Griechenland führt eine Gebühr auf Plastiktüten ein – Update Oktober 2017.

Wie eKathimerini und chaniapost.eu im Oktober 2016 berichteten, soll Griechenland bald schon dem Beispiel der meisten (wenn nicht aller anderen) Staaten der Europäischen Union folgen und eine Gebühr auf Einweg-Plastiktüten erheben. So zumindest die Pläne der Regierung, die allerdings noch in der Vorbereitungsphase stecken.

Ein dementsprechendes Gesetz, das Supermärkte dazu verpflichtet, den Kunden zwischen 5 und 10 Eurocent/Plastiktüte zu berechnen, soll bereits im nächsten Jahr auf den Tisch kommen, so der Bericht.

Naja, Zeit würde es ja werden im Jahre des Herrn 2017.

Bleibt noch abzuwarten, wann sich vielleicht mal jemand Gedanken über ein funktionierendes Pfandsystem für Plastik- und Glasverpackungen zu machen herablässt, um zumindest einem Teil des überall in der Natur rum(f)liegenden Mülls Herr zu werden.

Dabei müsste man doch nur mal über den Tellerrand schauen, wie das in anderen (EU-) Staaten seit Jahren – wenn nicht Jahrzehnten – funktioniert und einfach kopieren. Darin sind die Griechen doch auf anderen Gebieten auch Meister – warum nicht auch mal bei einer sinnvollen und vor allem umweltschonenden Maßnahme?

Update Juni 2017

Die Pfandgebühr von ca. 0,08 Euro soll 2018 eingeführt werden. Übergangsweise wird dann bis zum 30.06.2018 nur 0,04 Euro erhoben. Das ist doch mal logisch.

Die Griechen verbrauchen ca. 4,3 Milliarden Plastiktüten pro Jahr. Nur 1% davon wird recycelt.

UPDATE Oktober 2017

Wie die Chania Post unter Berufung auf eine Veröffentlichung im griechischen Staatsanzeiger (Regierungsanzeiger 2812 Β) heute berichtet, wurde ein gemeinsamer Ministerialbeschluss (180036/952/2017) über neue Vorschriften für die Lieferung von Tragetaschen aus Kunststoff an Privatkunden an Verbraucher  verabschiedet, der am 1. Januar in Kraft treten wird.  Diese Bestimmungen zielen darauf ab, die nationalen Rechtsvorschriften mit der EU-Richtlinie 2015/720 zu harmonisieren und die Umweltverschmutzung insbesondere in marinen Ökosystemen zu verringern. Diese Regelung gilt für Plastik-Tragetaschen aus dünnem Kunststoff mit einer Dicke von bis zu 70 Mikron (μm).

Ab dem1. Januar 2018 wird eine Gebühr i.H.v. 3 Cent für dünne Plastiktüten erhoben. Diese Regelung soll bis zum 1. Januar 2019 gelten – ab dann wird der Preis auf 7 Cent pro Beutel steigen. 

Na, mal sehen,  ob sich was ändert…..

Radio Kreta – es bleibt spannend!


streamplus.de

Wie wilde Müllhalden quasi über Nacht verschwinden können erzählt Mitso Euch hier. Kleine Initiative – große Wirkung!

Post to Twitter Post to Delicious Post to Facebook Post to MySpace

6 Kommentare

  1. Kalimera, hoffen wir mal das es umgesetzt wird, wäre ja ein erster Schritt zu Müllvermeidung.

    Für die Griechen und Kreter würde es bedeuten, sich beim Einkaufen massiv umzustellen.

    vg aus Spili, kv

  2. na eeeennndddllliiiccchhhhhhhh
    dann muss es ja „nur noch“ in die Tat umgesetzt werden…..

  3. ….ich verstehe überhaupt nicht, warum man die Plastiktüten in GR nicht generell aus dem Verkehr zieht!!!!
    In jedem Laden Jutebeutel für 1 € / Stk, und man wird staunen, wie oft diese(r) wiederverwendet werden… Bei 5 – 10 Cent / P.Tüte wird doch weiterhin der Mist im Straßengraben oder Meer landen. Und wenn „man“ schon einmal dabei st, sollte man doch bitte auch die Pfandpflicht auf Plastikflschen einführen … übrigens ist das ein eigener Industriezweig und schafft zudem noch Arbeitsplätze ….

  4. @Diesing

    ja ein Verbot der Plastiktüten wäre natürlich am Besten, am so ist das schon mal ein Anfang.

    Mal ganz abgesehen von den Plastikflaschen und Frappebecher Wahnsinn der täglich anfällt.

    Ein Kreter meinte mal zu mir das Griechenland in Umweltfragen 20 Jahre hinter herliegt.

    vg, kv

  5. Plastiktüten „ersticken“ Griechenland
    Die gedankenlose Verwendung von Plastiktüten in Griechenland hat dramatische Folgen.

    In Griechenland verwendet jeder Bürger jährlich rund 240 Plastiktüten, wobei es jedoch auch zu über 500 kommen kann, und viele dieser Tüten landen in der Umwelt an Land und im Meer und stufen die Flora und Fauna, die öffentliche Gesundheit, aber auch das touristische Produkt des Landes herab.

    Diese Schlussfolgerung wurde mittels eines wissenschaftlichen Forums hervorgehoben, das bei der Industriekammer im Rahmen des Programms Life DeBag stattfand. Wie festgestellt wurde, sind die Folgen aus der Verwendung der Plastiktüte inzwischen dramatisch, welcher Umstand zur Notwendigkeit der Änderung der Mentalität und Festigung „guter“ Praktiken seitens der Verbraucher führt………

    18. April 2016 Griechenland-Blog

  6. Solange wie Fastfood Restaurants alle Getränke grundsätzlich nur in Plastikbechern anbieten – auch beim Verbleib im Restaurant – wie z.B. in Kavros, wirkt das für mich wie ein Sturm im Wasserglas. Zumal nicht klar ist, wo das Geld für die Plastiktüten bleibt. Für Receycling wird wird es ja wohl nicht verwendet werden.
    Eine reine Alibimaßnahme!

Kommentare sind geschlossen.