Fest in deutscher Hand: Flughäfen in Griechenland.

Flughäfen unter deutscher Führung: Fraport investiert in Griechenland.

Chania Exit
Nimmt diese Politik einen guten Ausgang?

Schon im November 2014 hatten sich die Deutschen im Verbund mit ihrem griechischen Partner Copelouzos fast am Ziel gewähnt, als ihnen gegen starke internationale Konkurrenz der Zuschlag erteilt wurde. Die neue Regierung hatte nach ihrem Wahlsieg im Januar aber alles vorläufig gestoppt und wollte die Vergabe nochmals überprüfen.

Gutes Geschäft

Unter den Flughäfen, die die Fraport AG (ein deutsches Staatsunternehmen) nun übernehmen kann, sind unter anderem die Anlagen auf der Jet-Set-Insel Mykonos, der Kraterinsel Santorini sowie auf Skiathos und den auch bei Pauschalreisenden beliebten Reisezielen Rhodos, Korfu und Kos.

Betreiben wird Fraport damit künftig auch den im Westen der größten griechischen Insel liegenden Flughafen Chania auf Kreta. Das von Fraport mehrheitlich geführte Konsortium übernimmt zudem auch den Flughafen der zweitgrößten griechischen Stadt Thessaloniki. Alle diese Flughäfen gelten als rentabel.

Schlechtes Geschäft

Weitere 30 Flughäfen, die auch zum Verkauf stehen und als unrentabel gelten, werden von Fraport nicht übernommen. Diese gemeinsam mit den Griechen profitabel zu machen, wäre mal ein Beispiel für aktive Wirtschaftshilfe gewesen.

Gute Musik

„Ich würd´ ihnen den Reichtum gerne lassen,
die schicken Autos und ihr lautes Prassen,
nur leider kaufen sie sich unsre Erde
und unser Land mit protziger Gebärde
und machen sich an schönsten Flecken breit
und rauben denen, die seit langer Zeit
das Land mit andern teilen
das Recht, dort weiter zu verweilen,
nur weil die ärmer sind, auch oft verlieren
und nicht mit Lebensmitteln spekulieren.
Und glaubt mir, Freunde – sollt ich´s nicht erleben,
dann will ich´s gerne meinen Kindern weitergeben:
Seid wachsam, tapfer, haltet euch bereit,
man muss das Pack enteignen seiner Zeit!…
Ach pfeifen wir auf alles, was man uns verspricht,
auf den Gehorsam, auf die sogenannte Pflicht,
was wir woll´n ist kein Reförmchen und kein höh´rer Lohn,
was wir woll´n ist eine
REVOLUTION!“

(Ausschnitt aus „Revolution“. CD: „Ohne Warum“, Konstantin Wecker)


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Dinge, die man in Griechenland nicht kaufen kann:

Gastfreundschaft, Herzlichkeit, Humor, Filotimo (Ups, kann man doch kaufen) und Vieles mehr.

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2 Kommentare

  1. Moin, nun ist es amtlich, Athen verscherbelt Flughäfen an Fraport, der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport bekommt vom Kabinett des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras den Zuschlag für 14 griechische Regionalflughäfen.

    http://www.neues-deutschland.de/arti…lughaefen.html

    http://www.handelsblatt.com/unterneh…/12201350.html

    Die Fraport AG ist ein Deutsches Staatsunternehmen, die Mehrheit der Fraport-Aktien hält die Stadt Frankfurt und das Land Hessen. Es findet ein Eigentumwechsel von einem Griechischen Staatsunternehmen Richtung Deutsches Staatsunternehmen statt. Die Gewinne(Profit) aus den Flughäfen landen in deutschen Kassen:
    Monitor Milliarden Deals mit Griechenland Wer sind die Profiteure der Privatisierung: https://www.youtube.com/watch?v=GYB0aVnfNtA

    »Das ist ein Ergebnis der Erpressungspolitik«
    Hessen und Frankfurt am Mai haben die Mehrheit bei der Fraport AG – und die will 14 griechische Flughäfen übernehmen. Ein Gespräch mit Janine Wissler
    https://griechenlandsolidaritaetffm.wordpress.com/2015/07/28/griechenland-leidet-not-und-fraport-will-kasse-machen-ein-interview/

    Im Rahmen einer »Treuhandanstalt (Teiped)« der weitestgehend der staatlichen Souveränität Griechenlands entzogen ist, sollen die Privatisierungen unter halber Kolonialverwaltung durchgesetzt und damit der Ausverkauf Griechenlands forciert werden.
    Die Treuhandanstalt/Teiped ist unter deutschem Vorsitz(Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), setzte sich für den Treuhandfonds ein), damit sichergestellt wird, dass auch noch der letzte Betrieb, der letzte Flughafen, der letzte Hafen aus dem Besitz des griechischen Staates verscherbelt wird…..

    Der Erlös der Privatisierung fliesst direkt in die Schuldenrückzahlung. Die Bevölkerung sieht nichts vom Geld. Die Gewinner sind jene, die sich griechisches Eigentum zu Niedrigpreisen aneignen und Zugang zu Monopolsektoren bekommen werden.

    Zwei Hintergrundartikel zum Thema Privatisierungen un GR:

    Ein Staat wird ausverkauft
    Ob Bahn, Post, Strom- und Wasserversorgung: Griechenland versucht derzeit, grosse Teile seines Staatsbesitzes zu verkaufen. Doch die bisherigen Erträge sind gering und die absehbaren Folgekosten hoch.
    http://www.woz.ch/1422/griechenland/…rd-ausverkauft

    Der Ausverkauf der Commons. Der Fall Griechenland
    http://www.zeitschrift-luxemburg.de/…-griechenland/

    vg, kv

  2. Das erinnert mich an die deutsche Wiedervereinigung. Zunächst war von Milliardenwerten der DDR-Industrie die Rede. Am Ende hat es Milliarden gekostet, die veralteten und vergammelten Werke abzureißen und zu verschrotten !
    So sieht es zum großen Teil auch in Griechenland aus ! Deshalb sind die erwarteten Privatisierungserlöse reines Wunschdenken ! Andererseits: Der Staat hat nicht das Geld, die Betriebe zu sanieren und zu modernisieren und Käufer finden sich nur dann, wenn sich das lohnt. Weil sie viel Geld für die Sanierung in die Hand nehmen müssen, lohnt es sich nur dann, wenn der Kaufpreis sehr niedrig ist. Das ist aber immer noch besser, als die Betriebe weiter vergammeln zu lassen, denn so werden die Verluste immer größer. Typisches Beispiel: Die alten, maroden, unwirtschaftlichen Kraftwerke !

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