Die Winzerfamilie Douloufakis aus Dafnes.

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Die Weinanbau Tradition der Familie Douloufakis begann im Jahr 1930, als Dimitris Douloufakis einen eigenen Namen in Dafnes, Kreta etablierte. Zu dieser Zeit wurde Wein gewöhnlich noch in Schläuchen aus Ziegenleder transportiert.

1955 übernahm sein Sohn George das Familienunternehmen und modernisierte den Weinbau und die Produkte.

Douloufakis entwickelte sich schnell zum besten Namen im Weingroßhandel der Region. 1992 begann sein Sohn Nikos, der soeben mit frischem Diplom in Weinwirtschaft der Universität von Alba/Italien nach Kreta zurückgekehrt war, die familieneigenen Weinberge neu zu bepflanzen und zu kultivieren. Dies tat er anhand einer anspruchsvollen Palette von Weinsorten. Der Anstoß hierzu lag zum Teil an der Notwendigkeit, amerikanische Wurzelstrünke zu pflanzen – die Folge der vernichtenden Ausbreitung der Phylloxera in der Region Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts.

1995 übernahm Nikos das Unternehmen, akquirierte zusätzliche Weingebiete und begann, den Winzereibetrieb zu erneuern.Bei unserer Ankunft trafen wir ihn mit einem Farbeimer in der Hand an, wie er eifrig in der Sommerhitze an seinem bescheidenen, aber sich schnell entwickelnden Betrieb arbeitete.

Nikos Douloufakis ist jung, smart und ehrgeizig. Und mutig!

Er hat sich ein limitiertes Darlehen von der EU gesichert, um seine Vision hochwertiger Weinproduktion zu verwirklichen, aber auch all sein Hab und Gut riskiert, um seinen Traum wirklich zu realisieren. Er befindet sich noch in dem unkomfortablen Stadium, an dem alle Pläne aufgesetzt sind, die Früchte seiner Arbeit aber noch auf sich warten lassen.

Trotz, oder wegen all der bereits getätigten Investitionen mussten allerdings noch weitere Abstriche gemacht werden werden. Da für teure Maschinen kein Budget mehr zur Verfügung stand, wird die Abfüllung noch rein manuell betrieben. 1997 belief sich die jährliche Produktion nur eines Produktes auf 9.000 Flaschen. Nun ist diese Menge bereits auf 40.000 Flaschen gestiegen.

In einer Region, in der die große Hitze schier tödlich für Trauben sein kann, schlug Douloufakis eine Pflanzstrategie ein, die Winzern in klimatisch freundlicheren Anbaugebieten sich die Haare raufen ließen.

Im Jahr 1998 produzierte Douloufakis keinen einzigen Tropfen Wein, da seine komplette Traubenernte an Sonnenbrand zugrunde gegangen war. Doch wie zum Trotz erweitert er weiterhin den Anbau einer Vielzahl von verschiedenen Sorten auf einer parzellierten Fläche von 8 Hektar. Sein Ziel ist eine zusammenhängende Anbaufläche von 10 Hektar.

Zu seinem Vorteil gereicht die Existenz anderer Erzeuger, die sowohl Produktionsausfälle als auch Überproduktionen ausgleichen können.
Trotzdem ist der Umfang und die Anzahl der Rebsorten in Douloufakis Anbaugebiet umwerfend. Das aktuelle Programm umfasst die „internationalen“ Sorten Cabernet, Merlot, Syrah, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Sylvaner und Testpflanzungen von Pinot Noir. Aus Italien hat Douloufakis die Sorten Sangiovese und Barbera eingeführt.
Eine Reihe traditioneller kretischer Reben – Tachtás, Vilana, Soultanina, Liatiko und Kotsifali – begleiten die „Super-Griechen“ Malvasia Aromatika und Moschato Aspro. Syrah, Merlot und die italienischen Varianten sind noch nicht ausgereift.

Bei der Rückkehr in die Heimat bemerkte Douloufakis, dass er viel zu wenig über die individuellen Charakteristika der einzelnen lokalen Rebsorten wusste, da diese traditionell miteinander verschnitten wurden. Deswegen hat er die letzten Jahre darauf verwendet, mit diesen Sorten individuell zu experimentieren und sich mit ihren unterschiedlichen und unterscheidenden Merkmalen vertraut zu machen. Douloufakis ist besonders vom Potential der Sorten Moschato Aspro und Milvasia Aromatika begeistert, denn diese schneide besonders gut im extremen Klima Kretas ab.

Der Liatiko, die einzige Sorte mit der Herkunftsbezeichnung (D.O) Dafnes, ist da schon problematischer und obwohl Douloufakis einen gewissen Erfolg mit der Erlangung der Herkunftsbezeichung Dafnes hatte, liegt sein zukünftiger Fokus auf der Wiederherstellung der Sorte Malvasia. Das ist sicherlich eine Entwicklung, die es sich zu beobachten lohnt.

