Die Erdnuss – eine Nuss, die keine ist.

Erdnüsse – auf griechisch: Fistikia (φιστίκια) – sind generell ja sehr beliebt (naja, außer bei Allergikern….) und werden in fast jedem kretischen Kafenion als kleiner Snack zu alkoholischen Getränken gereicht. Sie sind aber nicht nur lecker, sondern haben auch noch andere bemerkenswerte Eigenschaften. Denn sie liefern dem Körper viele wichtige Nährstoffe – und das oft nur in einer Hand voll!

Schmeckt: Erdnüsse und Ouzo.

Aber erst mal zu den Hintergründen dieser kleinen Wundernuss, die eigentlich gar keine ist. Denn anders als es ihr Name vermuten lässt, handelt es sich bei der Erdnuss (Arachis hypogaea) nicht um eine Nuss, sondern um eine Hülsenfrucht. Sie hat sich nur entwicklungsgeschichtlich zur Nuss gewandelt.   

Eine Nuss, die keine ist.

Sie wird deshalb „Nuss“ genannt, weil die Samen ähnlich beschaffen sind wie Nüsse: eine ähnliche Konsistenz mit hohem Fett- und Eiweißgehalt sowie einem niedrigen Anteil an Stärke. Außerdem enthält die in der Erde heranwachsende Frucht viel Vitamin B3, Vitamin E, Zink und Folsäure.

Erdnüsse gehören zu den magnesiumreichsten Nahrungspflanzen und können beliebig eingesetzt werden: Sie lassen sich zu Erdnussöl pressen oder in Süßigkeiten verarbeiten. Sie werden roh, gekocht, geröstet, gesalzen oder gesüßt gegessen. Als Erdnussbutter lassen sie sich aufs Brot schmieren (das machen aber vor allem die Amerikaner…!). Sie werden auch als Futtermittelzusatz an Nutztiere verfüttert oder gar als Biodiesel zum Antrieb von Autos getestet.

Mit ca. 25% Proteingehalt sind sie wunderbare Eiweißlieferanten – insbesondere beim Sport oder bei vegetarischer/veganer Ernährung. Die Fette sind zum großen Teil (mehrfach) ungesättigt und liefern einen wertvollen Beitrag zur Produktion von gutem Cholesterin (HDL-Cholesterin) und zur Reduktion von schlechtem Cholesterin (LDL-Cholesterin).

Zudem enthält die Erdnuss Magnesium, Kalium, Eisen, Kalzium und Vitamin E. Mit dem hohen Folsäuregehalt ist sie eine geeignete Nahrung während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Das (und vieles mehr) steckt in der Erdnuss:

Nährstoffe pro 100 Gramm (g)  
Kalorien 567
Fett 49,24 g
Kohlenhydrate 16,13 g
Proteine 25,80 g
Natrium 18 mg
Kalium 705 mg
Magnesium 168 mg
Eisen 4,58 mg
Kalzium 92 mg
Vitamin B6 0.35 µg

Wie sieht eigentlich ein Erdnussbaum aus?

Tja, darüber scheiden sich die Geister fast gar nicht – denn einen Erdnussbaum gebt es gar nicht. Erdnüsse wachsen nämlich nicht auf Palmen oder Bäumen, sondern an Sträuchern! Dabei handelt es sich um sattgrüne Sträucher, die nicht höher als 80 cm werden – meist aber nur ca. 30 cm hoch. Und jetzt kommts: die Erdnuss wächst unter der Erde und kommt erst beim Herausziehen des Strauches an´s Tageslicht!

Die „Nuss“ wächst unter der Erde.

Hat sich das 50 bis 80 Zentimeter hohe Erdnusskraut selbst bestäubt, neigen sich die Stängel nach unten und wachsen in den Boden ein. Je zwei bis drei Kerne werden dort von einer netzartigen, holzähnlichen Hülle geschützt.

Von Juli bis September ist Erntezeit. Die Pflanzen werden dann im Ganzen aus dem Boden genommen und getrocknet. Dabei ist es wichtig, den geeigneten Zeitpunkt abzupassen. Denn hatte die Pflanze zu viel Zeit zu reifen, dann lösen sich die Früchte beim Ernten von der Pflanze und bleiben in der Erde stecken.

Und das Ernten ist Präzisionsarbeit, bei der die Bauern nur eines am Meisten fürchten: Regen! Denn die Erdnüsse dürfen nicht feucht werden!

Erdnüsse in gesalzener Schale – Warum?

Hier auf Kreta, aber auch im gesamten südeuropäischen Raum, findet man auch immer wieder Erdnüsse in ihrer holzähnlichen „Zwillingsschale“ (2 Nüsse in einer Hülle), die wiederum von außen mit grobem Salz bestreut ist.

Erdnüsse kann man auf jedem Wochenmarkt und in vielen Geschäften kaufen. Früher wurden sie sogar auf Kreta angebaut.

Wir fragen uns seit Jahren, warum? Denn die Schale isst man ja normalerweise eher nicht mit – die sich darin befindlichen und heraus zu pulenden Nüsse findet man dann ja nun mal ungesalzen vor. Wir haben da selbst so unsere Theorien dazu – aber kennt jemand den wirklichen Sinn dahinter?

Wer es lieber süß mag: Erdnüsse mit Honig und Sesam.

 

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