehr und mehr Touristen, die “den malerischen venezianischen Hafen” sehen wollen und dies in einem der inzwischen stereotypen Restaurants mit ihren inzwischen stark gestiegenen (überhöhten?)Preisen.
    Unser kleines Hotel in der Innenstadt: es wurde gegenüber ein guesthouse für junge Leute eingerichtet, die bis in die Morgenstunden “feiern” und sich besonders durch naerrisches Lachen auszeichnen. Jetzt suchen wir das eigentlich so liebenswert geführte Hotel nicht mehr auf,

    Ich fürchte, die nicht endende Gier. nach mehr, nach mehr Umsatz, nach mehr Gewinn schafft es, jeden schönen Ort zu zerstören. Die schoenen Orte auf dieser Welt werden zu Anlageobjekten, interessant daran die Rendite.
    Die Mutter einer Familie mit vier Kindern erklärte mir, sie wollen im Herbst für eine Woche nach Kreta. Auf meine Frage, wohin denn dort antwortete sie, wohin es ginge wüsste sie gar nicht, nur: ein Hotel auf Kreta, im Reisebüro gebucht.

    Eine traurige Entwicklung. Und die Einheimischen können sich nicht wehren.

  20. Da meisten Probleme verursachen die Dackel( Influencer), die mit ihren “ Geheimtips“ auf Insta, TicToc, Facebook usw. alle schönen Ecken der Insel Millionen von 29€ Flugtouristen bekanntmachen. Da muss dann ja jeder Hans und Franz hin. Unbedingt Fotos machen. Rosa Sand mitnehmen aus Elafonossi. Mit tausenden anderen Schafen per Boot nach Balos, um den Strand mit Zigarettenstummeln zu sättigen und in die Lagune zu pis..n. Kreuzfahrtschiffe, mit all inclusive, auch der Luftverschmutzung, sind viel zu billig.Wenn doch bloss die Hotels für alle Nichtgriechen doppelt so teuer wären. Und die Restaurants fùr alle, die nicht griechisch sprechen, 200% Aufschlag. Dann würde vielleicht auch was bei den Arbeitenden hängenbleiben.

  21. Hallo, Ich war vor 2 Jahren das letzte Mal in Chania und 5x einige Jahre davor und ich kann bestätigen, daß es immer konventioneller und teurer wurde. In einigen Restaurants merkte man, daß nur noch nach Profit geschaut wurde, die Freundlichkeit die man sonst kannte,hat definitiv nachgelassen. einfach schade.

  22. naja…ganz so schlimm ist es auch nicht und das leben unterliegt eben einer gewissen Dynamik..die Preise gehen hoch, weil sie sich europaweit angleichen ..und damit auch die Löhne. der.lidl in chania ist teurer als der.lidl in forchheim ….und das geht ja nur, wenn die einheimischen auch genügend Geld haben …ich finde chania immer schön…vor 20 Jahren und heute auch …lediglich die lauten und schlechten strassenmusikanten sind schlimm

  23. Ja. Auch ich komme seit nun 40 Jahren nach Kreta. Anfangs war ich immer in der Nähe von Chania. Jetzt nicht mehr. Vor 4 Jahren haben wir uns ein Häuschen gekauft. Aber genau aus diesen Gründen nicht im Norden. Jedoch fängt es im Süden auch an. Es gibt jetzt schon Tavernen wo wir nicht mehr hingehen weil sie die Preise verdoppelt haben und die Portionen halbiert. Auch wird jetzt plötzlich ein AI-Hotel gebaut (Triopetra). Obwohl es gegenteilige Gesetze gibt. Korruption lässt wie überall herzlich grüßen. Und die Einheimischen können nichts dagegen tun. Nur ärmer werden.

  24. Europa geht den Bach runter. Chania,Lissabon,Wien…wer diese Städte in den 80ern kannte verfällt in Wehmut. Ab 2000 wurde nichts besser!
    Mich freut schon, wenn das jemand so sensible wie Du wahrnimmt! Den Meisten ist das leider eher egal.

  25. Leider kann ich alle Kommentare bestätigen.Chania ist meine 2. Heimat. Wir sind als Gastarbeiter Kinder mit unseren Eltern hierher gefahren. Das authentische, kretische Städtchen ist in ein lebloses Tourismus Zombie verkommen. Konsequenz: ich vermiete mein Haus (man passt sich an) und verbringe meine Zeit auf Korfu.

  26. Mir geht es genauso. Ich lebe inzwischen ca 6 Monate im Südosten Kretas. Als ich letztes Jahr wieder einmal in den Nordwesten fuhr, um eine Freundin in Kissamos zu besuchen, endlich nach ca 10 Jahren auch nach Chania rein.
    Der Schock war so groß, dass ich nach einer halben Stunde aufgegeben habe. Dabei war auch ich vor 40 Jahren das 1. Mal dort und durfte diese Zeit genießen.
    Jetzt habe ich Chania gesucht und Ballermann gefunden.
    Leider geht auch Rhethymnin in die Richtung.
    Hoffentlich bleibt Lassithi noch griechisch so lange ich dort lebe.

  27. Es stimmt mich traurig, ich kann die vorherigen Aussagen bestätigen. Wir kommen schon mehr als 20Jahre nach Kreta ! Aber das Zubauen mit Hotels ist nicht nur in Chania , wir entdeckten vor einigen Jahren Georgioupolis es war ein Traum einfache saubere Apartments Alles war bezahlbar Gastronomie lokale Gerichte und lecker. Jetzt viele Neue Hotels ,Apartments weichen und in den Tavernen . Masse statt klasse . Jetzt kochen wir ausschließlich selbst und kaufen in Griechischen Geschäften statt in Supermärkten…

  28. Der Mammon zerstört einfach alles, nicht nur hier in Griechenland, sondern überall.
    Wenn jemand eine Idee hat, wie man diese Entwicklung aufhalten könnte, ich wäre dankbar für Vorschläge.

  29. Guten Morgen, der Artikel bestätigt, was ich seit Jahren auf meiner Lieblingsinsel verfolge.So schade,das mitzuerleben.ich möchte auch nicht an die Zeit mit dem neuen Airport denken…noch sitze ich auf meinem Balkon in Plakias mit unverbaubarem Blick auf das libyschen Meer. So lange das noch geht komme ich wieder.Fahre gleich nach Chania,mal sehen,was mich erwartet….

  30. Wir haben nach 20 Jahren Chania den Rücken gekehrt. Es wurde immer kostspieliger und die fähnchenfolgenden “ Boatpeople“ wurden immer mehr. Es betrübt mich sehr meine zweite Heimat zu verlieren. Nun sind wir seit vier Jahren im Süden, und auch hier beginnt diese Entwicklung. Viel AI-Bunker und die RBnB Angebote nehmen zu. Viele unserer Freunde können sich kaum noch Wohnraum leisten. Nordöstlich von Heraklion feiert man Schaumpartys am Strand, ohne die Städte zu nennen, und halbnackte Teenager sitzen am frühen Morgen an der Strasse. Jeepsafaris und Quadtouren schieben sich die Serpentinen entlang. Mallorca lässt grüßen. Wehe, wenn der neue Flughafen fertiggestellt ist. Es tut weh, diese Entwicklung zu erleben.

  31. Leider ein Vorgehen was überall stattfindet.
    Mir tuen die Einheimischen leid die darunter leiden, aber auch die normalen Touristen ( zu denen wir uns zählen.
    Wir möchten das einfache aber gute und preislich akzeptable genießen, was leider immer weniger angeboten wird.
    Darum bleiben wir meistens im Süden der Insel, wo diese Art des „modernen Tourismus „ hoffentlich noch lange fernbleibt!

  32. Dieser Bericht macht mich einfach nur traurig.
    Kann niemand diesen Politikern, diesen Technokraten, die null Ahnung von möglichen Leben haben, keinen Einhalt gebieten?
    Ich liebe Kreta 😎 trotzdem auch wenn es mir schwer gemacht wird.
    Wolfgang Düsener

  33. Der Artikel stimmt mich sehr traurig – dieser wunderschöne alte Hafen mit seiner einmaligen Atmosphäre soll so „zerstört“ werden?
    Ich war erstmals 1977 da und war fasziniert, daß es einen so schönen lebendigen Ort auf der Welt gibt!

  34. Als nahezu katastrophal haben wir, bei unseren Tagesbesuchen von Paleochora empfunden, dass sich täglich viele tausend Kreuzfahrttouristen, die sich in geführten Gruppen durch die engen Gassen quetschen. Eilig, eilig verzehren sie nichts, und auch die vielen Geschäfte und Boutiquen sehen sie nur von außen. Sie sind verhasst bei den Griechen, weil sie kein Geld dalassen und den Touristen vor Ort, weil sie den Platz zum Schlendern nehmen. Es ist jedesmal eine Wohltat, wenn die ‚Boatpeople‘ diese zauberhafte Stadt verlassen. Und doch besuchen wir im nächsten Jahr auch wieder Chania und seinen Venezianischen Hafen besuchen, ein wenig einkaufen gut essen und trinken und wie immer mit den Einheimischen reden.

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