Douloufakis ist amüsiert über den regelrechten Hype rund um den Bio-Anbau. „Kreta hat einen Vorteil im Übergang zu natürlichen Anbaumethoden: wir haben niemals unnatürliche Methoden übernommen. Das einzige Hindernis, mit dem ich mich bei der Erlangung eines Zertifikates konfrontiert sehe, ist die Zertifizierungsgebühr. Unglücklicherweise bedeutet das, dass nur die Herkunftsbezeichnung Dafnes für meinen Liatiko aktuell zertifiziert ist.“

Zur Zeit hat Douloufakis vier Labels in Produktion:

Vilana 2000

Douloufakis ist ein Angehöriger einer sehr kleinen Gruppe von Winzern, die das feine Weinpotential dieser aromatischen, wenn auch einigermaßen instabilen Traube erforschen. Geringe Ausbeute und sorgfältige Weinerzeugung erschließen komplexe, würzige Aromen und weiche Frucht mit tropischen Buketts wie Banane und Mandarine.
Sogar auf 250-300 Metern, am untersten Ende der idealen Anbauhöhe, produzieren die dreizehnjährigen Pflanzen ausreichend Säure, um Charakter und Frische zu entwickeln. Intensive sekundäre Aromen fügen diesem faszinierenden, leichten Sommerwein ein exotisches Postskriptum hinzu.

Sauvignon Blanc 2000

Dieser Wein aus sechsjährigen Pflanzen weist all die Intensität der Frucht und des Aromas auf, die man von einem Wein einer so südlichen Anbauregion erwarten würde. Überraschend, wie viel Grün in der Farbe und am Gaumen verbleiben. Hervorzuheben ist die charakteristische Bitterkeit der Sorte (Douloufakis nennt sie „yellow pepper“), aber vor allem zeigt sich, wie gut die Sauvignon Blanc Traube auf dem kalkhaltigen Boden und den günstigen Höhenlagen Kretas gedeiht.

Dafnes 1999

Diese Liatiko Wein aus relativ jungen (ca. sechsjährigen) Pflanzen weist eine jugendliche Intensität auf. Gemäß Douloufakis ist die größte Herausforderung, Farbe zu extrahieren. Intensive Aromen, Säure und eine leichte Strenge machen diese Sorte zu einer der einzigartigsten Griechenlands. Die Reife der Frucht ist das, was diesen Wein groß macht.

Cabernet 1997

Douloufakis muss wohl einer der wenigen Winzer diesen Breitengrades sein, der einen Cabernet ohne überflüssige Aromen zu produzieren. Der Wein zeigt eine große Reife, was zum Teil auf Pflanzen zurückzuführen ist, die nun in ihre zweite Dekade gehen. Er weist eine gute Farbe auf, ist vollmundig und verfügt über eine Reichhaltigkeit, die von den meisten Rotweinen der Region absticht. Dies ist ein vielversprechender Beginn für kretischen Cabernet.

Alle Weine, die wir probiert haben, werden sicher ihre Entwicklung fortsetzen, Douloufakis hat jedoch noch eine Menge Arbeit vor sich. Zu manchem Zeipunkt wird er, basierend auf seinen eigenen Erfahrungen im Weinberg, schwierige Entscheidungen über sein Portfolio treffen müssen.

Kreta ist eine Region von enormem Potential und wartet regelrecht auf visionäre Winzer, die ihre kreativen Möglichkeiten ergreifen. So freundlich und gutmütig, ehrgeizig und hartnäckig, wie Nikos Douloufakis geartet ist, scheint er das Zeug dazu zu haben.

Er ist ein Winzer, den man in den nächsten Jahren beobachten und unterstützen muss.
Das Dorf Dafnes liegt auf dem Wege von Heraklion nach Mires. Wochentags freut sich die Familie Doufoulakis auf jeden Besucher. Die Weinkellerei liegt 200 Meter südlich vom Dorfplatz.

Hier geht es zu Niko und Katerina Douloufakis: Weine von Dafnes auf Kreta

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11 Kommentare

  1. Hallo Leute,

    die wirklich tollen Weine von Douloufakis in Deutschland sind exklusiv bei uns zu beziehen.
    Allerdings liefern wir erst ab Spätsommer und ab 36 Flaschen.

    LG
    Wine and Nature

  2. ich möchte gerne 36 flaschen von dem tollen 2008 chardonnay bestellen.
    geht das?
    mfg
    v. turske

  3. Klasse Story, da sollte man doch mal eine Weinprobe mit Kellereibesichtigung in Dafnes organisieren.

Kommentare sind geschlossen.