Immobilienkauf auf Kreta: Der steinige Weg zum Hausglück.

Ein Haus im sonnigen Süden – davon träumen viele Deutsche.

Jeder Urlaub weckt diese Begierde aufs Neue. Kreta ist nicht nur ein schönes Fleckchen Erde für zwei Wochen im Urlaub, sondern bietet auch viele Möglichkeiten, eine Immobilie zu erwerben und sich hier niederzulassen. Doch wie überall auf der Welt gibt es auch in Griechenland beim Immobilienkauf einige Besonderheit, die man kennen und beachten sollte.

Ein altes Haus auf Kreta.

Derzeit ist es schwierig, in Europa ein Schnäppchen zum Hauskauf zu machen. In Griechenland ist das allerdings noch möglich. Dabei gilt: Je umständlicher eine Region erreichbar ist, desto günstiger sind die Immobilien. Teuer ist es hingegen auf Mykonos, Santorin, Hydra und Spetses, denn dorthin ist es nur einen Katzensprung von Athen aus, weswegen die Inseln auch für die Griechen interessant sind.

Viel Papierkrieg

Anders sieht es in den Randregionen aus. Hier werden Immobilienprojekte sogar staatlich subventioniert. Einfacher macht es den Kauf allerdings nicht, denn in kaum einem anderen Land werden so viele Genehmigungen benötigt wie in Griechenland – angefangen von den Bezirksverwaltungen über die Naturschutzbehörde bis hin zum Bauministerium. Darauf sollte man sich einstellen und viel Zeit einplanen, bis alle Papiere zusammengetragen sind – ein Jahr kann da schon vergehen.

Sind die Hürden der Bürokratie überwunden, sollte man sich einen Anwalt nehmen. Der prüft beispielsweise, wem die Immobilie oder das Grundstück bisher gehörte, denn nicht alles ist katastermäßig erfasst. Ein Grundbuch wie in Deutschland gibt es nicht überall, dafür wird der Kaufvertrag aber auch in Griechenland von einem Notar vorgelesen und beurkundet. Wer kein Griechisch kann, sollte auf einen Dolmetscher bestehen. Andernfalls könnte der Vertrag am Ende nichtig sein.

Vergleichsweise geringe Nebenkosten

Zum Kaufvertrag gehören der Bau- und Lageplan der Immobilie. Zudem sollte die Bescheinigung nicht fehlen, dass Gemeindegebühren in den 24 Monaten vor dem Verkauf bezahlt wurden. Bei der Unterschrift kommt nochmals der Anwalt ins Spiel, sofern das Kaufobjekt mehr als 11.738 Euro bzw. 29.347 Euro in Athen und Piräus kostet. Der Notar rechnet 1,2 Prozent des Kaufpreises ab, der Anwalt verlangt etwa ein Prozent. Die Eintragung ins Grundbuch- bzw. beim Katasteramt schlägt mit etwa 6/1000 zubuche.

Die Grunderwerbssteuer liegt 2018 bei nur drei Prozent, in Ausnahmefällen ist sogar eine Befreiung möglich. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer von 24 Prozent und seit 2013 auch eine Spekulationssteuer, die allerdings vom Verkäufer gezahlt werden muss. An diese Kaufnebenkosten sollte gedacht und der Kredit gegebenenfalls um diese Summe aufgestockt werden, wenn das Eigenkapital dafür nicht ausreicht.

Zurück nach Kreta. Auch wenn Griechenland die Krise noch immer nicht hinter sich gelassen hat – die Schönheit der Insel macht Immobilien hier nicht unbedingt zu einem Schnäppchen. Vor allem neu gebaute Häuser kosten so viel wie in Deutschland und 100.000 Euro für 500 Quadratmeter Grundstück in guter Lage sind nicht unüblich. Wer auf der Suche nach einer Immobilie ist, sollte sich also unbedingt an einen Makler wenden.

Dafür muss man zunächst die Region eingrenzen, in der das Haus stehen soll, denn die Makler arbeiten in der Regel nur an ihrem Standort. Einige von ihnen sprechen auch Deutsch und haben jede Menge Erfahrung mit der griechischen Bürokratie und den Hürden beim Immobilienkauf. Mit einem solchen Partner an der Seite wird sich bestimmt das passende Objekt finden lassen.

Kleiner Tipp: Wer auch dem Makler nicht traut, der sollte lieber sein Glück im Kafenio suchen. Dort und mit Gottes Hilfe sollte es dann schon gelingen.

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