Kissamos jenseits der Landkarte: Eine Reise ins Herz der kretischen Seele.

Kissamos – jenseits der Karte – eine Reise – 2285975

Quelle: travel.gr

Im Westen Kretas, wo die Felsmassive von Chania auf das türkisfarbene Wasser der Ägäis und des Libyschen Meeres treffen, liegt eine Region, in der unberührte Natur und tiefgreifende Geschichte harmonisch nebeneinander existieren. Kissamos, bekannt für seine ikonische Küste, verbirgt hinter seiner touristischen Fassade eine authentische, unverfälschte und zeitlose Welt.

Diese Reise ist eine Suche nach dem Wesen des Ortes, eine Erkundung der Zeitschichten, von der Antike bis zum modernen Umweltbewusstsein. Der oft unbefestigte und beschwerliche Weg wird zum Übergang vom Vertrauten ins Unbekannte. Mit der sich wandelnden Landschaft verändert sich auch das Zeitempfinden und offenbart eine Welt, in der der Rhythmus des Lebens von der Natur bestimmt wird und das Erbe der Jahrhunderte auf Schritt und Tritt präsent ist.

Milia: Eine Rückkehr in die Vergangenheit, eine Vision für die Zukunft

Die Ankunft im Bergdorf Milia auf 550 Metern Höhe ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Die vollständig restaurierte mittelalterliche Siedlung aus dem 16. Jahrhundert beweist, dass die Rückbesinnung auf das Wesentliche ein wahrer Luxus sein kann. Die Häuser, erbaut aus lokalem Stein und Kastanienholz, werden mit Solarenergie betrieben und verfügen weder über WLAN noch über Fernseher oder Kochnischen. Die Dorftaverne serviert Gerichte aus biologischem Anbau von den umliegenden Feldern und ist für ihr Engagement für regionale Produkte bekannt.

Milia bietet dank der fehlenden Lichtverschmutzung markierte Wanderwege und Möglichkeiten zur Sternenbeobachtung. Die Philosophie des Ortes hat sich zu einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsmodell entwickelt, das die lokale Beschäftigung und das kulturelle Erbe fördert und als Vorbild für verantwortungsvollen Tourismus dient.

Die Srikari-Schlucht: Eine stille Reise durch die Zeit

Im Gegensatz zur legendären Samaria bietet die Sirikari-Schlucht, 17 Kilometer südlich von Kissamos, Ruhe und Abgeschiedenheit. Die Wanderung dauert etwa zwei bis drei Stunden und beginnt im Dorf Sirikari. Der Weg führt hinab zum Flussbett, im Schatten von Platanen, vorbei an Kastanienbäumen, kleinen Wasserfällen und plätscherndem Wasser. Der Name Sirikari leitet sich vermutlich vom byzantinischen Beruf des Seidenwebers ab – ein Element, das die Naturlandschaft mit einer vergessenen menschlichen Geschichte verbindet. Ihre Ruhe abseits der Massen ist ihr größter Vorzug.

Antike Polyrhini: Ein Stück Geschichte

Nach 1200 Metern bergauf endet die Route in Polyrrinia, einer Stadt auf 418 Metern Höhe mit Panoramablick vom Kretischen Meer bis zum Libyschen Meer. Sie zählte zu den mächtigsten Städten Westkretas und blickt auf eine Geschichte von der minoischen bis zur römischen Zeit zurück. Die Akropolis war von Zyklopenmauern umgeben, und ihr Name („viele Schafe“) verweist auf den einstigen Viehreichtum, der das Heer und die Befestigungsanlagen finanzierte. Römische und byzantinische Überreste sind erhalten geblieben, ebenso wie die Kapelle der Heiligen Väter, die 1894 aus Materialien des antiken Tempels der Artemis Diktynn erbaut wurde.

Die Rotunde des Erzengels Michael

In Kato Episkopi befindet sich die seltene Rotunde aus dem 6. Jahrhundert, die zunächst als Baptisterium und später als Bischofssitz diente. Sie verfügt über einen Mosaikboden aus dem 6. Jahrhundert und mehrere Freskenschichten aus dem 7. Jahrhundert und später, die die kontinuierliche Nutzung der Kirche über die Jahrhunderte hinweg dokumentieren.

Der ewige Geist von Kissamos

Kissamos ist nicht nur für seine berühmten Strände bekannt, sondern auch für die Kapitel seiner Geschichte. Milia, die Sirikari-Schlucht, Polyrrinia und Rotunda erzählen eine gemeinsame Geschichte: von Widerstandsfähigkeit, Authentizität und einer ungebrochenen Verbundenheit mit dem Land. Die Seele Kretas offenbart sich denen, die den Mut haben, sie zu suchen.

Ein Kommentar

  1. Kalimera, Kissamos und Kolimbari würden sich für ein paar Tage als Basis anbieten, da es in der Umgebung und im Hinterland von Kissamos und Kolimbari einige schöne Ausflugsziele gibt: der Rodopou Finger, Falassarna, das Dorf Milia/Miliá Mountain Retreat, die geologischen Felsformationen Komolithi (beim Dorf Potamida), das antike Polyrrinia, das Dorf Rokka (das antike Rokka und die Rokka Schlucht), das Oliven-Museum in Pano Vouves, die Tsichilana Schlucht bei der Streusiedlung Sirikari und natürlich Balos/Gramvousa…

    Kissamos/Kastelli (4.000 Einwohner, liegt etwa 40 km westlich von Chania) und Kolimbari/Kolymbari liegt 24 km westlich von Chania.

    Die Küste um die Orte Kastelli Kissamos, Kolymbari und Maleme gefällt mir optisch nicht besonders. Das grüne bergige Hinterland mit seinen vielen kleinen Dörfern und Olivenhainen ist aber sehr schön.

    Ta Leme, kv

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert